Veröffentlicht am 14. Juni 2010,
Kategorie(n): Gebäude
Wenn man bei Unternehmen wie Volkswagen oder Toyota an Energieeffizienz und Umweltfreundlichkeit denkt, fallen einem zwangsläufig erst einmal Verbrauch und Emissionen der angebotenen Fahrzeuge an. Dabei tragen die Umwelteigenschaften der Autos selbstverständlich dazu bei, ob ein Autohersteller eine nachhaltige Geschäftspolitik betreibt, allerdings sind die CO2-Emissionen und Anstrengungen bei den alternativen Antrieben nicht der einzige wesentliche Faktor (wie auch der Beitrag zu Mitsubishi und der Pebble Mine zeigt). Gerade im Bereich der Produktion besteht ein enormer Energieverbrauch und auch der Betrieb der Autohäuser lässt sich noch einiges optimieren. Alleine mit der Initiative “Green IT” bei Volkswagen konnte der Konzern die Energieeffizienz in seinen Büros deutlich steigern und so den Jahresenergiebedarf von rund 1.400 Haushalten einsparen.

Foto: Volkswagen
Nun gab Volkswagen bekannt, dass das Werk Braunschweig als weltweit erster Produktionsstandort die Vorgaben der seit 2009 gültigen Norm DIN EN 16001 erfüllt. Diese Norm beschreibt die Anforderungen an ein Energiemanagementsystem in der Produktion, das darauf abzielt, den Energieverbrauch kontinuierlich zu reduzieren. In Zahlen können im Werk Braunschweig dadurch rund 10.000 Tonnen CO2 pro Jahr eingespart werden. Am 10. Juni 2010 erhielt VW offiziell vom TÜV Nord das DIN EN 16001-Zertifikat für Energiemanagementsysteme in der Produktion am ältesten Volkswagen Standort. Die Menge an eingespartem CO2 entspricht in etwa der Menge CO2, die 1.000 deutsche Verbraucher pro Jahr produzieren und weitere Schritte zur Emissionssenkung befinden sich in Braunschweig bereits in der Umsetzung.
Auch der größte Autohersteller der Welt feierte Ende letzter Woche eine Premiere: In Weil am Rhein wurde Deutschlands erster komplett nachhaltiger Toyota-Betrieb des Autohauses Schultheiß eröffnet. Laut Dr. Ivo Mersiowsky, Leiter des Bereiches Nachhaltigkeitsmanagement bei der DEKRA, setzt es als erstes nach BREEAM zertifiziertes Autohaus in Deutschland neue Maßstäbe für nachhaltiges Bauen. Die Bewertung eines Gebäudes nach dem BREEAM-System gibt Aufschluss über die Leistung eines Gebäudes unter Nachhaltigkeits-Gesichtspunkten, von der Planung über die Ausführung bis hin zur Nutzung. Geprüft werden folgende Bereiche: Energie- und Wasserverbrauch, Verschmutzung, Abfall und Materialien, Flächennutzung, Verkehr sowie Management und Gesundheit und Wohlbefinden. Das Autohaus ist einer von vier Pilotbetrieben der Initiative, das gesamte Händlernetz in Europa nachhaltiger zu machen. Damit ist Toyota der erste Automobilhersteller mit einer Umweltinitiative auf Händlerebene.

Foto: Toyota
Kernstück des neuen Schultheiß-Betriebes ist die Erdwärmeheizanlage. Weitere Maßnahmen, wie eine Photovoltaikanlage, besondere Isolierung und Ausrichtung des Gebäudes, die eine Klimaanlage überflüssig macht, sowie eine moderne Heizungs- und Beleuchtungssteuerung bieten viel Einsparungspotential. Oliver Schultheiß: “Für uns ist dies der richtige Schritt zur richtigen Zeit. Beispielsweise planen wir mit nur einem Fünftel der normalerweise notwendigen Heizenergie auszukommen. Und mit unserem neuen Solar Carport der Firma SolarWorld AG sind wir für das Zukunftsthema Elektromobilität schon jetzt gut aufgestellt.”