Veröffentlicht am 14. Juni 2011,
Kategorie(n): Allgemein
Am Montag, den 13. Juni 2011, wurde das “One Tonne Life” Projekt vom schwedischen Umweltminister Andreas Carlgren in Stockholm offiziell für beendet erklärt. Im Rahmen dieses einmaligen Projekts hat die vierköpfige Testfamilie Lindell ihren ökologischen Fußabdruck von aktuell in Schweden üblichen 7,3 Tonnen auf 1,5 Tonnen pro Person und Jahr reduziert. Die angestrebte eine Tonne wurde damit zwar nicht ganz erreicht, die Senkung der verursachten Emissionen um ganze 80% bleibt aber dennoch eine starke Leistung. Das Beispiel der Testfamilie zeigt, dass die von der schwedischen Regierung angestrebte Reduzierung um 40% bis zum Jahr 2020 mit der richtigen Technologie und einem angepassten Verhalten duchaus realisierbar ist.

Bild: Volvo
Eine Senkung des CO2-Ausstoß um mehr als 60% scheint dabei sogar ohne große Probleme möglich zu sein. “In der ersten Phase des Projekts, als wir den CO2-Ausstoß auf 2,5 Tonnen reduzierten, haben wir eigentlich keine größeren Abstriche oder Kompromisse gegenüber unserem bis dahin üblichen Lebensstil gemacht. Doch die letzte Phase, die Reduzierung auf 1,5 Tonnen, war schon eine extreme Erfahrung für uns”, sagt Alicja Lindell, 51-jährige Kindergartenleiterin.
Der Start des One Tonne Life Project war Mitte Januar, als die Familie Lindell für sechs Monate von ihrem bisherigen Haus aus den 1970er Jahren in ein Energiesparhaus von A-hus zog und ihre beiden zehn Jahre alten Autos gegen einen elektrisch betriebenen Volvo C30 Electric eintauschte. Der Strom aus erneuerbaren Energiequellen wurde von Vattenfall geliefert, ebenso stellte der Energiekonzern die neueste Solartechnik zur Verfügung und fungierte als Energieberater. ICA und Siemens fungierten als Projektpartner in den Bereichen Ernährung und Haushaltsgeräte. Bereits Anfang Mai wurde eine Zwischenbilanz gezogen, bei der der Erfolg des Projekts absehbar war und die Meldung lautete: One Tonne Life Projekt - Halbzeit und 64 Prozent weniger CO2-Emissionen.
Größtes Einsparpotential beim Transport, Heizen und Stromverbrauch
Die größten Einsparungen konnte die Testfamilie beim Transport und Stromverbrauch erzielen, wobei das Elektroauto und das modernste Plus-Energie-Haus dazu beigetragen haben, dass es zu keinen Einschränkungen bei der Annehmlichkeit kam. Der Kohlendioxid-Ausstoß im Bereich Transport sank um mehr als 90 Prozent, nicht zuletzt deshalb, weil der eingesetzte Volvo C30 Electric ausschließlich mit Strom aus erneuerbaren Energiequellen aufgeladen wurde. Das Plus-Energie-Haus produzierte mit Hilfe von Solartechnik mehr Energie als es verbrauchte. Der von der Familie nicht genutzte Strom wurde in das externe Stromnetz eingespeist bzw. zur Aufladung des Volvo C30 Electric verwendet. Somit halbierten sich die CO2-Emissionen des Hauses.
Auch in puncto Ernährung machte Familie Lindell gewaltige Fortschritte. Durch eine aktive Produktauswahl und die Verwendung von umweltschonenden, ökologischen und regional produzierten Waren wurde auch hier die CO2-Bilanz spürbar verbessert. Am Ende des Projektes ernährte sich Familie Lindell ausschließlich vegetarisch.
Ehrgeiziges Finale - mit spürbaren Auswirkungen
Um die CO2-Emissionen noch einmal zu senken, beschloss Familie Lindell in der letzten Woche des Projektes, nur noch einen Teil des Hauses zu nutzen und auf einige Annehmlichkeiten zu verzichten. “Wir haben den CO2-Ausstoß in der letzten Woche auf 1,5 Tonnen gesenkt, aber dies bedurfte schon einiger Anstrengungen. Wir haben auf das Fernsehen verzichtet, Shopping war ebenso gestrichen wie Café- oder Restaurantbesuche. Dies konsequent durchgezogen würde vielleicht zu einem Ergebnis von einer Tonne führen, doch ich glaube nicht, dass das durchzuhalten ist”, sagt Nils Lindell, 52-jähriger Organisationsberater. “Außerdem haben zahlreiche Produkte Einfluss auf das Ergebnis- und auf deren CO2-Bilanz haben wir keinen Einfluss. Aber wir haben bewiesen, dass man mit der richtigen Einstellung und der entsprechenden Motivation nahe an den Wert von einer Tonne herankommen kann. Alles in allem war es ein sehr interessantes und lehrreiches Abenteuer”, erklärt Nils Lindell.