Veröffentlicht am 21. Juni 2010,
Kategorie(n): Sonstiges
Grüne Technologien sind die Zukunft, weshalb große Konzerne vermehrt auf Klimaschutz und Green Tech setzen. Dahinter steht aber kein altruistisches Gutmenschentum sondern einfach die Erkenntnis, dass bei schwindenen Ressourcen und einer sich verändernden Haltung der Gesellschaft zu Umwelt- und Klimaschutz, mit diesen Technologien viel Geld zu verdienen ist. Als einer der Vorreiter hat der deutsche Konzern Siemens diese Tatsache jüngst mit seiner neuen, höchst energieeffizienten Gasturbinengeneration, der so genannten H-Klasse, bewiesen. Nach fast zehnjähriger Entwicklung werden sechs dieser “Weltrekord-Turbinen” an Florida Power & Light als ersten kommerziellen Kunden verkauft.

Foto: Siemens AG
Mit den besonders effizienten Gasturbinen kann der US-Energieversorger seinen Einsatz an fossilem Brennstoff in Gas- und Dampfkraftwerken (GuD) ab 2013 deutlich reduzieren. Für die gleiche Menge erzeugten Stroms benötigt die Turbine ein Drittel weniger Gas und senkt im selben Umfang die CO2-Emissionen gegenüber bisher installierten Lösungen in Gas- und Dampfkraftwerken. Verglichen mit Kohlekraftwerken lassen sich die Emissionen sogar um ganze 75 Prozent senken. Mit der Modernisierung seiner Kraftwerke erspart Florida Power & Light der Umwelt aber nicht nur Unmengen an Emissionen sondern sich selbst über den gesamten Lebenszyklus der Turbinen netto auch fast eine Milliarde US-Dollar.
“Die H-Klasse steht für höchste Ingenieurskunst und Energieeffizienz pur. Wir sind am Markt die ersten. Mit diesem Siemens-Produkt der Extraklasse helfen wir jetzt den US-Stromversorgern bei der von Präsident Barack Obama vorangetriebenen Energiewende. Weitere regionale Absatzmärkte werden wir nun angehen”, sagte dazu Siemens-Chef Peter Löscher.
Was der Weltrekord-Wirkungsgrad der H-Klasse Turbinen von gut 60 Prozent bedeutet, zeigt der Vergleich mit dem durchschnittlichen Wirkungsgrad der in den Vereinigten Staaten betriebenen kombinierten Gas- und Dampfkraftwerke (GuD). Dieser liegt bisher bei weniger als 40 Prozent, was bedeutet, dass weniger als 40 Prozent des verbrannten Gases in Strom umgewandelt wird. Würden alle Gas- und Dampfkraftwerke in den USA auf die H-Klasse von Siemens umgerüstet, würde mit derselben Menge an verbranntem Gas zusätzlicher Strom mit einem Verkaufswert von bis zu 40 Milliarden US-Dollar pro Jahr erzeugt. Oder anders gesagt: Es könnte ohne zusätzliches Gas und ohne zusätzliche CO2-Emissionen soviel Strom produziert werden, wie ihn 25 Millionen Amerikaner verbrauchen!
Die Gasturbinen sind Teil des Siemens-Umweltportfolios, mit dem das Unternehmen im Geschäftsjahr 2009 einen Umsatz von rund 23 Mrd. Euro erwirtschaftete (in 2008 noch 19 Milliarden Euro). Das macht Siemens zum weltweit größten Anbieter von umweltfreundlicher Technologie. Kunden von Siemens haben mit den grünen Produkten und Lösungen im selben Zeitraum 210 Millionen Tonnen Kohlendioxid eingespart – so viel wie New York, Tokio, London und Berlin in Summe jährlich ausstoßen. Ziel ist es, die jährlichen CO2-Einsparungen im Geschäftsjahr 2011 auf mindestens 300 Millionen Tonnen zu steigern. Das entspricht etwa dem heutigen gesamten CO2-Ausstoß der sechs Weltstädte New York, Tokio, London, Singapur, Hongkong und Rom. Allerdings setzt Siemens auch nicht ausschließlich auf Green Tech sondern auch weiterhin auf Atomkraftwerke.