Veröffentlicht am 24. Mai 2010, Kategorie(n):Sonstiges
Seit der schlimmsten Umweltkatastrophe durch den Untergang der Deepwater Horizon vor mehr als einem Monat (!) laufen jeden Tag mehr als 800.000 Liter Öl in den Golf von Mexiko. Die rieisige Öl-Wolke unter dem Meeresspiegel treibt auf die Küste der USA zu und tötet auf ihrem Weg Tiere und Pflanzen. Seit dem Wochenende spricht auch der Betreiber BP, einer der mächtigsten Konzerne der Welt, von einer “katastrophalen” Situation. Währenddessen wächst bei den Betroffenen ebenso wie in Politik und Bevölkerung der Unmut darüber, dass es BP bisher nicht gelungen ist, die Lecks am Meeresboden zu verschließen und die Umweltverschmutzung zu stoppen.
Angesichts der unvorstellbaren Umweltkatastrophe, die die Deepwater Horizon im Golf von Mexiko ausgelöst hat, fordert der WWF ein Aussetzen weitere neuer Bohrvorhaben auf See – insbesondere für unmittelbar bevorstehende Bohrungen in den arktischen Gewässern vor Alaska. Trotz der Tatsache, dass das Öl weiter ungehindert das Meer verseucht und die enormen Risiken der Offshore-Ölförderung aufgezeigt hat, sollen am 1. Juli 2010 Explorationsbohrungen in der Arktis durch Shell beginnen. Dabei sollte vor dem Start jeglicher neuer Bohrungen in US-Gewässern nach Ansicht des WWF die vollständige Aufarbeitung der “Deepwater Horizon” Katastrophe durch die eingesetzte unabhängige Kommission erfolgen und strengere Sicherheitsvorschriften erlassen werden. Tragischerweise wurden bereits fast 700 Lizenzen für die Beaufort- und Tschuktschensee vor Alaskas Küsten vergeben und das Förderschiff “Frontier Discoverer” von Shell startet bereits heute nach Alaska.
Dass trotz der Deepwater Horizon Katastrophe in noch unzugänglicheren Gebieten wie der Arktis einfach wie bisher weitergemacht wird ist einfach unverantwortlich. “Während man im Golf vom Mexiko noch verzweifelt darum kämpft, die aktuelle Katastrophe unter Kontrolle zu bekommen, wird in Alaska der Startschuss für einen neuen Öl-Rausch in der empfindlichen Arktis abgefeuert,” sagt dazu WWF-Meeresschutzexperte Stephan Lutter. “Wer jetzt die gleiche Technik ohne umfassende Fehleranalyse unter eisigen, extremen Bedingungen der Arktis einzusetzen will, spielt ökologisches Roulette.”