Bereits seit Jahren betreiben einige Politiker und Menschen in diesem Land Stimmungsmache gegen die Erneuerbaren Energien und insbesondere gegen Solarstrom auf Stammtischniveau. Besonders in den Kommentaren und Diskussionen auf den Homepages der großen Magazine und Zeitungen wie Focus Online oder Welt Online wird dies oft deutlich. Dort fordern unter jedem Artikel, der irgendwie mit Öko- oder Solarstrom zusammenhängt einige ewig Gestrige, stets den Stopp der Solarförderung und den Ausbau der Kernenergie. Die Maßnahmen der Schwarz-Gelben Bundesregierung dürften ihnen wahrscheinlich nicht einmal weit genug gehen. Denn die Förderung neuer Solaranlagen auf Dächern wird vom 1. Juli 2010 an nur um 16 Prozent gekürzt werden. Auf Ackerflächen wird sie dafür aber komplett eingestellt.
Während die Forderung nach einer Senkung der Solarförderung aufgrund der deutlich gesunkenen Anschaffungspreise von Solaranlagen aus Sicht der meisten Experten richtig ist, grenzt der Glaube an den guten und günstigen Atomstrom allerdings an Verblendung. Während die Förderung von Windkraft oder Solarenergie in Deutschland von jeher im Kreuzfeuer der Kritik steht, wird über die verborgenen Subventionen von Atomstrom geschwiegen. Denn während sich die Fördersumme für sauberen und sicheren Strom im Jahr 2008 auf 4,3 Milliarden Euro für alle Erneuerbaren Energien und rund 2,2 Milliarden Euro für Solarstrom belief, wird nach Schätzungen alleine die Sanierung des maroden Atommülllagers Asse rund 2 Milliarden Euro kosten. Die Kosten tragen aber nicht die Verursacher - also die Energiekonzerne - sondern sie werden vom Bund und damit den Steuerzahlern getragen.
Dabei machen es die zwei Milliarden für die Sanierung eines der beiden deutschen Endlager auch nicht mehr aus: Schließlich wurde die Atomindustrie seit Jahrzehnten mit Subventionen und Privilegien überhäuft, von dem andere Branchen nur träumen können. Während die Betreiber von Atomkraftwerken riesige Gewinne einfuhren und immer noch einfahren, kommt für den Großteil der Kosten für Forschung, Risikovorsorge und Entsorgung der Steuerzahler auf. Laut einer Frontal 21 Sendung des Zdf würden beispielsweise Betrieb und Stilllegung kerntechnischer Forschungsanlagen in Karlsruhe rund 4 Milliarden Euro kosten und überwiegend vom Staat bezahlt. Auch für die größte Investitionsruine der Atomwirtschaft, den sogenannten Schnellen Brüters in Kalkar, kam der Bund auf. Fast 2,2 Milliarden Euro kostete das Projekt den Steuerzahler. Nicht Umweltverbände wie Greenpeace sondern das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung errechneten, dass der Bund bereits mehr als 40 Milliarden Euro für die Förderung der Atomenergie ausgegeben hat. Wenn solche Kosten vom Staat übernommen werden, erklärt sich auch, weshalb die Konzerne den Atomstrom so günstig anbieten können. Würden sie für die Kosten selbst aufkommen, wäre Atomstrom wahrscheinlich teurer als alle anderen Stromarten.
Zu den Kosten, die zum Vorteil der Betreiber und zum Nachteil der Allgemeinheit der Staat zahlt, kommen natürlich noch die Risiken, welche die Erzeugung von Atomstrom mit sich bringt sowie die ungeklärten fragen zur Endlagerung. Denn während wir bei den Erneuerbaren Energien den nachfolgenden Generationen keine Altlasten hinterlassen, wird das Atommüllproblem einfach an unsere Kinder, Enkel und deren Kinder vererbt.