Veröffentlicht am 30. Januar 2009,
Kategorie(n): Allgemein
Wenn über Klimawandel und Klimaschutz geredet wird, sehen viele nur Probleme, Kosten und Katastrophen. Klar ist, das die fossilen Energieträger wie Erdöl, Erdgas und Kohle irgendwann in der Zukunft zur Neige gehen werden und beim Erdöl der Peak-Oil (das globale Ölfördermaximum) wohl schon überschritten ist. Ausserdem ist es ein Fakt, dass wir weit über unsere Verhältnisse leben und der Verbrauch der natürlichen Ressourcen mehr als nur unfair verteilt ist. Denn während z.B. in 2003 der durchschnittliche Bürger der USA knapp 19,9 Tonnen CO2 verursacht hat, ein Bürger von Katar sogar 44,5 Tonnen CO2 und ein Deutscher immerhin noch 10,5 Tonnen CO2 hatten die Menschen im afrikanischen Tschad einen durchschnittlichen Ausstoß von nur 0,01 Tonnen CO2. Wenn nun auch alle Menschen in Afrika, Südamerika und Asien ihren Lebensstil dem der Bewohner in Westeuropa oder Nordamerika anpassen würden, würde sich nur die Frage stellen, ob die Rohstoffe inkl. fossiler Energieträger schneller erschöpft wären oder die saubere Luft zum Atmen.
Selbstverständlich will niemand seinen Lebensstil freiwillig senken und gleichzeitig können wir es Afrikanern, Asiaten und Südamerikanern auch nicht verübeln, dass sie ihren Lebensstil dem unseren anpassen wollen. Die durch den den Klimawandel ausgelöste Diskussion bietet uns nun die Möglichkeit, die Produktivität vom Verbrauch der Rohstoffe und der Erzeugung von Treibhausgasen abzukoppeln. Die Menschheit wird weiterhin (und sogar immer mehr) Energie benötigen, individuelle Mobilität wird wichtig bleiben und auch der globale Warenverkehr kann nicht von heute auf morgen gestoppt werden. Es gilt also, neue Technologien zur Erzeugung von Energie, nachhaltiger Mobilität und effizienteren Nutzung von Rohstoffen sowie der Vermeidung von Abfällen zu entwickeln, zur Marktreife zu bringen und zu vermarkten.
Dabei werden Klimaschutz sowie Grüne Technologien von immer mehr Staaten als riesige Chance erkannt. Der Scheich von Abu Dhabi baut zur Zeit zurzeit eine der größten Solarproduktionen der Welt in seinem Land und hätte auch gerne den Sitz einer internationalen Agentur für erneuerbare Energien in seinem Land. Der Minister von Saudi-Arabien geht davon aus, dass sein Land in wenigen Jahrzehnten mehr Solarenergie exportieren kann als heute Erdöl. Dabei hat jedes Land seine eigenen Gründe: China will sauberere Luft, Ägypten sieht durch den Klimawandel sein Nildelta gefährdet und die USA haben den Klimaschutz unter Präsident Barack Obama gerade als neues Lieblingsthema der Nation entdeckt.
Und eines ist klar, wer nicht zu den Gewinnern gehört, könnte zu den Verlieren zählen. Denn statt diese Technologien im eigenen Land zu produzieren und weltweit zu vermarkten, müssten sie im schlimmsten Fall teuer eingekauft werden. Dabei birgt die Grüne Branche ungeheure Chancen und Möglichkeiten: Bereits in einigen Jahren werden die Umsätze der Umwelt- und Klimabranche in Deutschland höher sein als in den beiden Traditionsbranchen Automobilbau und Maschinenbau (vgl. “Die andere Klima-Zukunft” von Claudia Kemfert).
Lesen Sie dazu auch das Interview der FAZ “Klimawandel - Wir können zum Gewinner der Krise werden” mit Connie Hedegaard, der dänischen Klima- und Energieminsterin.