Veröffentlicht am 6. April 2010,
Kategorie(n): Allgemein
Wie Spiegel Online, Der Tagesspiegel und Zeit Online jüngst berichteten, haben die Deutschen ihre Angst vor dem Klimawandel in letzter Zeit stark verloren. Während sich im Herbst 2006 noch mehr als 60 Prozent vor den Folgen des Klimawandels gefürchtet haben, sind es heute nur noch 42 Prozent, wie eine Infratest-Umfrage im Auftrag des Nachrichtenmagazins “Der Spiegel” ergab. Neben dem stets eingebrachten Vorwurf der “Klimalüge” glaubt inzwischen sogar ein Viertel der Befragten daran, dass der Klimawandel für Deutschland mehr Vor-als Nachteile mit sich bringen wird.

Foto: © Klima-Wandel.com
Die schwindende Angst vor dem Klimawandel lässt sich vermutlich sowohl darauf zurückführen, dass Deutschland sehr günstig liegt und daher von den Auswirkungen der Erderwärmung bisher nur wenig zu spüren war und in den Berichten des Weltklimarates IPCC zuletzt gravierende Fehler aufgedeckt worden waren. Auch die Tatsache, dass der Chef des Weltklimarats IPCC, Rajendra Pachaui, zuletzt noch wegen hoher Beratungshonorare von der Deutschen Bank und anderen Konzernen in die Kritik geriet, dürfte nicht zur allgemeinen Glaubwürdigkeit beigetragen haben.
Interessant ist der Wandel vor allem aber vor dem Hintergrund, dass sich die fundamentalen wissenschaftlichen Erkenntnisse zum menschlichen Einfluss auf die Erwärmung der Erde eigentlich nicht verändert haben. Auch sollte jedem - Glaube an den menschgemachten Klimawandel hin oder her - klar sein, dass wir mit unserem jetztigen Lebensstil weit über unsere Verhältnisse leben. Denn selbst wenn der Klimawandel nicht in der prognostizierten Form eintreten sollte oder die Folgen nicht ganz so gravierend wären, kann es im Interesse der nachfolgenden Generationen, also unserer Kinder, Enkel und Urenkel nicht sein, dass wir die wertvollen ressourcen weiter in diesem rasend schnellen Tempo verschwenden und die Natur zerstören.
Außerdem sollte man ruhig einmal über die eigenen Landesgrenzen hinaus schauen. Denn auch, wenn Deutschland vielleicht sogar in einigen Bereichen vom Klimawandel profitieren könnte, sind es doch vor allem die Armen und ganz armen Länder, die der Klimawandel besonders hart treffen wird. Die zehn am schlimmsten betroffenen Länder des Klimawandels sind laut einer Studie von Germanwatch: Bangladesch, die Demokratische Republik Korea, Nicaragua, Oman, Pakistan, Bolivien, Papua-Neuguinea, Vietnam, Griechenland und Tadschikistan. Auch wenn Deutschland, Österreich oder die Schweiz nicht darunter sind, kann und darf es nicht sein, dass andere Regionen der Erde unter dem Verhalten in den reichen und reichsten Nationen leiden müssen.
Der Bericht zur SPIEGEL-Umfrage “Deutsche verlieren Angst vor Klimawandel” vom 27. März 2010 ist auf Spiegel Online oder unter “Deutsche haben Angst vor Klimawandel verloren” auf dem Tagsspiegel nachzulesen. Weitere Informationen zum Thema sind auf der Übersichtsseite Klimawandel hier auf Klima-Wandel.com zu finden.