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So bleibt Wohnen bezahlbar: Vollwärmeschutz und Kraft-Wärme-Kopplung senken Energiebedarf um 80 Prozent

Veröffentlicht am 30. Oktober 2012,  Kategorie(n): Gebäude

„Energie wird immer bald unbezahlbar“ kritisieren die einen, „die Energiewende ist gewollt und kostet eben auch“ erklären die anderen. Dabei stellt sich allerdings die Frage, warum der Staat Milliarden für das Abwracken alter Autos übrig hatte, die energetische Sanierung aber nicht mit den nötigen Maßnahmen und Mitteln fördert. Schließlich liegen gerade hier die größten Einsparpotentiale, wie das jüngst abgeschlossene Projekt der die Charlottenburger Baugenossenschaft in Kooperation mit der Berliner Energieagentur (BEA) und weiteren Partnern wieder einmal belegt. Insgesamt sieben Wohnblöcke mit 146 Wohnungen im Berliner Stadtteil Spandau-Hakenfelde wurden so modernisiert, dass in Zukunft über 80 Prozent weniger Energie zur Beheizung und Warmwasserbereitung benötigt wird. Aufgrund der Einsparungen in den 1959/1960 errichteten Häusern bleibt die Warmmiete für die Bewohner nahezu konstant. Das gesamte Investionsvolumen betrug ca. zehn Millionen Euro.

Wohngebäude der Charlottenburger Baugenossenschaft
Foto: Charlottenburger Baugenossenschaft / Berliner Energieagentur (BEA)

Die Wohnungen sind damit ein Paradebeispiel für sinnvolle Investitionen in die Zukunft, die bezahlbaren Wohnraum sichern – und das bei gleichzeitiger Aufwertung des Gebäudebestandes. „Wir brauchen in Berlin solche positiven Beispiele. Sie zeigen, dass Investitionen in Klimaschutz, in Energiesparen und in erneuerbaren Energien nicht zwangsläufig zu höheren Belastungen für die Bewohner führen müssen, sondern dass sie unter bestimmten Bedingungen sogar kostenneutral für die Bürgerinnen und Bürger realisiert werden können.“

Erste und vielleicht wichtigste Maßnahme zur Senkung des Energieverbrauchs der vier Gebäude in der Cautiusstraße und im Michelstadter Weg waren die umfassende Wärmedämmung der Fassade, Dachböden und Kellerdecken sowie der Einsatz von Fenstern mit Dreifachverglasung in den Wohnungen und von Fenstern mit Zweifachverglasung in den Treppenhäusern. Zudem wurden die Heizzentralen modernisiert, deren Herzstück zwei neue Blockheizkraftwerke (BHKW) sind, die mit Hilfe von Erdgas Wärmegrundlast erzeugen und nebenbei den sogenannten „Kiezstrom“ erzeugen, der direkt bei der BEA bezogen werden kann. In weiteren drei Gebäuden mit 42 Wohnungen liefert ein BHKW der Vattenfall Europe Wärme AG Wärme und Strom ebenfalls nach dem Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung (KWK).

Auf den Dächern der der Gebäude wurde zudem eine Photovoltaikanlage zur Erzeugung von umweltfreundlichem Sonnenstrom installert. Auch diese Anlage hat die Berliner Energieagentur als Energiedienstleister finanziert, geplant und errichtet. Die Gesamtleistung beträgt 68 kWp und die Solarstromanlage wird für einen Zeitraum von 20 Jahren von der Berliner Energieagentur betrieben, wobei die Baugenossenschaft an den solaren Erlösen beteiligt ist.

Die Bewohner dürfen sich neben der Aussicht auf gleichbleibende Gesamtwohnkosten auch in den nächsten Jahren vor allem auch über eine zusätzliche Aufwertung der Wohnungen freuen. Im Rahmen der Modernisierung wurden Balkons wurden gefließt, Treppenhäuser und Fassaden gestrichen, Klingel- und Gegensprechanlagen ausgetauscht, die Außenanlagen neu gestaltet. Zusätzlich erhielten die Gebäude Michelstadter Weg 54 und 58 und Cautiusstraße 47 eine Dachaufstockung mit sieben barrierefreien Wohnungen zwischen 50 und 104 Quadratmeter Größe, die über einen Außenaufzug zu erreichen sind. Sie sollen spätestens im Januar 2013 bezugsfertig sein für eine Kaltmiete von 8,50 Euro.

 
 
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Kategorie(n): Gebäude
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