Veröffentlicht am 2. Mai 2010, Kategorie(n):Allgemein
Vor genau zehn Tagen, am 22. April 2010 sank die von BP betriebene Bohrplattform im Golf von Mexiko, die “Deepwater Horizon” nach einer Explosion. Bei dieser Katastrophe kamen nicht nur elf Menschen auf tragische Weise ums Leben sondern bis heute liefen Unmengen Öl ins Meer, die zehn Tage nach der Umweltkatastrophe bereits zu einem Ölteppich von 10 Quadratkilometern geführt haben. Da die Lecks in rund 1.500 Metern Tiefe noch nicht geschlossen werden konnten, rechnen Experten damit, dass diese Katastrophe das Ausmaß der bisher größten Ölpest durch das Tankerunglück der Exxon Valdez in 1989 übertreffen wird.
Auch wenn es einem angesichts dieser unfassbaren Katastrophe für Umwelt, Tiere und Menschen schwer fällt, etwas Positives zu schreiben, könnte das Sinken der Deepwater Horizon doch zu etwas gut sein. So zynisch es klingen mag, der Zeitpunkt war zumindest passend, da der US-Präsident Barack Obama erst vor kurzem in Aussicht stellte, Ölbohrungen vor der Ostküste Virginias und an weiteren Stellen im Golf von Mexiko nun doch zu genehmigen. Wie die FTD schrieb, war sein Argument gegen die Umweltschützer und zugunsten der Ölkonzerne, dass die Bohrungen dank neuer Technik schließlich viel sicherer geworden seien.
Die durch die Deepwater Horizon ausgelöste Katastrophe sollte alle Menschen und allen Voran die Entscheidungsträger wie Präsident Obama davon überzeugen, dass eine radikale Änderung in der Energiepolitik dringend notwendig ist. Die Politik muss sich endlich aus der Fuchtel der Ölmultis und Energieriesen befreien und konsequent auf erneuerbare Energien setzen. Nur so können künftige Katastrophen wirklich vermieden werden. Aber auch jeder Einzelne sollte sich fragen, ob es unsere Bequemlichkeit, unsere Gier und der Wunsch nach Erhalt des Status Quo wert ist, dass solche Katastrophen in Kauf genommen werden. Die Senkung unseres Energieverbrauchs und die Umstellung auf die verschiedendsten Arten der regenerativen Energien können die einzige Antwort für eine lebenswerte Zukunft sein. Das und nicht weniger sind wir den nächsten Generationen schuldig.