In Europa werden aktuell 13 neue Atomkraftwerke gebaut und in China geht jeden zweiten Tag ein neues Kohlekraftwerk ans Netz, das die Luft dann mit Ruß, CO2 und anderen Treibhausgasen verpestet. Dabei wäre ein derart massiver Ausbau laut einer aktuellen Greenpeace-Studie “Globaler Ausblick auf die Entwicklung solarthermischer Kraftwerke 2009” überhaupt nicht nötig. Während die Gewinnung von Solarenergie in den Wüsten unserer Erde lange Zeit als nicht realisierbar galt, sind die notwendigen Kraftwerke und Speicherkapazitäten sowie die Übertragungsnetze inzwischen technisch ausgereift und erprobt.

Foto: © Markel Redondo / Greenpeace
“Bis 2050 könnten Solarkraftwerke mit einer Gesamtkapazität von 1.500 Gigawatt gebaut werden. Sie könnten jährlich 7.800 Terrawattstunden sauberen Strom erzeugen - das ist drei Mal so viel Strom, wie zurzeit alle Atomkraftwerke der Welt gemeinsam produzieren! Da die solarthermischen Kraftwerke vor allem Kohlekraftwerke ersetzen würden, könnte die jährliche Einsparung von Kohlendioxid bis zum Jahr 2050 auf 4,7 Milliarden Tonnen ansteigen. Das ist sechsmal mehr, als Deutschland im Jahr 2008 ausgestoßen hat.”
Auch den Gegnern der Solarenergie halten die Experten von Greenpeace eine Rechnung vor, die das Hauptargument der stets aufgeführten hohen Kosten entkräftet. Denn die Solarthermischen Kraftwerke sollen weit günstiger als Atom- und Kohlekraftwerke sein, da Sie nur für wenige Jahre eine Anschubfinanzierung benötigen und im Anschluß fast ohne Betriebskosten sauberen Strom produzieren. Denn die Sonne stellt keine Rechnung und die saubere Energiegewinnung verursacht im Gegensatz zu Atomkraftwerken und Kohlekraftwerken auch keine Folgekosten für Atommüll oder CO2-Emissionen.
Perfekte Standorte für Solarthermische Kraftwerke gäbe es nicht nur in Afrika, sondern auch in der Wüste Gobi, im Westen der USA, in Mexiko, Indien oder in Australien. Dem Nachteil der Abhängigkeit von ausländischen Stromlieferanten würden für Deutschland im übrigen zwei weitaus größere Vorteile gegenüber stehen: Dies wäre einmal der Klimaschutz durch den Import von sauberem und CO2-freiem Strom sowie der finanzielle Vorteil als Exporteur für die Technik. “Solarthermische Kraftwerke können nach der Windkraft und der Photovoltaik zum dritten globalen Exportschlager der Erneuerbaren Energien werden,” prophezeit Böhling von Greenpeace und Deutsche Anlagenbauer sind bereits weltweit führend. In diesem Bereich könnten dann sogar viele neue Arbeitsplätze in Deutschland entstehen.
Der sehr interessante Artikel “Wüstenstrom: Von der Vision zur Wirklichkeit” vom 27.05.2009 von Sylvia Pritsch findet sich auf den Seiten von Greenpeace. Des weiteren die Publikationen “Wüstenstrom-Fläche” (PDF), “Factsheet: Wüstenstrom - von der Vision zur Wirklichkeit” (PDF) sowie die Studie “Sauberer Strom aus den Wüsten - Globaler Ausblick auf die Entwicklung solarthermischer Kraftwerke 2009” (PDF).