Veröffentlicht am 29. April 2010,
Kategorie(n): Sonstiges
Kinder haben meist ihre eigene Sicht der Dinge und ihre eigene Vorstellung von einer gerechten Welt. Es ist eine Sicht, die noch nicht von Politik, Medien, Konsumgesellschaft und Geldgier verdorben wurde und die der Wahrheit wohl näher kommt als jede Ansicht eines Vertreters beim Weltklimagipfel. Im Rahmen der Schülerinitiative “Plant-for-the-Planet” fassen sie ihre Ansicht in einfachsten Worten zusammen: “Jedes Kind muss doch mit der Geburt das gleiche Verschmutzungsrecht bekommen und wenn wir im reichen Norden mehr CO2 raus pusten wollen, dann müssen wir den anderen eben Teile ihrer Rechte abkaufen und dafür zahlen. Dann müssen nicht mehr so viele Kinder verhungern und alle Menschen zusammen würden nur noch so viele Treibhausgase produzieren, wie Wälder und Meere aufnehmen können. Wir Kinder nennen das Klimagerechtigkeit.”

Foto: Plant-for-the-Planet
Kinder wollen eine Million Bäume in jedem Land von Argentinien bis Zimbabwe pflanzen
Die Initiative “Plant-for-the-Planet” hat es sich zum Ziel gesetzt, in jedem Land der Erde eine Million Bäume zu pflanzen. Diese sollen nicht nur CO2 binden und so einen aktiven Beitrag zum Klimaschutz leisten sondern vor allem auch ein Zeichen für die weltweite Klimagerechtigkeit setzen. Während das Pflanzen von ein paar Bäumen pflanzen durch ein paar Kinder vielleicht nicht viel bewirken kann, so könnte der Zusammenschluss von Kindern rund um den Globus und das Pflanzen von Millionen Bäumen die Welt verändern.
Der millionste Baum in Deutschland wird am 4. Mai im Rahmen des “Petersberger Klimadialogs” gepflanzt
In Deutschland ist das hochgesteckte Ziel bald erreicht, denn am 4. Mai 2010 soll in Bonn im Rahmen des “Petersberger Klimadialogs” bereits der millionste Baum gepflanzt werden. Auf dem Petersberg treffen sich von 2. bis 4. Mai 2010 die Umweltminister aus 45 Ländern zur Vorbereitung des Klimagipfels im Dezember 2010 in Cancun, Mexiko. Die Kinder von Plant-for-the-Planet haben erreicht, dass ihre Pflanzaktion offizieller Programmpunkt des Petersberger Klimadialogs ist und die Umweltminister gemeinsam mit ihnen um 14:00 Uhr den millionsten Baum vor dem Tagungshotel pflanzen.
Das Konzept der Kinder als Klimabotschafter
Da es die Kinder und kommenden Generationen und nicht die heutigen Erwachsenen sein werden, die unter dem Klimawandel leiden müssen, haben sie das heft selbst in die Hand genommen. Allein in Deutschland haben die Beteiligten mehr als 1.000 andere Kinder im Alter von 10-12 Jahren zu sogenannten “Klimabotschaftern” ausgebildet. Diese klären in Vorträgen über die Klimakrise auf und organisieren Baumpflanzaktionen. Wichtigster Punkt ist dabei ihr Verständnis von der Weltfamilie, die das Problem nicht tatenlos hinnimmt, sondern handelt, indem sich alle Mitglieder gemeinsam aktiv für Klimagerechtigkeit einsetzen.
Unterstützung und Anerkennung von vielen Seiten
Weltweit wird die Initiative “Plant-for-the Planet” vom United Nations Environment Programme (UNEP) unterstützt und auch in Deutschland finden sich bekannte Unternehmen als Förderer. So unterstützen der Hybrid-Pionier Toyota, Hessnatur und Develey die Aktion ebenso wie die gemeinnützigen Organisationen BUND für UmwePlant-for-the Planett und Naturschutz und die Deutsche Gesellschaft Club of Rome. Im Februar diesen Jahres wurde die Schülerinitiative zudem vom Bayerischen Ministerium für Umwelt und Gesundheit mit der Staatsmedaille ausgezeichnet “Wir sind sehr stolz und glücklich, dass unsere Arbeit so gewürdigt wird”, sagt Clara, 12 Jahre, aus Augsburg. “Die Staatsmedaille ist ein deutliches Zeichen dafür, dass die Politiker uns wahrnehmen und unsere Aktivitäten sie beeindrucken.”
Wer mehr erfahren, sich beteiligen oder die Initiative mit Spenden unterstützen möchte, der wird auf der Deutschen Homepage von Plant-for-the Planet fündig.