Seit einiger Zeit kommt man ja um das Thema “Neue Energien” nicht herum. Umwelttechnik-, Solar- und Windanlagenhersteller waren in den letzten Jahren an der Börse so gefragt wie nie und im Bereich der Individualmobilität reden alle über Hybrid-Fahrzeuge, Elektroautos und den Brennstoffzellen-Antrieb. In einem aktuellen Artikel auf stern.de spricht der Preisträger des Deutschen Umweltpreises 2008, Ernst Ulrich von Weizsäcker, über die zweite Seite des aktuellen Energie- und Klimaproblems. Im Artikel “Energie der Zukunft - Macht den Strom teurer!” fordert er dazu auf, dass Problem von der Nachfrageseite aus anzugehen.
“Es ist Altes Denken, die Energiepolitik nur als Energie-Angebots-Politik zu begreifen. Auf der Nachfrageseite spielt die eigentliche Musik. Die Verschwendung überwinden, das ist der eigentliche technische Fortschritt! Passivhäuser brauchen noch ein Zehntel der Heizenergie. Das LED-Licht ist zehnmal so stromeffizient wie die Glühbirne. Autos kann man auf anderthalb Liter pro hundert drücken. Systemverbesserungen führen noch weiter.”
Gerade aufgrund der Artikelüberschrift kann man Herr von Weizsäcker leicht mißverstehen. Er fordert nicht einen unkontrollierten Anstieg der Energiepreise bei dem die Bürger draufzahlen sondern eine Koppelung der Energiepreise an die Steigerung der Energieproduktivität. Das bedeutet, dass der Verbraucher immer den gleichen Betrag zahlen muss. Der geringere Verbrauch aufgrund effizienterer Technik (Dämmung, Energiesparende Lampen, Haushaltsgeräte, etc.) wird nur durch - in gleichem Maße - steigende Preise ausgeglichen.
Auch wenn gleich viele Stimmen (in Form von Kommentaren) gegen diese Idee laut wurden, scheint sie doch der einzige Weg zu sein. Denn immer mehr Menschen verbrauchen immer mehr Energie. Diese kann in absehbarer Zukunft aber wohl nicht durch regenerative Energiequellen gedeckt werden. Der Preisanstieg bei allen fossilen Arten von Energieträgern (Öl, Gas, Kohle) wird sich somit auch in Zukunft weiter fortsetzen. Um die Umwelt, das Klima und den eigenen Geldbeutel wirklich zu entlasten, sollte man also damit anfangen unsere enorme Energieverschwendung abzubauen. Dabei bedeutet es nicht, dass man damit seine Lebensqualität oder seinen Lebensstandard einschränken muss. Eine Energiesparlampe spart z.B. Energie, erhellt im Gegenzug das Zimmer aber nicht weniger.
Tipps & Tricks um mit einfachen Mitteln Energie zu sparen:
Selbstverständlich können aber nicht nur die Verbraucher in die Verantwortung gezogen werden. Die Industrie sollte mehr Engagement und Mut zeigen und viel schneller klimafreundliche Alternativen anbieten. Leider wehren sich aber insbesondere die großen Konzerne gegen eine “Grüne Revolution”. Während kleine und neue Unternehmen wie z.B. Loremo zeigen, dass ein Verbrauch von 2,5 Litern ohne Fahrspassverlust pro 100 km locker möglich ist, bauen etablierte Automobilkonzerne lieber weiter tonnenschwere Geländewagen und PS-Monster. Gleiches gilt selbstverständlich auch für Unternehmen aus anderen Branchen. Bleibt also zu hoffen, dass die Vorstände und Manger die Zeichen der Zeit endlich erkennen oder neue, innovative Unternehmen diese Dinosaurier überholen.
Artikel “Energie der Zukunft - Macht den Strom teurer!“, 23. September 2008, stern.de