Wie Manfred Betzwieser, Autor des Buchs “Geheimnisvolles El Hierro”, schreibt, findet das Öko-Konzept “Central Hidroeólica de El Hierro” inzwischen weltweit Beachtung. Die Regierung der westlichsten und kleinsten der sieben großen Kanarischen Inseln im Atlantischen Ozean hatte bereits in 2009 verkündet, dass El Hierro auf Naturschutz und Öko-Touristen setzt. Zu diesem Zweck sollten nur noch wenige Hotels gebaut werden dürfen und der komplette Energiebedarf der Insel sollte über Erneuerbare Energien gedeckt werden. Das Ziel es bis Ende 2009 zu schaffen hat man zwar wohl nicht ganz erreicht, dennoch bleibt es eine großartige Vision, den kompletten Energiebedarf einer Insel über Strom aus Wasser- und Windkraftwerken sowie Solaranlagen zu decken.
Über die praktische Einsparung von Ressourcen und Emissionen hinaus hat das Konzept eine enorme Signalwirkung, die weit über Spaniens grenzen hinaus reicht: Nach dem Bayerischen Rundfunk und der Deutschen Welle kamen Journalisten aus Italien und Frankreich um Berichte und Filmbeiträge zu recherchieren. Selbst ein Fernsehteam aus Südkorea vom KBS-Kanal, einem der in Korea meistgesehenen Programme, stattete der Insel einen Besuch ab. Auch in dem renomierten “Blue Economy”, einem Ableger des “Club of Rome” erschien ein interessanter Artikel den Manfred Betzwieser in der folgenden Zusammenfassung kurz wiedergibt.
“Auf der kanarischen Insel El Hierro wurde das Problem von der anderen Seite angepackt: der Infrastruktur. Vizepräsident Javier Morales kaufte 6.000 Elektroautos für die 10.000 Inselbewohner und wandelte die vier örtlichen Tankstellen in Ladestationen um, die durch eine wöchentliche Gebühr aller Einwohner sicher finanziert werden. Der Strom wird aus lokal produzierter Windenergie gewonnen. Diese infrastrukturelle Umstellung war möglich, weil Ausgaben für die Beschaffung fossiler Treibstoffe wegfielen.
Die geringe Größe der Insel sowie ihre Lage weitab des spanischen Festlands waren Schlüssel für diese Entwicklung. Aus den Überschüssen der Energiegewinnung wird derzeit ein künstlicher See zur Gewinnung von Trinkwasser mittels der “blauen” Wirbeltechnologie angelegt. El Hierro blüht auf: Bereits ausgewanderte Einwohner kommen zurück und bebauen die zuvor brachliegenden Felder, zukünftig sogar durchgehend biologisch.”
In seinem Buch “Geheimnisvolles El Hierro” hat der Autor dieser Vision unter dem Kapitel “Das Perpetuum Mobile von El Hierro” ein ganzes Kapitel gewidmet. Wie viele andere hofft auch er darauf, dass “Central Hidroeólica de El Hierro” bald abgeschlossen werden kann und der Insel nicht nur eine saubere Umweltbilanz, sondern auch wirtschaftliche Vorteile bringt.
Das Buch “Geheimnisvolles El Hierro” ist im Oktober 2010 bei BOD erschienen, ISBN: 978-3-8391-8633-6, www.elhierro-buch.de