Veröffentlicht am 28. Juni 2010,
Kategorie(n): Gebäude
Spätestens seit den Diskussionen um die sogenannten Pisa-Studien ist allgemein bekannt, dass der Freistaat Bayern nicht nur das flächenmäßig größte Bundesland, sondern auch eines der ehrgeizigsten ist. Im Hinblick auf die Senkung des Energieverbrauchs in öffentlichen Gebäuden scheint Bayern auch beim Thema “Energiesparen” ein Musterschüler zu sein. Diese Zwischenbilanz zog am Wochenende zumindest Bayerns Innenminister Joachim Herrmann, denn innerhalb von zehn Jahren konnte der durchschnittliche Verbrauch um rund zwanzig Prozent, der jährliche Heizwärmeverbrauch um mehr als 130 Millionen Kilowattstunden gesenkt werden. Dies entspricht einer Reduzierung der CO2-Emissionen um mehr als 30.000 Tonnen pro Jahr, in etwa der CO2-Jahresausstoß von 15.000 Autos heutigen Standards.

Foto: Würzburger Residenz / Urheber: Wolfram Esser
Rund 4.300 sogenannte ‘’energierelevante'’ Gebäude befinden sich im Besitz de des Bundeslandes und bei Investitionen in staatliche Gebäude berücksichtigt der Freistaat grundsätzlich Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz. “Es ist uns ein Anliegen, dass die Energieeffizienz unserer Gebäude deutlich über den jeweiligen gesetzlichen Anforderungen liegt. Nicht zuletzt wollen wir mit unseren Gebäuden auch unserer Vorbildfunktion gegenüber kommunalen und privaten Bauherren gerecht werden”, formuliert Herrmann die bayerischen Ziele. Der geringere Energieverbrauch lässt sich vorrangig auf effizientere Energietechnik für die Wärme- und Stromversorgung zurückführen, aber auch die energetische Verbesserung des Gebäudebestandes sowie die Verwendung regenerativer Energien gewinnen zunehmend an Bedeutung.
20 Prozent weniger Energieverbrauch sind ein Anfang, können aber noch nicht das Ziel sein. Ähnlich dürfte dies die Bayerische Staatsregierung sehen, denn das ‘’Sonderprogramm zur energetischen Sanierung staatlicher Gebäude'’ ist erst zwei Jahre jung. Es wurde 2008 im Rahmen des Klimaprogramms Bayern 2020 initiiert. Bis 2011 werden hierfür 150 Millionen investiert. Bereits heute setzt sich die Staatsbauverwaltung mit Standards auseinander, deren Einführung die EU für Ende des kommenden Jahrzehnts vorsieht. In einer Pilotphase plant und realisiert der Freistaat Gebäude im so genannten ‘’Passivhausstandard'’.
Foto: Würzburger Residenz vom Hofgarten aus fotografiert, von Wolfram Esser. Es wurde unter GFDL lizenziert.