Wenn man in Deutschland wirklich sinnvoll große Mengen Energie und damit auch CO2-Emissionen einsparen will, kommt man an der energetischen Sanierung von Immobilien nicht vorbei. Denn die Gebäude in denen wir wohnen und arbeiten sind für ganze 40 Prozent des deutschen Energieverbrauchs und CO2-Emissionen verantwortlich. In der Wirtschaftskrise gab die Bundesregierung vor, über die als “Umweltprämie” bezeichnete Abwrackprämie etwas für den Klimaschutz zu tun. Mehr verkaufte Neuwagen würden schließlich das durchschnittliche Fahrzeugalter und den Durchschnitteverbrauch senken und nicht nur Gewinne in die Kassen der großen Autobauer spülen. Sinnvoller wären die Investitionen wahrscheinlich aber eher im Bereich Immobilien gewesen und so forderte der Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands Sanitär Heizung Klima (ZVSHK) Anfang letzten Jahres auch eine Abwrackprämie für alte Heizkessel statt für Autos. Damit wären zudem kleine und mittelständische Betriebe statt großer Konzerne unterstützt worden.
Fazit ist: 60 Prozent der Gebäude in Deutschland sind älter als 25 Jahre – und größtenteils energetisch unsaniert. “Wollen wir die Klimaschutzziele Deutschlands erreichen, müssen wir die Sparpotenziale von Immobilien effektiver nutzen”, erklärt Tanja Loitz, Geschäftsführerin der gemeinnützigen co2online GmbH und Initiatorin des Energiesparclubs. Durch fachmännische Modernisierungen könnten Einsparungen bei Energieverbrauch und CO2-Emissionen von bis zu 50 Prozent erreicht werden. “Durch energetische Modernisierungen lassen sich Altbauten auf den Effizienzstand von Neubauten bringen. Entscheidend ist eine kompetente Beratung im Vorfeld”, so Loitz. Gesparte Energie bedeutet für die Immobilienbesitzer übrigens nicht nur eine gute Tat für die Umwelt, sondern sparen jeden Monat auch bares Geld und werden unabhängiger von steigenden Preisen der Energieversorger.
Um den Energieverbrauch von Immobilien zu reduzieren, müssen auch nicht gleich fünfstellige Summen in die Hand genommen werden. Der Energiesparclub (www.energiesparclub.de) stellt ein paar Beispiele vor, mit welchem Budget man was machen kann, um die Immobilie in Zukunft ein wenig sparsamer zu machen:
- Ca. 150 Euro: Dämmung der Rohrleitungen im Keller mit Mineralwolle oder Polyethylenschaum
Mit der Dämmung der Rohre wird verhindert, dass die Wärme sinnlos über die Rohre im Keller abgegeben wird. Die Kosten haben sich nach ca. fünf Jahren amortisiert und die Maßnahme lässt sich gut mit dem Dämmen der Kellerdecke verbinden.
- Ca. 2.000 Euro: Dämmung der Kellerdecke mit acht Zentimeter starken Dämmstoffplatten
Mit dieser Maßnahme wird verhindert, dass viel Wärme aus dem Ergeschoß durch den kalten Keller verloren geht und man muss weniger Heizen. Durch niedrigere Heizkosten amortisiert sich der Aufwand nach ca. 10 Jahren. Wärmere Füße sowie ein gutes Gewissen sind der weitere Lohn.
- Ca. 6.000 Euro: Einbau eines neuen Brennwertkessels für Warmwasserheizungen
Der Unterschied zu konventionellen Kesseln besteht darin, dass Brennwertkessel auch die Kondensationswärme des Wasserdampfes im Abgas nutzen. Brennwertkessel gibt es für Pellets, Gas- und Ölfeuerungen und alle haben gemein, dass sie weniger Energie als herkömmliche Kessel benötigen. Die Investitionen amortisieren sich aufgrund der deutlich niedrigeren Heizkosten bereits nach ca. 10 jahren.
- Ca. 20.000 Euro: Zwölf Zentimeter Wärmedämmung für Fassade und Kellerdecke
Durch die komplette Wärmedämmung werden die isolierten Räume schneller warm und kühlen langsamer aus. Das bedeutet für den Immobilienbesitzer nicht nur weniger Heizkosten sondern die neue Fassade schützt das Mauerwerk auch vor Witterungseinflüssen und sorgt für ein angenehmes Raumklima und eine wesentlich geringere Schimmelpilzgefahr.
Beispiele dafür, welche Modernisierungen Hausbesitzer mit mehr als 20.000 Euro in Angriff nehmen können und wie schnell sich diese auszahlen sowie das kostenlose Energiesparkonto, finden sich auf im Themenspecial “Modernisierung als Geldanlage” auf den Seiten des Energiesparclubs. Für eine professionelle Planung und Umsetzung bietet das kostenlose Energiesparkonto zusätzliche Hilfe: Es berechnet die Wirtschaftlichkeit von Modernisierungsmaßnahmen und hilft bei der der Suche nach geeigneten Energieberatern und Handwerkern. Der Energiesparclub ist eine Kampagne der gemeinnützigen Beratungsgesellschaft co2online mbH und wird vom Bundesumweltministerium im Rahmen der Klimaschutzinitiative gefördert.