Veröffentlicht am 31. März 2010,
Kategorie(n): Sonstiges
Egal ob Wasser, Limo oder Bier: Die Entwicklung beim Getränkeverkauf geht trotz Einwegpfand immer mehr in Richtung Einwegverpackungen wie Dosen oder Plastikflaschen. Das ungebremste Wachstum liegt vor allem am gestiegenen Marktanteil der Lebensmittel-Discounter und inzwischen ist fast jedes Getränk in PET-Verpackungen oder Einwegflaschen erhältlich. Die Bequemlichkeit für den Menschen bringt allerdings Probleme für die Umwelt mit sich: Denn trotz Sammelsystemen und Recycling zu neuen Plastikflaschen und synthetischen Textilfasern war ein komplett sauberer Verwertungskreislauf bisher nicht möglich.
Beim aktuell verwendeten mechanischen Verfahren wird das PET in der Recycling-Anlage zu Granulat verarbeitet, dass dann als Recycling-Granulat immerhin bis zu 450 Euro pro Tonne kostet. Für die Produktion neuer Plastikflaschen muss bisher aber bis zu 70 Prozent einwandfreies Granulat hinzugefügt werden, das bis zu 1.000 Euro die Tonne kostet. Rund die Hälfte des zurückgenommenen Plastiks ist aber generell nicht gut genug für neue Flaschen und geht nach Asien um dort in Textilfasern umgewandelt zu werden. Ein chemisches Recycling, dass zu 100 Prozent reines PET-Granulat hervorbringt war bisher aus Kostengründen nicht realisierbar.
Jetzt haben aber offenbar zeitgleich ein Unternehmen aus den USA und die deutsche Gossler Envitec GmbH ein chemisches Verfahren entwickelt, mit dem ein echter Stoffkreislauf wirtschaftlich realisierbar ist. Die zu recycelnden gemischten PET Abfälle können dabei ohne vorherige Reinigung verarbeitet und müssten lediglich zerkleinert und von anderen Kunststoffabfällen z.B. Schraubverschlüssen getrennt werden. Das deutsche Verfahren wird aktuell in Lincoln bei Sacramento getestet und vom Bundesstaat Kalifornien mit 850.000 US-Dollar finanziell unterstützt. Laut Michael Gutknecht, Geschäftsführer der Gossler Envitec GmbH, sind inzwischen bereits alle technischen Probleme gelöst und mit ca. 90 Anlagen könnten theoretisch alle Einweg-Plastikflaschen in Deutschland aufbereitet werden.
Weitere Informationen zu den Verfahren sind im Artikel “Recycling-Verfahren: PET-Flaschen für die Umwelt jetzt besser als Glas“, von Niels Boeing vom 26. März 2010 auf Welt Online nachzulesen. Was das Trinken aus Plastikflaschen allerdings langfristig für die Gesundheit bedeutet und zu welch katastrophalen Umweltproblemen der bisherige Plastikkonsum bisher geführt hat, zeigt der Film “Plastic Planet - Eine unbequeme Wahrheit über das allgegenwärtige Material Plastik” auf.