Veröffentlicht am 9. Juli 2010, Kategorie(n):Sonstiges
Die Ölkatastrophe, die durch das Sinken der Ölbohrinsel Deepwater Horizon verursacht wurde ist bereits heute die schlimmste ihrer Art. Nachdem es immer noch keine konkreten Pläne zum Verschließen des Lecks am Meeresgrund gibt, könnte aber alles noch viel schlimmer kommen. Wie eine Simulation des National Center for Atmospheric Research (NCAR) zeigt, besteht das Risiko, dass das giftige Erdöl von der Meeresströmung über den Gol von Mexiko hinaus in den Atlantik getragen wird. Dort könnte es ebenfalls Küsten auf Jahre verschmutzen sowie sogenannte Todeszonen auf offener See bilden. Währenddessen scheint sich ein Teil der Menschheit bedauerlicherweise nur für finanzielle oder andere persönliche Probleme aus der Ölkatastrophe zu interessieren.
Die Sorge der britischen Regierung um das Wohlergehen des Verursachers BP und die angekündigten Notfallpläne sprechen genau dieselbe makabere Sprache wie Berichte über die finanziellen Verluste oder das Sinken des Aktienkurses von BP. Vor dem Hintergrund einer jahrzehntelangen Vergiftung der Umwelt duch die Gier der Menschen nach Öl und hunderttausenden oder gar Millionen qualvoll verendeter Tiere dürfte die zum Teil befürchtete Angst vor steigenden Preisen für Fisch und Meeresfrüchte jedem normal denkenden Menschen einfach nur als geschmackloser Witz erscheinen. Auch die Sorge oder Beschwerden über einen verdorbenen Sommerurlaub an Floridas Küsten, die vereinzelt im Internet zu finden sind, drücken wohl ein fehlendes Verständnis für den Gesamtzusammenhang oder völlig fehlenden Respekt vor unserer Erde aus.
Insgesamt scheinen sich auch die Hoffnungen, dass die Katastrophe der Deepwater Horizon vielleicht die Energiewende bringt, zu zerschlagen. Statt die Anstrengungen zu verstärken, wie die Menschheit insgesamt unabhängig von fossilen Energieträgern wie Erdöl werden kann und so solche Tragödien ausgeschlossen werden, überlegen Energiekonzerne und manche Staaten schon, wie man die Ressourcen noch stärker ausbeuten kann: Statt weniger wird aus kurzfristiger Profitgier einfach noch mehr nach Öl gebohrt. Anstelle von mehr Energieeffizienz heißt es lieber “Weiter wie bisher” und “Wirtschaftswachstum vor allem anderen”.