Veröffentlicht am 19. August 2009,
Kategorie(n): Sonstiges
Sommerzeit ist Reisezeit und beim Gedanken an Strand, Meer und Urlaubsgefühle werden die Auswirkungen auf Klima und Umwelt schnell vergessen. Im Rahmen der Studie “Der touristische Klima-Fußabdruck 2009″ hat der WWF aus diesem Grund den Klima-Fußabdruck für sieben Beispielurlaube berechnet, die für die Reisegewohnheiten der Deutschen typisch sind. Ergebniss ist, dass ein zweiwöchiger Urlaub auf Mallorca pro Person mehr als eine Tonne CO2 verursacht und unser Klima damit ebenso sehr schädigt wie ein Jahr Autofahren. Der Löwenanteil der Emissionen wird durch die Hin- und Rückreise verursacht, was das Beispiel des Mallorcaurlaubs zeigt: Von durchschnittlich ca. 1220 Kilogramm CO2 entfallen bei der Mallorcareise alleine knapp 925 Kilogramm auf die An- und Abreise eines jeden Reisenden.
“Die Wahl des Verkehrsmittels sowie die Entfernung zum Zielort spielen die bei weitem größte Rolle”, so WWF-Tourismusexpertin Petra Bollich. “Leider ist das Reiseverhalten der Deutschen kein Vorbild für andere Länder. Würden alle Menschen wie die Deutschen reisen, würden sich die weltweiten Reiseemissionen vervierfachen. Es wird höchste Zeit, dass sich der touristische Klima-Fußabdruck deutscher Urlauber und Reiseanbieter deutlich verringert.”
Klimawandel, Erderwärmung und ein daraus wachsendes Umweltbewußtsein lassen allerdings einen Trend zu klimaschonenderem Reisen erkennen. Laut einer repräsentativen Befragung im Rahmen der WWF-Studie wollen immer mehr Deutsche umweltbewusst verreisen. Ganze 43 Prozent wollen demnach, als Beitrag zur Reduzierung der CO2-Emmissionen künftig “ein Urlaubsziel in der Nähe wählen”, oder haben das bereits getan. 20 Prozent der Befragten äußerten die Absicht, künftig nur noch Reisen zu buchen, die Umweltstandards berücksichtigen.
“Immer mehr Verbraucher wollen umweltschonend reisen, und diesem Wunsch muss die Tourismusbranche nachkommen”, so Petra Bollich vom WWF. “Die Unternehmen müssen viel mehr Angebote entwickeln, in denen der Klimaschutz berücksichtigt wird. Darüber hinaus fordern wir mehr Transparenz bei Reisen, was die Klimarelevanz angeht. Eine deutliche Kennzeichnung der CO2-Emmissionen würde dem Verbraucher eine bewusste Entscheidung für eine umweltverträgliche Reise ermöglichen”.
Der Tourismus ist weltweit für fünf Prozent aller Treibhausgasemissionen verantwortlich, allerdings entfallen diese nicht zu gleichen Teilen auf jeden Reisenden. Denn während nur drei Prozent aller Reisen Fernreisen per Flugzeug sind, sind diese aber für 17 Prozent der klimaschädlichen Emissionen im Tourismus verantwortlich. Da Emissionen in großen Höhen den Treibhauseffekt weitaus stärker anheizen als der Kohlendioxidausstoß am Boden, wiegen die Klima-Auswirkungen des Flugverkehrs deutlich schwerer.
Weitere Informationen sind unter “Zwei Wochen Mallorca verursachen eine Tonne CO2” sowie “Umweltverträglicher Tourismus - Gut für Mensch und Natur” auf den Seiten des WWF zu finden. Auf Klima-Wandel.com stehen außerdem “10 Tipps zum Klima- und Umweltschutz im Urlaub“