Veröffentlicht am 23. März 2010,
Kategorie(n): Allgemein
Auf dem EVU Gipfel 2010, der den Titel “Die Versorgungswirtschaft im Wandel” trug, kamen vom 14. bis 16 März diesen Jahres Entscheidungsträger aus verschiedenen Energie- und Versorgungsunternehmen in Heiligendamm zusammen. In seiner Rede auf dem 2. EVU Gipfel sagte der Präsident des Umweltbundesamts, Jochen Flasbarth, vor den Branchenvertretern, dass eine vollständige Umstellung auf erneuerbare Energien machbar sei. Aus diesem Grund müsse die Branche alles daran setzen, bis zur Mitte des Jahrhunderts eine Umstellung der Stromversorgung auf 100 Prozent aus erneuerbaren Energien zu gewährleisten.
Da die fossilen Energieträger alle endlich sind, der Energiehunger der Menscheit aufgrund aufstrebender Regionen wie Asien oder Südamerika aber von Tag zu Tag wächst und das bisherige Energieverhalten der Menschen mit zu den heutigen Umwelt- und Klimaproblemen geführt hat, sind regenerative Energien der einzige Weg zum Erhalt des Wohlstands und dem gleichzeitigen Schutz der Erde. Jochen Flasbarth sagte wörtlich vor Branchenvertretern: “Eine Modernisierung der Stromversorgung kann aus meiner Sicht nur eine Stromversorgung aus 100 Prozent erneuerbaren Energien bedeuten.” Dies sei zwar ein äußerst ambitioniertes, aber unvermeidliches und grundsätzlich erreichbares Ziel. “Nicht nur der Klimawandel, sondern auch die Endlichkeit fossiler Ressourcen machen diese Modernisierung unausweichlich.”
Das für ein derart ehrgeiziges Ziel gravierende Änderungen notwendig sind dürfte klar sein. Auch, dass die Probleme nicht mit einer einzigen Technologie gelöst werden können. In seiner Rede nannte Flasbarth daher auch mehrere Vorschläge zu Maßnahmen, die ineinandergreifend eine langfristige Umstellung der Energieversorgung auf 100 Prozent erneuerbare Quellen möglich machen könnten: “Die Stromnachfrage ist durch den Einsatz innovativer und effizienter Techniken zu senken. Erneuerbaren Energien-Potentiale müssen unter Berücksichtigung und weitgehender Vermeidung der auch bei diesen Techniken bestehenden Umweltbelastungen genutzt werden. Stromnetze müssen zukunftsfähig gestaltet werden.” Für den wachsenden Anteil erneuerbarer Energien im Stromsektor müsse bereits jetzt mit einer strukturellen Veränderung des Kraftwerkparks begonnen werden. Grundlastkraftwerke auf Basis von Atom- und Kohlestrom würden immer weniger gebraucht. Dagegen seien zukünftig vor allem hochflexible Gaskraftwerke erforderlich. “Bei der Veränderung des Kraftwerkparks sollten als erstes die Atomkraftwerke, danach die Kohlekraftwerke vom Netz gehen. Gegen Mitte des Jahrhunderts können die erneuerbaren Energieträger dann auch die Gaskraftwerke ersetzen und die Stromversorgung vollständig übernehmen”, meinte Flasbarth.