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Das Internet als Klimakiller und warum langsamer im Web besser wäre

Veröffentlicht am 5. Mai 2009,  Kategorie(n): Sonstiges

E-mails abrufen und versenden, die neusten Nachrichten auf den Webseiten der Tageszeitung lesen, sich mit alten Freunden im digitalen Soziales Netzwerk treffen, zwischendurch ein paar Musikvideos oder lustige Clips angeschaut und dazwischen ein paar Suchanfragen über Google durchführen. So oder so ähnlich nutzen heute viele das Internet und vergessen im gut klimatisierten und sauberen Büro oder der gemütlichen Wohnung schnell, dass durch all diese Aktivitäten im Netz nicht unerheblich viel Strom verbraucht wird. Selbstverständlich nicht mit dem einmaligen Abrufen der E-mails oder dem einmaligen Suchen nach Informationen über eine Suchmaschine. Wenn man aber alle Aktivitäten der mehr als einer Milliarde Internetnutzer an einem Tag im World Wide Web addiert, kommt ein enormer Energiebedarf zustande.

Warum diesem Thema bisher noch nicht so viel Aufmerksamkeit gewidmet wurde wird klar, wenn man sich vor Augen führt, dass man bei Flugzeugen, Lastwagen oder Industriebetrieben die Umweltverschmutzung in Form von Abgasen direkt vor Augen hat, den von Rechenzentren aber so gut wie nie jemand sieht. Dabei ist die Informationstechnologie (IT) in ihrer Gesamtheit laut einer Schätzung des Marktforschungsinstituts Gartner bereits für ebenso viel CO2-Emissionen verantwortlich wie der weltweite Flugverkehr. Allein in den USA haben die Rechenzentren nach einer Untersuchung der US-Umweltbehörde schon 2006 ca. 61 Milliarden Kilowattstunden Strom verbraucht. Diese Energiemenge würde reichen um ganz Großbritannien zwei Monate lang zu versorgen und sie dürfte seit 2006 noch stark gestiegen sein.

Auch wenn es keine genauen Berechnungen zum Energiebedarf des Internets gibt (Aktuelle Schätzungen gehen von 152 Milliarden bis zu 867 Milliarden Kilowattstunden), steht doch fest, dass es sich mehr und mehr zum Stromfresser und Klimakiller entwickelt hat. Da Energie Geld, in diesem Fall sogar sehr viel Geld kostet und man in Zeiten des Klimawandels das Image von Klimasündern vermeiden will, versuchen immer mehr IT-Unternehmen ihre Energiekosten zu senken. Firmen wie IBM oder Google investieren bereits seit längerem in Energiespar-Technik und wollen in der Zukunft sogar teilweise CO2-Neutral operieren. Die Tatsache, dass es sich dabei um wirklich bedeutende Summen handelt, der Betrieb des Video-Portals YouTube soll z.B. laut Credit Suisse pro Jahr mehr als 350 Millionen Euro kosten, sorgt hoffentlich für eine rasche Umsetzung.

Eine etwas andere und schneller umsetzbare Lösung bieten Forscher der University of Berkeley zusammen mit Experten von Intel und Microsoft an: Um Energiebedarf, Energiekosten und damit auch Emissionen deutlich zu senken, schlagen sie vor, den Fluss der Daten durch das Internet einfach etwas zu verlangsamen. Allein mit einer um Millisekunden verzögerten Auslieferung einzelner Datenpakete sollen Einsparungen von bis zu 50 Prozent möglich sein, da die Netzwerk-Hardware in Phasen geringerer Belastung einen energiesparenderen Zustand herunterschalten kann.

Der sehr interessante Artikel „Internet-Energiebilanz – Das Web braucht zu viel Strom“ von Matthias Kremp findet sich auf den Seiten von Spiegel Online. Betreiber von Webseiten finden hier „Anbieter von Öko-Hosting oder Green Hosting als Beitrag gegen den Klimawandel„.

 
 
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Kategorie(n): Sonstiges
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