Veröffentlicht am 2. Dezember 2008,
Kategorie(n): Allgemein
“Wohin geht es in Zukunft?” dürfte die Frage sein, die sich in Zeiten von Finanzkrise und Klimakrise viele Menschen auf unserer Erde stellen werden. Darunter auch Vertreter aus 185 Staaten im polnischen Posen, die dort mit der Arbeit an einem Nachfolgeabkommen für das Kyoto-Protokoll begonnen haben. In seiner Auftaktrede sagte der polnische Umweltminister Maciej Nowicki im Hinblick auf den Klimawandel: “Die Menschheit ist an die Grenzen des Ökosystems unseres Planeten Erde gestoßen” und “All dies könnte zu sozialen und bewaffneten Konflikten von beispiellosem Ausmaß führen”. Allerdings werden in Posen nur Eckpunkte festgelegt und auch die sind erst für ein Klima-Abkommen nach 2012. Doch was passiert aktuell? Was wollen die Menschen und was können sie tun? Zählt für einen großen Teil wirklich nur die wirtschaftliche Entwicklung oder sollte der Schutz unserer Umwelt und des Klimas nicht für alle Menschen ein übergeordnetes Ziel sein? Und vor allem: Besteht denn wirklich keine Möglichkeit, die wirtschaftliche Entwicklung und die Ziele des Klimaschutzes zu vereinen?
Langfristig gesehen ist es sicherlich möglich unseren Lebensstandard zu halten oder sogar zu steigern und gleichzeitig unseren Planeten und das Klima zu schützen. Doch davor steht ein Umdenken. Ein Ende des Zeitalters der Gier und insbesondere des kurzfristigen Erfolgsdenkens und der kurzfristigen Planung. So wäre es z.B. fatal, würden die Mitgliedsstaaten der EU angesichts deutlich gesunkener Ölpreise im letzten Monat das Thema Energieversorgungssicherheit gar nicht erst anpacken und würden sie ihre Anstrengungen beim Klimaschutz nicht verstärken oder zumindest beibehalten. Denn langfristig sichert uns nur die Unabhängigkeit von Erdöl, Erdgas und anderen fossilen Energieträgern unseren jetzigen Lebensstandard. Gleiches gilt selbstverständlich auch für die USA, die mit Barack Obama jetzt die Chance zu einer nachhaltigen und klimafreundlichen Politik bekommen.
Doch leider gibt es immer auch viele, die solch eine Krise nicht als Chance zur Veränderung und Verbesserung begreifen, sondern unter unter allen Umständen versuchen, den Status Quo beizubehalten. Bestes Beispiel ist hierfür aktuell die Autoindustrie, die statt alternative Antriebe oder sparsamere Autos zu entwickeln lieber für weniger strenge Regeln kämpft. Gleiches gilt aber auch für die Kritiker der Erneuerbaren Energien. Selbstverständlich ist die Umstellung in beiden Branchen nicht von heute auf morgen zu bewerkstelligen. Dennoch ist die Forschung und Entwicklung in beiden Branchen der Schlüssel zu einem nachhaltigen und fortdauernden Wohlstand. Und je eher und intensiver damit begonnen wird, desto besser!
Nicht zu vergessen ist allerdings, dass wir alle selbst den Schlüssel zur Veränderung in der Hand halten. Wenn wir - und immer mehr andere Menschen - statt regulärem Strom reinen Ökostrom beziehen, statt dem Auto mit 9 Litern Verbrauch eines mit 4,5 Litern Verbrauch kaufen und auch ansonsten nachhaltig handeln. Denn dann bleibt auch der Industrie und der Politik nichts anderes übrig als auf die Anforderungen der Verbraucher einzugehen.