Veröffentlicht am 19. August 2010,
Kategorie(n): Sonstiges
Erst galten sie als die großen Hoffnungsträger, dann wurden dafür verantwortlich gemacht, dass die Nahrungsmittelpreise in den Entwicklungsländern steigen und dadurch Kinder hungern müssten, Regenwälder abgeholzt werden und Monokulturen gefördert werden. Nun sollen sie wieder besser als ihr Ruf sein: Die Rede ist von Energiepflanzen, die eine Alternative zu fossilen Energieträgern sind. Anfang August hat die Agentur für Erneuerbare Energien in Zusammenarbeit mit der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR) eine neue Broschüre mit dem Titel “Der volle Durchblick in Sachen Energiepflanzen” vorgetsellt. Viele der bisher angeführten Vorurteile sollen laut dieser Broschüre einer näheren Überprüfung nicht standhalten und werden mithilfe fundierter Daten und Fakten entkräftet.

“Die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe fördert Projekte, die neue Anbaumethoden und neue Pflanzenarten und -sorten erproben. Viele Ergebnisse zeigen schon jetzt, dass ein nachhaltiger Energiepflanzenanbau auch bei steigenden Biomasseanteilen möglich ist, ja sogar Chancen für mehr Vielfalt und Ökologie in der Landwirtschaft bereit hält. Es gilt, die vielversprechenden Ansätze weiter zu entwickeln und die Resultate möglichst schnell in die Praxis zu überführen,” erklärte im Rahmen der Veröffentlichung in Berlin Dr. Andreas Schütte, Geschäftsführer der FNR.
Das Potential der Energiepflanzen und biogenen Reststoffe ist gewaltig: Laut einer Schätzung der Bundesregierung können sie bis zum Jahr 2020 bis zu 11 Prozent des deutschen Energieverbrauchs decken. Die Branchenverbände gehen sogar von einem Anteil von 12 Prozent aus heimischen Rohstoffen aus. selbstverständlich ohne die Versorgung mit Lebens- und Futtermitteln zu gefährden. Darüber hinaus weist die Agentur für Erneuerbare Energien darauf hin, dass bereits heute rund 4 Millionen Tonnen nachwachsende Rohstoffe wie Holz, Stärke oder Pflanzenöle in der chemischen Industrie, für Kosmetik oder Kunststoffe eingesetzt werden. Sie ersetzen Erdöl oder andere fossile Ressourcen, die ansonsten zum Einsatz kämen.
Der Blick auf die Nutzung von Ackerflächen und Grünland soll belegen, dass ein verstärkter Anbau von Energiepflanzen die Versorgung mit Lebensmitteln in Deutschland nicht beeinträchtigen würde. Insgesamt gibt es in der Bundesrepublik rund 17 Millionen Hektar landwirtschaftlicher Nutzflächen, wobei nur auf 10 Prozent Energiepflanzen angebaut werden. Im Gegenzug werden 60 Prozent für den Anbau von Futtermitteln für die Tierzucht genutzt. Man könne die Flächen für Bioenergie daher bis zum Jahr 2020 ohne Gefahr für die Nahrungsmittelproduktion auf 3,7 Millionen Hektar auf das Doppelte (rund 21 Prozent der landwirtschaftlichen Nutzflächen) ausweiten.
Weitere Informationen – beispielsweise wie Artenvielfalt durch Bioenergie gefördert werden kann – finden Sie in der Broschüre “Der volle Durchblick in Sachen Energiepflanzen” (Pdf). Sie können sie auch kostenlos bei der Agentur für Erneuerbare Energien oder der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe bestellen.