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Neue Studie: Schneller Ausstieg aus der Kernenergie bis 2020 machbar

Veröffentlicht am 18. März 2011,  Kategorie(n): Allgemein

Das Gegenteil von dem, was die Sprecher der großen Energiekonzerne und deren Fürsprecher in der Bundesregierung den Menschen in Deutschland immer erzählen wollen, soll jetzt eine neue Studie belegen. Nach einer aktuellen WWF und Öko-Institut-Analyse ist ein rascher Atomausstieg ohne Stromlücke und Preisexplosion bis 2020 machbar. Das komplette Abschalten aller AKW bis 2020 soll zudem ohne Abstriche beim Klimaschutz möglich sein.

Um die Atomkraftwerke in schnellen Schritten abzuschalten, könnten einmal bisher nicht genutzte Kapazitäten aktiviert werden, bis zum Jahr 2013 werden zudem erhebliche Kraftwerkskapazitäten hinzukommen, da sich viele Projekte aktuell im Bau befinden. Bis zum Jahr 2020 könnten dann, vor allem zwischen 2015 und 2020, bis zu 5.000 MW zusätzliche Kraftwerkskapazitäten installiert werden. Hierbei werden insbesondere der Ausbau der Biomasseverstromung, dezentrale Anlagen der Kraft-Wärme-Kopplung sowie sonstige Gaskraftwerke genannt. Insgesamt könnten so bis 2020 ganze 21.000 MW ersetzt werden, die Nettoleistung der heute am Netz befindlichen Atomkraftwerke liegt aber nur bei 20.500 MW.

Im Zeitplan wird die sehr kurzfristige Stilllegung von 10 (älteren) Atomkraftwerken empfohlen, dann bis zum Jahr 2013 die Abschaltung von vier weiteren Kernkraftwerken in Kombination mit Lastmanagement-Maßnahmen sowie der zusätzlichen Kapazitäten derzeit im Bau befindlicher und mit hoher Sicherheit ans Netz gehender Neubauprojekte. Mit den erfolgten Neubauten im Bereich Biomasse, KWK-Anlagen sowie anderen Erdgas-Kraftwerken könnten dann bis 2020 die letzten drei AKWs ersetzt werden. Der zügige Ausstieg würde dem Klimaschutz dabei nicht im Wege stehen, die Versorgungssicherheit nicht gefährden und auch nicht zu übermäßigen Zusatzbelastungen beim Verbraucher führen. Zu dieser Einschätzung kommen WWF und Öko-Institut aufgrund einer Analyse des Strommarktes.

„Unsere Berechnungen zeigen: Es geht beides – Klimaschutz und Ausstieg aus der Kernenergie“, sagt Regine Günther, Leiterin des Bereichs Energie- und Klimaschutz beim WWF Deutschland. „Wir müssen jetzt einen Weg für die Energieversorgung einschlagen, der Menschen gemachte Katastrophen heute und in Zukunft ausschließt. Unser Vorschlag liegt auf dem Tisch. Jetzt muss die Bundesregierung endlich einen kohärenten Plan für eine fast Treibhausgasfreie Entwicklung ohne Kernenergie bis 2050 vorlegen“, so die WWF-Klimaleiterin.

Energiewende kann positive Impulse für den Klimaschutz mit sich bringen

Öko-Institut und WWF gehen davon aus, dass von einem veränderten energiepolitischen Kurs positive Impulse für den Klimaschutz ausgehen können. Das Ziel, den Anstieg der weltweiten Durchschnittstemperatur unterhalb von zwei Grad gegenüber vorindustriellen Zeiten zu begrenzen, sei erreichbar.

Dazu müssen die Industrieländer ihre Treibhausgase allerdings bis 2050 um 95 Prozent gegenüber 1990 reduzieren. Die WWF Studie: „Modell Deutschland – Klimaschutz bis 2050“ zeigt, wie sich dieses Ziel erreichen lässt. Um den Wandel von einer klimaschädlichen zur klimaverträglichen Wirtschaftsweise voranzutreiben, seien gezielte Investitionen und Förderungen von Innovationen in allen Bereichen notwendig.

Neben der Stromerzeugung seien weitere zentrale Handlungsfelder der Gebäudesektor, der Straßenverkehr sowie die Industrie. Ohne den Einbezug der Landwirtschaft sowie der Landnutzung sei das ambitionierte Klimaschutzziel ebenfalls nicht zu erreichen. „Anspruchsvoller Klimaschutz muss alle Sektoren erfassen“, so Regine Günther. „Die heute vermeintlich preiswerten Wege führen langfristig häufig in die Irre. Wir müssen eine Energieversorgung hinbekommen, die menschengemachte Katastrophen ausschließt.“

Neben Energiesparen und einer massiven Steigerung der Energieeffizienz spielen die erneuerbaren Energien eine herausragende Rolle für das „Modell Deutschland“. Sie könnten 83 Prozent der Stromerzeugung bis 2050 ausmachen. Dafür würden intelligente Stromnetze, massiv ausgebaute Speicherkapazitäten sowie neue Marktregeln benötigt.

Link zur Kurzstudie „Schneller Ausstieg aus der Kernenergie in Deutschland“ (Pdf)

 
 
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Kategorie(n): Allgemein
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