Veröffentlicht am 9. April 2010,
Kategorie(n): Gebäude
Wer im Winter nicht frieren sondern es wohlig warm haben möchte, der kommt nicht darum herum die Heizung aufzudrehen. Die Heizperiode belastet aber nicht nur Umwelt und Klima mit schädlichen Emissionen sondern aufgrund der stetig steigenden Energiepreise auch mehr und mehr den Geldbeutel. Ein Ende ist indes nicht in Sicht, im Gegenteil: Experten sind sicher, dass sich die Energiepreise in den kommenden fünf bis sieben Jahren verdoppeln werden. Kein Wunder also, dass Systeme, die Energieeinsparungen ermöglichen und regenerative Energiequellen nutzen, so gefragt sind wie nie zuvor.

Foto: © Klima-Wandel.com
Dabei ist das Heizen im Winter nur die eine Seite der Medaille. Schließlich werden umgekehrt die Räume in vielen Wohnungen, Häusern und Büros an heissen Sommertagen gekühlt. Schon früh überlegten daher findige Menschen, wie und ob sich die Wärme des Sommers für die nächste Heizperiode bzw. die Kälte des Winters für den folgenden Sommer wirtschaftlich speichern lässt. Im Mittelalter bauten die Menschen Eisgruben und später Eishäuser, um Fleisch und verderbliche Waren im Sommer zu kühlen. Im 19. Jahrhundert lagerten Brauereien das Bier in riesigen Eiskellern und stachen dazu im Winter Eisplatten aus Teichen. Wie viele andere gute und alte Ideen, lässt sich auch dieses Prinzip mit modernster Technik in Form des “SolarEis-Systems” neu umsetzen und sorgt so für optimale Energieeffizienz: Wer Emissionen und Geld sparen will, der kühlt daher nicht nur, sondern heizt jetzt auch mit Eis.
Das Heizen mit Eis klingt zwar im ersten Moment paradox, entspricht aber einem physikalischen Grundprinzip: Während der Heizperiode entzieht man Wasser in einem künstlich angelegten und unterirdischen Speicher so lange die darin enthaltene Wärme, bis es zu Eis gefriert. Danach kann man die im Eis gebundene Kristallisationsenergie zum Heizen nutzen. Wechselt das System im Sommer vom Heiz- in den Kühlbetrieb, wird dem Eis die Kälte entzogen, um damit die Räume zu kühlen. Ohne energetischen Zusatzaufwand kann die im Eis gespeicherte Kälte also zur Klimatisierung der Gebäude genutzt werden. Die dem Gebäude entzogene Wärme wird gleichzeitig dem unterirdischen Eisspeicher zugeführt, so dass sich das Eis im Laufe der Zeit immer mehr erwärmt und taut. Übrig bleibt “nur” Wasser: Das System regeneriert sich somit von selbst und ist bereit für die kommende Heizperiode.
Die hierbei gewonnene Energie ist äußerst leistungsfähig und kann Einfamilienhäuser bis hin zu großen Gewerbeimmobilien wärmen – je nach Jahreszeit und Bedarf. Da von einem unterirdischen Wasser-Speicher keine Gefahren für das Grundwasser ausgehen, entfällt die Notwendigkeit einer Genehmigung und Bohrung wie bei geothermischen Wärmepumpenanlagen. Das System schützt aber ebenfalls die Umwelt, da die CO2-Belastung beim Heizen und Kühlen mit Eis nahezu gleich null ist. Die Technik des Wasser-Eis-Speichers gilt daher als besonders umweltfreundlich und sicher.
Alexander von Rohr, Geschäftsführer der Firma isocal aus Friedrichshafen, entwickelt u. a kleinere Eisspeicher für Einfamilienhäuser und ist sich sicher: “Einen Eiskeller zuhause im Garten zu haben, wie die Generation unserer Großeltern das kannte, kann auf diesem Wege wieder zum Alltag werden.” Das Unternehmen kombiniert in einem “SolarEis-System” insgesamt fünf natürliche, regenerative Energiequellen wie Wasser, Eis, Luft, Erdwärme sowie Sonnenenergie und garantiert dadurch maximale Unabhängigkeit von fossilen Brennstoffen.
Über das SolarEis-System
Das SolarEis-System wurde 2006 mit dem Innovationspreis der deutschen Gaswirtschaft ausgezeichnet. Damit wurde ein Heizsystem prämiert, das Umweltfreundlichkeit mit niedrigen Betriebskosten und höchstem Komfort kombiniert. Bis zu fünf regenerative Energiequellen speisen das System und machen es damit zu einem der umweltschonendsten und effizientesten Heizsysteme. Die Investitionskosten liegen dabei nicht höher als bei einer Wärmepumpe mit Erdwärmesonde. Weitere Informationen finden Sie unter www.isocal.de.