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Interview mit Jürgen Junker „Wir positionieren uns als umwelttechnologisches Vorzeigeunternehmen!“

Veröffentlicht am 22. November 2010,  Kategorie(n): Interviews

Da man aufgrund guter Geschäfte dringend die Kapazitäten ausbauen musste, plante die Junker Filter GmbH in Sinsheim, ein mittelständischer Hersteller technischer Textilien für Staubabscheidung und Fest-Flüssigtrennung, bereits vor ein paar Jahren die Vergrößerung ihres Werks. Nachdem man die neue Halle anfangs ganz traditionell ebenfalls mit fossilen Energieträgern beheizen wollte, verwarf Geschäftsführer Jürgen Junker nach einem Gespräch mit Umweltexperten in Berlin seine ersten Pläne und sattelte das Pferd ganz neu. Eine alternative Energieversorgung – des gesamten Areals – rückte in den Mittelpunkt der Überlegungen. Lesen Sie das Interview von inside mit Jürgen Junker.

inside: Herr Junker, 2007 starteten Sie mit Ihren Planungen das Werk der Junker Filter GmbH in Sinsheim zu erweitern. Warum?

Jürgen Junker: Wir stellen Textilfilter für die Staubabscheidung sowie für Fest-Flüssigtrennung her. Unsere Kunden sind große Unternehmen z.B. aus der chemischen Industrie, aus Pharmazie, der Lebensmittelverarbeitung, aber auch der Metall- und der Automobilindustrie. Unser Tochterunternehmen Casaprotect Wassertechnik GmbH produziert Desinfektionsanlagen, die zum Beispiel in Krankenhäusern oder bei der keimfreien Verarbeitung von Lebensmitteln zum Einsatz kommen. Beide Unternehmen sind hier am Standort in Sinsheim ansässig. Unser Umsatz steigerte sich 2007 und in den Jahren davor um jeweils sechs bis sieben Prozent und das Werk platzte aus allen Nähten. Wir bieten unseren Kunden inzwischen nämlich auch die zentrale Lagerung ihrer standardisierten Bauteile an, die sie bei Bedarf bei uns abrufen und die wir ihnen dann in kürzester Zeit in ihre Werke liefern. Dafür benötigen wir mehr Lagerflächen, denn zeitaufwändiges Umlagern kostet viel Geld. Unser Gelände hier ist 26.000 Quadratmeter groß, 5.500 Quadratmeter sind derzeit mit drei Hallen bebaut. Eine vierte Halle mit 2.500 Quadratmetern sollte dazu kommen. Die Grobplanung stand. Die Versorgung sollte klassisch durch Öl oder Gas erfolgen.

inside: Aber jetzt wird ihr Gelände doch geothermisch mit Heizenergie versorgt. Wie kam es zu dem Sinneswandel?

Jürgen Junker: 2007 stellten wir auf der Woche der Umwelt in Berlin aus. Dort sprach ich mit Experten von der Deutschen Bundesumweltstiftung (DBU), die meinten, wer als mittelständischer Unternehmer heute in seine Gebäude investiere, sei gut beraten, einzukalkulieren, dass sicher auch für kleinere Betriebe künftig strengere Emissionsauflagen kämen und der Handel mit Emissionszertifikaten entsprechend ausgedehnt werde. Das war der entscheidende Impuls. Die Energieversorgung war die zentrale Fragestellung! Ich machte sie zur Chefsache, setzte mich mit allen möglichen Optionen auseinander, erkundigte mich nach Anlagen für die Feuerung mit Hackschnitzeln oder mit Palmöl und beschäftigte mich mit Blockheizkraftwerken. Doch je mehr ich mich in das Thema vertiefte, desto unübersichtlicher wurde es. Daher wandte ich mich an das Land sowie den Landesverband der Baden-Württembergischen Industrie (LVI) mit Bitte um Unterstützung. In Gesprächen fiel immer wieder ein Name: GWS. So lernte ich Bernd Lörz kennen und beauftragte die GWS zunächst damit, den Ist-Bestand aufzunehmen und unterschiedliche regenerative Versorgungsmöglich­keiten für unser Werk zu untersuchen.

inside: Zu welchem Ergebnis führte denn die Untersuchung?

Jürgen Junker: Aus betriebswirtschaftlicher Sicht fiel das Ergebnis eindeutig aus: Um den Energieverbrauch zu senken, sollten die bestehenden Hallen zunächst saniert werden. Sie erhielten gedämmte Dächer, eine neue Nordwand mit neuen Fenster und isolierte Heizungsleitungen. Außerdem gewinnen wir die Wärme aus den Hallen sowie von den Laseranlagen zurück. Den verbleibenden, deutlich reduzierten Energiebedarf deckt eine Geothermieanlage mit Wärmepumpe. Lediglich wenn es im Winter über längere Zeit sehr kalt ist, unterstützt eine Ölheizung das System. Aber bevor ich die GWS mit der Umsetzung beauftragte, bat ich die DBU um eine Plausibilitätsprüfung und stellte auch Ministerialdirektor Bernhard Bauer vom baden-württembergischen Umweltministerium, der uns besuchte, die Pläne vor. Von beiden erhielt ich ein positive Resonanz und die GWS erhielt den Auftrag – und zwar als Generalunternehmer. Mir war es wichtig, nur einen Ansprechpartner zu haben. Außerdem sollte die GWS die qualifizierte Unterauftragnehmer aussuchen. Denn gerade bei Geothermieprojekten ist es wichtig, gute, erfahrene Leute zu beauftragen, die für eine fachlich hochwertige Ausführung sorgen.

inside: Wie ging es dann weiter?

Jürgen Junker: Eigentlich wollten wir schon im Winter 2008/2009 geothermisch heizen, aber der Genehmigungsprozess zog sich in die Länge. Für das zuständige Landratsamt war es die erste Anlage dieser Größenordnung, die es zu genehmigen galt. Da gab es Verunsicherungen. Die GWS hat die Verhandlungen geführt und sich sehr engagiert. Schließlich erhielten wir die Erlaubnis zu bohren. Inzwischen „steht“ unsere Geothermieanlage. Sie ging im Oktober 2009 in den Probebetrieb. Für die Mess- und Regeltechnik hatte ich übrigens besondere Wünsche: Ich bestand auf einer offenen Ablaufsteuerung, die voll automatisch sämtliche Energiewerte aufnimmt, dokumentiert und steuert. Ich wollte nicht mit den „black boxes“ der Anlagenhersteller arbeiten müssen. Da weiß man nie, was drin steckt. So haben wir jederzeit volle Transparenz. Die Regeltechnik hat hier übrigens einiges zu leisten. Im Moment gibt es bereits vier unterschiedliche Regelkreise und mit der neuen Halle kommen weitere dazu.

inside: Steht die neue Halle nicht schon? Sollte sie nicht zusammen mit der Erneuerung der Energieversorgung gebaut werden?

Jürgen Junker: Eigentlich schon. So war es geplant. Die Wirtschaftskrise kam uns aber dazwischen. Die Darlehensverträge waren im Sommer 2008 auch schon unterschrieben, als die wirtschaftliche Talfahrt losging. Da mussten wir auf die Bremse treten. Obwohl es uns im Verlauf des letzten Jahres dann doch weniger hart traf als vielen anderen Unternehmen, weil wir zahlreiche unterschiedliche Branchen beliefern, mussten wir Anfang 2009 erstmals in unserer fast 50jährigen Firmengeschichte Kurzarbeit anmelden. Jetzt sind wir, davon bin ich überzeugt und das bestätigen mir auch Kollegen, aus der Talsohle raus. Bis die Wirtschaft wieder an Fahrt gewinnt, wird es aber sicher noch ein, zwei Jahre dauern. Trotzdem haben wir auf unserer letzten Gesellschafterversammlung den Beschluss gefasst, die neue Halle noch dieses Jahr zu bauen. Auch sie wird übrigens als Niedrigenergiehalle mit 44 Zentimeter starken, kerngedämmten Stahlbetonwänden etwas ganz Besonderes sein. Wir suchen noch innovative, zukunftsorientierte Bauunternehmen, die das mit uns umsetzen und nicht sagen: „Baut doch bitte so wie immer. Was anderes haben wir noch nie gemacht.“

inside: Wie finanzieren bzw. finanzierten Sie denn das alles?

Jürgen Junker: Wir investieren selbst in die Anlagen und Baumaßnahmen. Betreiber der Geothermie- und auch der Photovoltaik-Anlage mit 76 Kilowattstunden Spitzenleistung, die wir auf dem Dach von Halle 1 errichten ließen, ist die neu gegründete Junker Energy GbR, die die Wärme dann an Junker Filter weiterverkauft. Der Solarstrom fließt, gegen eine für 20 Jahre garantierte Einspeisevergütung, ins öffentliche Netz. Wir hatten übrigens, was mich zunächst wunderte, keine Schwierigkeiten, Kredite für unsere Vorhaben zu bekommen. Unsere Hausbanken erklärten mir das so: Wenn die gewährten Kredite, wieder erwarten, ausfielen, hätte die Bank ja eine Hightech-Immobilie, die sich besser vermarkten ließe. Was wir hier tun, kommt also der Wertsteigerung unserer Gebäude in viel höherem Maße zu Gute, als es herkömmliche Modernisierungsmaßnahmen täten.

inside: Warum machen Sie denn mit der Junker Energy ein ganz neues Geschäftsfeld auf?

Jürgen Junker: Das hat viel mit Glaubwürdigkeit zu tun. Als Filterhersteller sind wir im Bereich „Umweltschutz“ tätig. 2009 waren wir zum Beispiel mit unserem bio-elektronischen Gasreiniger BEGA für den Umwelttechnikpreis des Landes nominiert. Da gehört es dazu, dass wir Umweltschutz auch im eigenen Werk ernst nehmen und umsetzen. Wir werden das, wenn die neue Halle steht, auch entsprechend kommunizieren. Denn unsere Kunden achten bei ihren Lieferketten darauf, dass die Komponenten, die sie einkaufen, eine möglichst günstige CO2-Bilanz aufweisen. Wir positionieren uns in diesem Zusammenhang als umwelttechnologisches Vorzeigeunternehmen – und generieren damit natürlich auch, darum geht es ja, neues Geschäft. Unsere arabischen Geschäftspartner beispielsweise sind bereits sehr an den Neuerungen hier am Standort interessiert.

inside: Es gab ja einige Verzögerungen und Hürden auf dem Weg zur neuen Energiever­sorgung. Bereuen Sie Ihren Entschluss?

Jürgen Junker: Nein, überhaupt nicht. Es war genau die richtige Entscheidung, mit der wir entscheidende Weichen für die Zukunft gestellt haben. Davon sind inzwischen auch unsere Gesellschafter überzeugt, die zunächst entsetzt waren, welche Investitionen die neue Technik nötig macht. Das sind ganz andere Größenordnungen als sie ein herkömmlicher Ölbrenner kosten würde. Doch allein in diesem Winter werden wir rund 60.000 Liter Heizöl einsparen. Das ist auch ein beachtlicher Wert. Und die Ölpreise werden noch weiter klettern während unsere Energiekosten künftig nahezu konstant bleiben.

inside: Herr Junker, herzlichen Dank für das ausführliche und spannende Gespräch.

Das Interview mit Herr Junker erschien im inside Magazin der INNAX ENERGIE & UMWELT AG (Ausgabe 1/2010) und wurde freundlicherweise für die Veröffentlichung auf Klima-Wandel.com zur Verfügung gestellt. Weitere Informationen zur INNAX AG sind unter www.innax.de zu finden.

 
 
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Kategorie(n): Interviews
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