Veröffentlicht am 8. Dezember 2009,
Kategorie(n): Gebäude
Während in Kopenhagen Experten und Politiker die internationalen Lösungen im Kampf gegen den Klimawandel beraten, zeigt die vom Bundesumweltministerium geförderte Kampagne “Klima sucht Schutz” Klimaschutz der praktischen Art: Mit dem neuen “Passivhaus-Spezial” und verschiedenen Energiespar-Ratgebern werden Endverbraucher informiert, wie sie persönlich von der Passivhaus-Bauweise im Neu- und Altbau profitieren können und von welchen vorbildlichen Praxisbeispielen sie abschauen können.

Drei der insgesamt 15 Energiespar-Ratgeber der Klimaschutzkampagne wurden um verschiedene Optionen zum Passivhausstandard erweitert. Im Ratgeber “Heizkosten im Neubau” haben angehende Bauherren von Wohngebäuden neben dem schnellen Vergleich verschiedener Heizsysteme jetzt zusätzlich auch die Möglichkeit, die Energiebilanz und Wirtschaftlichkeit eines Passivhauses zu prüfen. Besonderheit eines Passivhauses ist, dass es ohne separates Heizsystem auskommt. Schnell und unkompliziert können Nutzer die individuelle Höhe der nötigen Investitionen sowie der laufenden Verbrauchs- und Betriebskosten in Erfahrung bringen. Auch die CO2-Emissionen der ausgewählten Systeme werden gegenübergestellt. Die aktuelle Energieeinsparverordnung (EnEv) verlangt beispielsweise für ein neu gebautes Einfamilienhaus einen jährlichen Heizwärmebedarf von höchstens 95 Kilowattstunden pro Quadratmeter. Mit weniger als 15 Kilowattstunden pro Quadratmeter liegt der Energiebedarf eines Passivhauses bei nur einem Bruchteil dessen, was in Zeiten steigender Energiepreise bares Geld ausmacht.
Passivhaus-Modernisierungen im Altbau lohnen sich
Der “Modernisierungsratgeber” bietet nach der Bewertung des Energieverbrauchs des bestehenden Gebäudes an, Passivhauskomponenten als Modernisierungsmaßnahmen auszuwählen. Auch in Bestandsgebäuden können sich diese Maßnahmen lohnen, wie Tanja Loitz, die Geschäftsführerin der gemeinnützigen co2online GmbH, Trägerin der Klimaschutzkampagne,
erklärt: “Ein durchschnittliches Einfamilienhaus hat einen Energieverbrauch von 180 Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr. Mit den üblichen Modernisierungsmaßnahmen nach EnEv-Standard können die Eigentümer diesen Verbrauch auf ca. 70 kWh reduzieren. Nach der
Modernisierung mit Passivhauskomponenten werden nur noch 10 bis 20 kWh verbraucht.” Wie sich diese enorme Energie- und damit Kosteneinsparung zu den Investitionskosten verhält und was das für die CO2-Emissionen des Gebäudes bedeutet, ermittelt der “Modernisierungsratgeber” für jeden Nutzer individuell. Den Abschluss der Beratung bilden jeweils regionale Adressen von Handwerkern und Energieberatern, mit denen das Bau- oder Modernisierungsvorhaben dann gemeinsam umgesetzt werden kann.
Erfolgreiche Projekte sagen mehr als tausend Worte und so wurde das “BestPractice Archiv” um 25 Objekte erweitert. Wer sich also zunächst über bereits realisierte Passivhausprojekte informieren will, findet ab sofort schnelle Hilfe. Dem interessierten Nutzer stehen umfangreiche Informationen sowohl über neu gebaute Passivhäuser als auch modernisierte Altbauten zur Verfügung. Für die Suche in einer bestimmten Region kann man sich die Projekte Postleitzahl-gesteuert anzeigen lassen. Die Kontaktdaten der ausführenden Architekten und Planungsbüros werden ebenfalls angeboten.
Zusätzlich bietet die Kampagnenwebsite im Rahmen eines Themenspezials umfangreiche Hintergrundinformationen zum Passivhaus. Die Energiespar-Ratgeber zählen zu den erfolgreichsten Instrumenten der Klimaschutzkampagne. Seit ihrem Start im Juli 2004 erzielte die Kampagne mit den kostenlosen Beratungswerkzeugen mehr als 3 Mio. abgeschlossene Online-Beratungen, die zur Vermeidung von über 2,2 Millionen Tonnen CO2 beigetragen haben.
Über die co2online gemeinnützige GmbH
Die gemeinnützige Beratungsgesellschaft co2online mbH setzt sich für die Senkung des klimaschädlichen CO2-Ausstoßes ein. Mit interaktiven Energiespar-Ratgebern, einem Energiesparkonto, Heizspiegeln, einem Klima-Quiz sowie Portalpartnern aus Wirtschaft, Medien, Wissenschaft, Politik und Verwaltung motiviert sie den Einzelnen, mit aktivem Klimaschutz auch Geld zu sparen. co2online ist Träger der Kampagne “Klima sucht Schutz” (www.klima-sucht-schutz.de), der “Heizspiegelkampagne” (www.heizspiegel.de), der “Pumpenkampagne” (www.sparpumpe.de) und des “Energiesparclubs” (www.energiesparclub.de). Alle Kampagnen werden durch das Bundesumweltministerium gefördert.