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Der größte Feind der Erneuerbaren Energien ist… die OPEC

Veröffentlicht am 18. August 2010,  Kategorie(n): Allgemein

Die Erneuerbaren Energien sind sauber, sicher und umweltfreundlich. Warum haben sie sich in all den vergangenen Jahren daher immer noch nicht durchgesetzt und warum verpesten wir die Luft lieber weiter mit Kohlekraftwerken und stinkenden Benzinschleudern? Einerseits liegt es sicherlich daran, dass man das Entwicklungstempo nicht beliebig beschleunigen kann und es natürlich auch bei den neuen, grünen Technologien einige Knackpunkte und ungelöste Herausforderungen gibt. Andererseits wurde der Wandel hin zu einer Gesellschaft, die auf klima- und umweltfreundlicher Energieerzeugung basiert auch immer wieder von mächtigen Organisationen blockiert.

OPEC Gebäude in Wien
Foto: Spino73 (flickr)

Denn große Energiekonzerne, Staaten und ganze Regionen könnten durch die Unabhängigkeit vom Erdöl große Teile ihrer heute so üppigen Einnahmen verlieren. Darüber hinaus gefährden neue Technologien wie z.B. der Elektroantrieb die bequeme Stellung der großen Konzerne. Da ist es kein Wunder, wenn Ölkonzerne und große Autobauer die Elektrifizierung des Automobils jahrzehntelang mit allen Mitteln verhindert haben. Auch ist klar, dass Betreiber von Kohle- oder Atomkraftwerken einer massiven Förderung von Solarenergie oder Windkraft nicht viel abgewinnen können. Nach Ansicht der US-amerikanischen Zeitschrift “The Atlantic” und dem Internet-Magazin “Treehugger” ist der größte Feind der Erneuerbaren Energien aber ein anderer: Die OPEC.

Die Bezeichnung OPEC steht für “Organization of Petroleum Exporting Countries”, was auf Deutsch übersetzt soviel wie “Organisation erdölexportierender Länder” bedeutet. Bei der 1960 in Bagdad gegründeten internationalen Organisation handelt es sich um ein Kartell von Staaten, die etwa 40 Prozent der weltweiten Erdölproduktion kontrollieren. Während nun viele Menschen glauben, dass der OPEC viel an einem möglichst hohem Ölpreis gelegen ist, damit die Gewinne umso kräftiger sprudeln, widerspricht Stephen Schork, ein bekannter Analyst des Energiesektors, dieser These:

“Der OPEC ist viel mehr an ihrem zukünftigen Marktanteil gelegen als um kurzfristigen Gewinnen. Deshalb halten sie den Ölpreis auf dem aktuell niedrigen Niveau, um so die Eintrittsbarriere für alternative Kraftstoffe möglichst hoch zu halten. Stephen Schork spricht nach eigenen Angaben regelmäßig mit der OPEC und ihre größte Besorgnis ist und bleibt die Angst vor einem Wandel der politischen Stimmung in den USA hin zu den erneuerbaren Energien und alternativen Treibstoffen. Und je niedriger der Preis für Öl gehalten wird, desto schwieriger wird es für die Anbieter alternativer Kraftstoffe, erfolgreich auf den Markt zu kommen.”

Bei einem höheren Öl- und Benzinpreis würden sparsamere Autos, Hybridfahrzeuge, Elektroautos andere alternative Antriebe immer gefragter. Darüber hinaus würden die Menschen vermutlich häufiger öffentliche Verkehrsmittel wie Busse und Züge nutzen sowie Fahrrad fahren oder Laufen. Dieses veränderte Verhalten hätte zur Folge, dass die OPEC-Staaten aufgrund eines sinkenden Verbrauchs immer weniger Öl verkaufen könnten, was natürlich langfristig zu sinkenden Einnahmen führen würde. Da die OPEC aber einen großen Einfluß auf die Höhe des Ölpreises hat, hält sie ihn lieber so niedrig wie möglich. Wenn die Erdölreserven der Welt dann aber zur Neige gehen und die Menschen wohl oder übel zu einer Umstellung gezwungen sein werden, wird diese Zeit fehlen, in der man bereits intensiver auf umweltfreundlichere Technologien hätte umsteigen können.

Weitere Informationen sind im Artikel “Why OPEC Doesn’t Mind Low Oil Prices” auf der Internetseite von “The Atlantic” sowie im Beitrag “OPEC Needs Low Oil Prices Because it Keeps Alternative Energy Down” auf der Homepage von Treehugger zu finden (beide in Englisch).

Das Foto des OPEC Gebäudes in Wien stammt von Spino73 und wurde auf flickr unter der Creative Commons LizenzNamensnennung-Keine Bearbeitung 2.0 US-amerikanisch (nicht portiert) veröffentlicht.

 
 
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