Veröffentlicht am 2. Februar 2010,
Kategorie(n): Gebäude
Mit der energetischen Sanierung aller Gebäude in Deutschland ließe sich wahrscheinlich die größte Einsparung beim Ausstoß von Treibhausgasen erzielen. Eine flächendeckende Modernisierung der deutschen Immobilien würde demzufolge mehr CO2 einsparen als durch den Einsatz von Solaranlagen und der Produktion von sauberem Solarstrom vermieden wird. Natürlich sollte aber die eine Verbesserung die andere nicht ausschließen. Den Sinn von energieeffizienten Wohnungen und Häusern haben indes aber zumindest die deutschen Mieter begriffen: Eine repräsentative Umfrage von Immowelt.de hat ergeben, dass mehr als die Hälfte der Mieter hierzulande bereit wären, mehr Kaltmiete zu zahlen, wenn ihre Wohnung dafür besser gedämmt ist. Kein Wunder, schließließlich lassen sich damit nicht nur CO2-Emissionen sondern auch Heizkosten einsparen.

Um das Energiesparen zu unterstützen und die Kosten zwischen sich und dem Vermieter aufzuteilen, würden laut der von Immowelt.de in Auftrag gegebenen Umfrage ganze 54 Prozent der Mieter in Deutschland freiwillig mehr Miete zahlen. Somit sind inzwischen mehr Mieter bereit, ihren finanziellen Beitrag für den Klimaschutz zu leisten als noch vor zwei Jahren: Bei einer Umfrage von Immowelt.de im März 2008 hatten mehr als die Hälfte der befragten Mieter eine höhere Kaltmiete nach einer energetischen Sanierung noch abgelehnt. Das Jahr nach dem gescheiterten Klimagipfel in Kopenhagen könnte also eine Trendwende in der Gesellschaft bedeuten: Denn es scheinen jetzt mehr als die Hälfte der Menschen der Meinung zu sein, dass nach dem Scheitern der Politiker in Kopenhagen beim Klimaschutz nun jeder Einzelne gefragt ist.
Allerdings hat das (finanzielle) Engagement auch seine Grenzen. So ist die Mehrheit (59 Prozent) der Befürworter für eine Nullrunde und würde maximal so viel Mieterhöhung tolerieren, wie sie Heizkosten einsparen. Mehr als ein Drittel (35 Prozent) würde trotz höherer Miete sparen wollen. Für sie müssten die Einsparung bei den Heizkosten größer sein als der Mehraufwand für die Miete, so dass sie unter dem Strich sogar weniger monatliche Fixkosten hätten. Für Umwelt und Klima drauflegen würden lediglich 6 Prozent der Befürworter einer höheren Miete. Sie gaben an, dass sie auch eine Mieterhöhung in Kauf nehmen würden, die über der Einsparung der Heizkosten liegt. Da Miete und Nebenkosten bei vielen Haushalten aber auch bereits einen großen Teil des Nettoeinkommens auffressen, ist dieses Ergebnis auch nicht weiter erstaunlich.
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