Die Bundesregierung um Kanzlerin Merkel nennt ihre Abwrackprämie für Altautos gerne auch “Umweltprämie“. Denn dadurch bekommt der Steuerzahler und Wähler suggeriert, dass es sich bei der Abwrackprämie nicht nur um eine Steuerverschwendung in Milliardenhöhe handelt, die allerhöchstens einen kurzfristigen positiven Effekt für die Autohersteller hat. Der Umwelt schadet die Abwrackprämie erst einmal, da die Produktion eines neuen Fahrzeugs sehr viele Ressourcen und Energie verbraucht und natürlich auch CO2-Emissionen erzeugt. Wäre die Auszahlung der 2.500 Euro Prämie daher wenigstens an spezielle Umweltkriterien wie einen geringen Spritverbrauch oder einen geregelten Partikelfilter für Dieselfahrzeuge geknüpft, würde das die Umwelt- oder Klimabilanz in den nächsten Jahren zumindest wieder verbessern.
Allerdings ist dies nicht der Fall und das neue Auto muss lediglich die Abgasnorm Euro 4 erfüllen. Diese ist aber bereits Standard für jeden heute zugelassenen Neuwagen und damit für die Umwelt nichts wert. Und da laut dem Verkehrsclub Deutschland (VCD) ein zehn Jahre alter Opel Corsa 1.0 mit 5,6 Litern Benzin auf hundert Kilometern genau so viel verbraucht wie ein neuer Corsa mit 5 PS mehr, gewinnt die Umwelt auch hier nichts. Einzig ein Wechsel von einem Spritfresser zu einem klimafreundlicheren Kleinwagen könnte die Voraussetzungen dafür erfüllen, dass die Abwrackprämie als Umweltprämie verkauft wird, allerdings ist aufgrund der schlechten Umsetzung durch die Regierung auch die umgekehrte Möglichkeit denkbar: Verschrottung eines alten Kleinwagens, Erhalt der 2.500 Euro “Umweltprämie” und Kauf eines großen Geländewagens.
Das es auch anders geht, hat Frankreich mit seinem Konjunkturprogramm für sparsame und umweltfreundliche Autos gezeigt.
Quelle: “Umweltprämie” - Abwracken für das Klima?