In den USA, dem Land der riesigen Geländewagen und SUV stellte die Ezra Klein von der Washington Post vor ein paar Tagen in ihrem Artikel die Frage, was eine Gallone benzin kostet. Auch wenn Sprit in den USA immer noch deutlich billiger ist als in Deutschland, lässt sich diese Frage ohne Probleme übernehmen: Was kostet der Liter Benzin? Ein grosser teil wird nun einfach sagen, dass es zu viel kostet, wieder andere würden erwiedern, dass sie erst zur Tankstelle fahren müssten um dort nach dem aktuellen Preis zu sehen. Heue lag er z.B. bei rund 1,45 Euro für den Liter Super, was für den einzelnen Autofahrer wahrscheinlich eine befriedigende (oder auch ärgerliche) Antwort auf die Frage sein mag. Im grossen Gesamtzusammenhang ist er damit aber laut Klein immer noch viel zu niedrig, da der Großteil der Kosten einfach nicht enthalten ist.

Foto: US Coast Guard
Der größte Faktor wäre die Luftverschmutzung die jeden betrifft, Autofahrer oder nicht. Ausserdem der Klimawandel und die Tatasche, dass wir den kommenden Generationen keine oder nur sehr geringe Ölreserven hinterlassen. Diese Tatsache ist besonders schwierig zu bewerten, da wir dazu die Frage beantworten müssten, was uns die Zukunft unserer Enkel und Urenkel wert ist. Hinzu kommen die Kosten für menschgemachte Katastrophen wie die Deepwater Horizon Ölpest. Diese Kosten werden zum großen Teil von der Allgemeinheit getragen und nicht von denen, die sie verursacht haben - damit ist übrigens nicht nur BP gemeint, sondern alle Menschen, die Produkte aus Öl (Kraftstoff, Heizöl, Kunststoffe, etc.) benötigen. Ganz davon zu schweigen, dass die Verseuchung des Ökosystems im Golf von Mexiko und das qualvolle Massensterben von Meerestieren und Vögeln nicht mit Geld aufzuwiegen ist.
Rasant schwindende Ressourcen, Umweltverschmutzung und Klimawandel sind aber nicht die einzigen Folgen des Kraftstoffbedarfs. Auch die Abhängigkeit von Öl-exportierenden Ländern und vor allem der Krieg um das “schwarze Gold” hängen direkt damit zusammen. Oder glaubt heute wirklich noch jemand, dass die USA ihre Truppen wegen etwas anderem in den Irak gesendet haben. Hunderttausende Tote, instabile Regionen die zur Brutstätte für Terroristen geworden sind und Millionen von Flüchtlingen sind nicht nur die Tragödien unserer Zeit sondern auch Kosten, die wir nicht einfach mit einem Preisschild versehen und dem Benzinpreis zurechnen können. Beim nächsten Ärger über die “zu hohen” Benzinpreise sollte man vielleicht noch einmal darüber nachdenken. Oder wenn möglich am besten gleich mit dem Fahrrad fahren oder zu Fuß gehen!
Foto: Fotograf unbekannt, National Science Foundation, Als Werk der United States Coast Guard unterliegt das Bild der Public Domain.