Veröffentlicht am 11. August 2010,
Kategorie(n): Allgemein
In unserer Gesellschaft fragt sich manch einer, wieso die Welt so ungerecht ist und hat dabei doch nur den schicken Mercedes oder den großen Flachbildfernseher des Nachbarn im Blick. Vielleicht mag der Einkommensunterschied als große Ungerechtigkeit empfunden werden, das globale und wirklich Ungerechte ist er mit Sicherheit nicht. Denn der ungehemmte Konsum und die Gier nach Wirtschaftswachstum in den reichen Ländern bei gleichzeitiger Ausbeutung des Großteils der Erdbevölkerung ist die wahre Ungerechtigkeit dieser Welt. So sind laut dem “Worldwatch”-Institut und einem Bericht vom Januar 2010 auf Welt Online gerade einmal 7 Prozent, also rund 500 Millionen Menschen, für die Hälfte des Ressourcenverbrauchs und der ausgestoßenen Treibhausgase verantwortlich.

Foto: D’Arcy Norman
Preissenkungen die noch mehr Einkäufe möglich machen, eine gestiegene Konsumlaune oder Umsatzrekorde der deutschen Industrie - allen voran der deutschen Autohersteller - aufgrund des Exports werden hierzulande von Politikern, Medien und Bürgern gefeiert werden. Dabei vergrößern sie nicht nur unseren kurzfristigen Wohlstand, sondern sie verstärken vor allem die Ungerechtigkeit und beschleunigen die Zerstörung unserer Lebensgrundlagen. Nach Ansicht des “Worldwatch”-Instituts kann daher auch nur ein grundsätzlicher Wandel unseres Konsumverhaltens (der Industrienationen und zunehmend auch der Schwellenländer) die schlimmsten Folgen des Klimawandels aufhalten. Denn während die Weltbevölkerung von 1960 bis 2006 “nur” um das 2,2-fache gestiegen ist, haben sich die weltweiten Ausgaben für Waren und Dienstleistungen auf 30,5 Billionen Dollar versechsfacht.
Die schlimmste Nation in Hinsicht auf Ressourcenverbrauch, Energieverschwendung und Emissionen bleiben die USA: Auf die Bürgerinnen und Bürger der USA entfielen in 2006 rund ein Drittel des globalen Konsums, dabei stellen sie nur fünf Prozent der Weltbevölkerung, wie es in dem Bericht heißt. Vor dem Hintergrund endlicher Ressourcen, einer immer ausgebeuteteren Natur sowie dem Klimawandel mit seinen immer extremeren Wetterphänomenen müsse endlich klar werden, dass Kaufen nicht zu Glück, Zufriedenheit und gesellschaftliche Akzeptanz führe.
Weitere Informationen sind im Bericht “Ausartender Konsum ist Klimakiller Nummer eins” vom 13. Januar 2010 auf Welt Online zu finden.
Das Foto der Müllkippe stammt von D’Arcy Norman und wurde auf flickr unter der Creative Commons LizenzNamensnennung-Keine Bearbeitung 2.0 US-amerikanisch (nicht portiert) veröffentlicht.