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Desertec: Liegt unsere Energie-Zukunft in der Solarthermie?

Veröffentlicht am 17. Juni 2009,  Kategorie(n): Solarenergie

Seit ein paar Tagen sind Informationen zum Mega-Projekt “Desertec” überall im Fernsehen, in Zeitungen und im Internet zu finden. Mit dem seit Ewigkeiten bekannten Konzept der Bündelung der Sonnenstrahlen wollen 20 große Konzerne Europa mit sauberem Sonnenstrom aus Afrikas Wüsten versorgen. Das spektakuläre Projekt “Desertec” soll trotz aktueller Finanz- und Wirtschaftskrise ein Volumen von 400 Milliarden Euro haben und der erste saubere Strom aus dem gigantischen Vorhaben soll in 10 Jahren nach Europa fließen. Die Unternehmen um den weltgrößten Rückversicherer Münchener Rück wollen damit ein Zeichen setzen und sich an der Spitze der grünen Technologie ihren Platz sichern.

Die Technik der geplanten Anlagen hat nichts mit den Photovoltaik-Anlagen auf unseren Dächern gemeinsam sondern sie funktioniert nach dem folgenden Prinzip: Mittels Parabolspiegeln wird die Eneergie der Sonnenstrahlen gebündelt um damit Wasser zu erhitzen und mit dem Dampf Turbinen anzutreiben. Das man mit diesen sogenannten Solartürmen enorme Mengen sauberer Energie erzeugen kann, beweisen u.a. die beiden Solartürme PS10 mit einer Leistung von 10 Megawatt und PS20 mit einer Leistung von 20 Megawatt in der Nähe von Sevilla.

Doch während Sevilla fast ständig die Sonne vom Himmel brennt, sind die meisten Regionen Europas nicht gerade ideal für große Solarthermie-Kraftwerke. Ganz im Gegenzug dazu scheint die Sonne in Nordafrika, genauer in die Sahara, ständig. “In sechs Stunden geht auf die Wüsten der Erde so viel Sonnenenergie nieder, wie die gesamte Menschheit innerhalb eines Jahres verbraucht”, sagt Gerhard Knies, einer der Initiatoren von Desertec. Die Sonnenenergie aus der Wüste könnte daher einen Großteil unseres Energiebedarfs decken.

Warum stehen diese sauberen Kraftwerke nicht bereits, dürften sich daher viele fragen. Die Technik ist nicht das Problem, was Solarthermie-Kraftwerke in Spanien und den USA zeigen. Haupthindernis sind die Standorte und die daraus resultierende Abhängigkeit von Ländern, in denen zum großen Teil wenig politische Stabilität herrscht. Dieses von Kritikern gerne vorgebrachte Argument wird aber zum Teil dadurch entkräftet, dass wir heute im gleichen Maße von Öl- und Gas-liefernden Ländern abhängig sind und laut dem Projekt aus Afrika auch nur 15% der Energie kommen sollen. Der Löwenanteil von 85% der Energie sollte demnach aus Erneuerbaren Energien in Europa stammen.

Weitere Informationen zum Projekt “Desertec” finden sich u.a.:

- Wüstenstrom - Die Sonne über der Sahara löst das Energieproblem
- Energie - Europa entdeckt Afrika
- Firmenkonsortium will für 400 Milliarden Euro Solarkraftwerke in der Wüste bauen
- Desertec: Deutsche Konzerne schliessen sich zusammen
- Scheer kritisiert Wüstenstrom-Pläne der Konzerne
- Trans-Mediterranean Renewable Energy Cooperation bei Wikipedia
- Homepage der Desertec Foundation

 
 
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Kategorie(n): Solarenergie
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