Veröffentlicht am 23. August 2010, Kategorie(n):Sonstiges
In Deutschland konnte man in den letzten Jahren vor allem eine Zunahme der Wetterextreme feststellen, die u.a. zu Sturmschäden und den dramatischen Hochwassersituationen entlang bestimmter Flüsse geführt haben. In relativ trockenen Gebieten hat der Klimawandel in Verbindung mit der großflächigen Abholzung allerdings noch deutlich schlimmere Folgen, denn durch die fortschreitende Wüstenbildung können Nahrungsmittel noch schwerer angebaut werden, die oft wichtige Energiequelle Holz wird knapper und die Artenvielfalt schrumpft. Wenn Wälder als intaktes Ökosystem verschwinden, verlieren damit oft nicht nur die Tiere, sondern auch die Menschen ihren Lebensraum.
Eines der Länder, das mit diesen Problemen zu kämpfen hat, ist der ostafrikanische Staat Kenia: Denn während mehr als die Hälfte der Bevölkerung von der Landwirtschaft lebt, sind überhaupt nur 20 Prozent der Fläche des Landes nutzbar. Um zu verhindern, dass diese Gebiete noch weiter schrupfen, gründete die kenianische Professorin und Wissenschaftlerin Wangari Maathai im Jahr 1977 die Organisation “Green Belt Movement (GBM)”. Heute ist Green Belt Movement International in mehreren Ländern aktiv und hat dabei geholfen, etwa 600 Baumschulen aufzubauen und über 45 Millionen Bäume zu pflanzen. Die Aufforstung schützt vor Bodenerosionen sowie Überschwemmungen und dienen der Bevölkerung als Ressource für Feuerholz.
Darüber hinaus konnten Rechte und der soziale Status von Frauen in Kenia und anderen Ländern verbessert werden, indem diese in die Aktionen eingebunden werden und etwas über einen umweltbewussten Umgang mit der Natur lernen. Zehntausende Frauen konnten so in der Forstwirtschaft, Imkerei, Nahrungsmittelverarbeitung, Ökotourismus, etc. ausgebildet werden. Die Einbindung der lokalen Bevölkerung - und insbesondere der Frauen - ist ein zentraler Erfolgsfaktor der Bewegung von Wangari Maathai. Seit 2002 ist sie stellvertretende Ministerin für Umweltschutz und im Jahr 2004 erhielt Wangari Maathai für die Förderung der Afrikanerinnen als beste Vorbeugung gegen Wasser- und andere Umweltschäden als erste afrikanische Frau den Friedensnobelpreis.