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Öffentliches Interesse am Klimaschutz sinkt, Interesse am Energiesparen weiter hoch

Veröffentlicht am 1. Mai 2010,  Kategorie(n): Allgemein

Wie die co2online gemeinnützige GmbH berichtet, ist das öffentliche Interesse am Thema Klimaschutz im ersten Quartal 2010 gegenüber dem Vorquartal deutlich zurück gegeangen. Der Indexwert des aktuellen Klima-Barometers, der aus vier Indikatoren gebildet wird, fiel von 110 auf 68 Punkte (Durchschnitt: 100 Punkte). Als Hintergrund für das gesunkene Interesse am Klimaschutz wird zum einen die hohe Medienpräsenz durch den Klimawandel im letzten Quartal 2009 genannt, was zu einem überdurchschnittlich hohen Indexwert führte, sowie die zunehmende Kritik an der Arbeit des Weltklimarates (IPCC) in den letzten Monaten. Dr. Manfred Treber von Germanwatch erkennt zwischen dem unbefriedigenden Ausgang von Kopenhagen und der Kritik am IPCC einen Zusammenhang: “Das weitgehende Scheitern von Kopenhagen brachte einen Rückschlag. Die Gegner des Klimaschutzes bekamen Aufwind und nutzten einzelne Fehler im letzten Sachstandsbericht des IPCC geschickt aus, um die grundsätzliche wissenschaftliche Aussage über die kommende antropogene Klimaänderung in Frage zu stellen, obwohl sich kein seriöser Wissenschaftler in diese Richtung äußert.”

Öffentliches Interesse am Klimaschutz sinkt, Interesse am Energiesparen weiter hoch
Fotos: © Klima-Wandel.com

Dem gesunkenen öffentlichen Interesse am Klimaschutz steht aber ein weiter sehr hohes privates Interesse am Energiesparen gegenüber. Die Energiepreise (Benzin, Heizöl, Gas und Strom) auf hohem Niveau sorgen dafür, dass auch Menschen, denen an Umwelt- oder Klimaschutz eher wenig liegt, versuchen, ihren Energieverbrauch so gering wie möglich zu halten. Laut co2online kontrollieren bereits heute viele Verbraucher ihren Energieverbrauch in Wohnung oder Haus mehrmals im Jahr und würden in Zukunft zur Überwachung und Optimierung auch intelligente Verbrauchszähler einsetzen. So ergab eine Umfrage des aktuellen Klima-Barometers der gemeinnützigen co2online GmbH, dass 43 % der Umfrage-Teilnehmer monatlich oder sogar täglich ihren Energieverbrauch kontrollieren. Weitere 13 % der Befragten tun dies mehrmals im Jahr.

Digitale Stromzähler, sogenannte “Smart Meter” sind in der EU seit einiger Zeit auf dem Vormarsch und werden z.B. in Italien bereits seit dem Jahr 2000 eingesetzt. Deutschland hinkt bei dieser Entwicklung bisher hinterher, der Umfrage nach ist allerdings eine große Mehrheit (76 %) der Befragten nach bereit, die intelligenten Zähler, die mit Beginn des Jahres 2010 in Neubauten zur Pflicht wurden, zu installieren. 45 % würden dies auf jeden Fall tun und weitere 31 % zumindest dann, wenn die Zählerstände ihnen als Nutzer auch zur Verfügung gestellt und nicht nur an den Versorger übermittelt werden würden. Interessanterweise spielen Vorbehalte wegen der Gefahr von Datenmissbrauch nur für 6 % der Befragten eine Rolle. “Das ist bemerkenswert”, meint der Projektleiter des Klima-Barometers, Dr. Malte Friedrich Institut für soziologische Meinungsforschung (IsoMe), “gilt doch in der öffentlichen Diskussion bisher der Datenschutz als eines der zentralen Probleme von intelligenten Zählern. Für die Verbraucher selbst steht der Datenschutz der Nutzung von Smart Metern offensichtlich nicht entgegen.”

Das hohe Interesse am Energiesparen führt zwangsläufig auch zu einem reduzierten Verbrauch an Ressourcen sowie einer Reduktion der Emissionen, auch wenn es dabei mehr um das eigene Portemonnaie als um den Schutz von Umwelt oder Klima geht. Beim Energiesparen muss es auch nicht darum gehen, den wirklich notwendigen Energieverbrauch und damit die eigene Lebensqualität einzuschränken (z.B. Heizen im Winter), sondern Energie effizienter zu nutzen, indem man sinnlose Energieverschwendung wie z.B. Heizen bei offenem Fenster oder stundenlangen Stand-By-Betrieb von Elektrogeräten vermeidet. Auch sollte man bei Neuanschaffungen auf den Energieverbrauch eines Geräts achten und nur Modelle mit Energieeffizienzklasse A oder noch besser A+ bzw. A++ kaufen. Dadurch schützt man nicht nur unsere Erde sondern spart auch bares Geld - denn Energie ist ganz schön teuer und wird mit Sicherheit nicht billiger!

 
 
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