Veröffentlicht am 25. März 2010, Kategorie(n):Solarenergie
Der Greenpeace-Infofilm belegt, dass es theoretisch möglich wäre, den Strombedarf der Menschheit mittels sauberer Sonnenenergie zu decken. Laut Andree Böhling, Klimaexperte bei Greenpeace, haben Energieexperten berechnet, dass Solarthermische Kraftwerke auf einer Fläche von nur zwei Prozent der Sahara ausreichen würden um den gesamten Strombedarf der Menschheit zu decken. Damit wäre das Energieproblem ohne Raubbau an den natürlichen ressourcen und Millionen von Tonnen an Emissionen lösbar - zumindest theoretisch.
Wie auch beim geplanten, gigantischen Solarprojekt Desertec setzt man auf Solarthermie statt auf Photovoltaik. Hintergrund ist, dass solarthermischer Strom deutlich günstiger erzeugt werden kann als Sonnenstrom aus Photovoltaikanlagen und auch in viel größeren Mengen. Laut einem Artikel der Neuen Züricher Zeitung lässt sich in einem Solarthermie Kraftwerk mit einer Spiegelfläche von einem Quadratkilometer in sonnenreichen Gegenden genauso viel Strom erzeugen wie mit einem gasbefeuerten 50-Megawatt-Kraftwerk.
Dabei geht es nicht um irgendwelche Fiktionen für die Zukunft: In der Nähe von Sevilla, einem der heissesten Orte Europas, ist bereits seit 2007 ein Solarturmkraftwerk mit einer elektrischen Leistung von 10 Megawatt in Betrieb, ein Jahr später folgte ein größeres Kraftwerk mit einer Leistung von 20 Megawatt. Bis zum Jar 2013 soll der Solucar Solar Park noch deutlich erweitert werden und ganz Sevilla mit sauberem Strom versorgen. Das besondere an diesen Turmkraftwerken ist außerdem, dass zum ersten mal Speichertechnik in großem Maßstab eingesetzt wird, was die Versorgungslücke bei Solarstrom z.B. an Regentagen und in der Nacht decken kann.
Eine weitere Technologie der Solarthermie sind Parabolrinnenkraftwerke, an denen zur Zeit Dr. Christoph Richter vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt arbeitet. Er leitet seit 16 Jahren die Solarforschung in Spaniens Testzentrum und einem der führenden Forschungszentren für Solarenergie weltweit. Seine Vision deckt sich mit der von Greenpeace: Günstiger und grüner Strom mit Hilfe der Sonne.
Bis Solarkraftwerke in Wüsten ein Viertel des Strombedarfs der Menschheit decken dürfte wohl noch etwas Zeit vergehen, in vielen regionen ist man aber inzwischen auf dem richtigen Weg. So werden u.a. in Algerien, Ägypten und Marokko gerade drei Solarthermische Kraftwerke gebaut und weitere 20 Anlagen sind in Planung. Sollte das Desertec-Konzept umgesetzt werden, würden hunderte hinzukommen, was nach einer Studie von Greenpeace zusätzlich auch Arbeitsplätze schaffen würde. Übrigens auch in Deutschland, wo damit laut Greenpeace rund 240.000 neue Arbeitsplätze entstehen könnten. Wüstenstrom wäre also ökologisch und ökonomisch ein Gewinn für die Menschen.