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Umweltverbände sehen die Ergebnisse des Klimagipfels von Cancun mit gemischten Gefühlen

Veröffentlicht am 13. Dezember 2010,  Kategorie(n): Allgemein

Vor einem Jahr war die Hoffung auf ein Klimaabkommen in Kopenhagen noch groß, doch im Laufe des Weltklimagipfels 2009 hatten die Politiker aller Länder wieder einmal bewiesen, dass sie Einzelinteressen auch weiterhin vor das Ziel eines gemeinsamen Klimaschutzes setzen werden. Dementsprechend gering waren die Erwartungen an den gerade zu Ende gegangenen Klimagipfel COP16 in Cancún, was vielleicht einer der Gründe dafür ist, weshalb Greenpeace das Abschlusspapier der Klimakonferenz in Cancún als Zeichen der Hoffnung wertet. Allerdings machen die Umweltschützer auch gleich klar, dass man damit zwar dem Klimaschutzvertrag in einem Jahr in Südafrika näher gekommen ist, der Klimawandel aber noch lange nicht gestoppt sei.

Beim Weltklimagipfel in Cancún kam mehr heraus als erwartet aber weniger als erhofft

„Das Ergebnis ist besser, als viele hier zeitweise befürchtet haben. Trotzdem – es ist erst der Anfang. Jetzt muss die Arbeit richtig losgehen“, kommentiert der Leiter der Internationalen Klimapolitik von Greenpeace, Martin Kaiser. „Bis nächstes Jahr müssen die Staaten nun das entscheidende Klimaschutzprotokoll im Detail erarbeiten. Denn Cancun hat bisher nur den Prozess zur Erarbeitung des Klimaschutzvertrags gerettet, aber noch nicht das Klima selber. Die Geschwindigkeit des internationalen Klimaschutzes kann überhaupt nicht mit der dramatisch schnellen Erderwärmung Schritt halten. Der ungezügelten Verschmutzung der Atmosphäre durch Mineralöl- Kohle- und Holzindustrie sind mit dem Papier noch keinerlei Grenzen gesetzt.“

Neben den USA enttäuschen vor allem auch Europa und Deutschland

Besonders enttäuscht ist Kaiser vom Auftreten der Europäischen Union: „Die EU war wenig ambitioniert. Kein mutiges Reduktionsziel, Uneinigkeit in wichtigen Beschlüssen – so verkommt die europäische Union in der Klimapolitik zur Bedeutungslosigkeit.“ Aber auch am glanzlosen Auftritt von Deutschland konnte keine Begeisterung wecken: „Die Rede von Umweltminister Norbert Röttgen war unengagiert.“ Von Blockiererstaaten wie den USA, Kanada, Australien, Japan, Russland oder China haben die Menschen auf unserer Welt keine wirkliche Initiative erwartet, weshalb Hubert Weiger, Vorsitzender des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), davor warnt auf diese zu warten. Konkret fordert er vor allem die stärkere Bindung sämtlicher Auslandsinvestitionen, die mit den Einnahmen aus dem internationalen CO2-Zertifikatehandel getätigt werden, an Umweltkriterien. Unter keinen Umständen dürften Atom- und Kohlekraftwerke oder der Bau von naturzerstörenden Riesen-Staudämmen mit Geldern aus diesem Handel gefördert werden.

BUND: Nicht Bolivien sondern die Blockierer von mehr Klimaschutz gehören angeprangert

Während Bundeskanzlerin Merkel und US-Präsident Obama ihre eigenen Arbeiten sowie die von Felipe Calderon in Cancún im Anschluß als sehr erfolgreich darstellten, kritisierte Boliviens Präsident Morales die Ergebnisse als wenig zufriedenstellend und hilfreich für die Menschheit. Weiger stellt klar, dass das Veto Boliviens gegen die schwachen Beschlüsse von Cancún die Unterstützung des BUND finde. „Wenn Bundeskanzlerin Angela Merkel oder der USA-Präsident Barack Obama die Ergebnisse von Cancun über den grünen Klee loben, dann stellen sich zwei Fragen. Erstens, reicht der Cancun-Kompromiss? Und zweitens, was haben die beiden eigentlich in der letzten Zeit zum Klimaschutz beigetragen? Da fällt einem nicht viel ein“, erklärte er weiter.

Zumindest bleibt nach Cancun der Hoffnungsschimmer, dass in Südafrika doch noch ein wirkungsvolles Klimaschutzabkommen zustande kommt und wir die Chance zu einer nachhaltigeren und umweltfreundlicheren Gesellschaft und Wirtschaft ergreifen.

 
 
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Kategorie(n): Allgemein
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