Hier findest du Klima & Energie News rund um das Thema Gebäude: Wenn du nach Neuigkeiten und Informationen zur CO2-Einsparung beim Bau oder der Rennovierung von Gebäuden suchst, wirst du hier fündig.
Veröffentlicht am 2. Februar 2010, Kategorie(n):Gebäude, 229 x gelesen
Mit der energetischen Sanierung aller Gebäude in Deutschland ließe sich wahrscheinlich die größte Einsparung beim Ausstoß von Treibhausgasen erzielen. Eine flächendeckende Modernisierung der deutschen Immobilien würde demzufolge mehr CO2 einsparen als durch den Einsatz von Solaranlagen und der Produktion von sauberem Solarstrom vermieden wird. Natürlich sollte aber die eine Verbesserung die andere nicht ausschließen. Den Sinn von energieeffizienten Wohnungen und Häusern haben indes aber zumindest die deutschen Mieter begriffen: Eine repräsentative Umfrage von Immowelt.de hat ergeben, dass mehr als die Hälfte der Mieter hierzulande bereit wären, mehr Kaltmiete zu zahlen, wenn ihre Wohnung dafür besser gedämmt ist. Kein Wunder, schließließlich lassen sich damit nicht nur CO2-Emissionen sondern auch Heizkosten einsparen.
Veröffentlicht am 14. Januar 2010, Kategorie(n):Gebäude, 302 x gelesen
Im Herbst letzten Jahres machte das unabhängige Energieunternehmen für Ökostrom und ein Erdgas-Biogas-Gemisch LichtBlick zusammen mit Volkswagen von sich Reden. Seitdem werden im Rahmen einer exklusiven Energie-Partnerschaft sogenannte “ZuhauseKraftwerke” mit Erdgasmotoren von Volkswagen als neues, intelligentes Konzept der Wärme- und Stromversorgung für das eigene Haus angeboten. Heute gab nun auch der japanische Autohersteller Toyota ähnliches bekannt: Allerdings handelt es sich bei diesen Mini-Heizkraftwerken für Zuhause noch um Praxistests, dafür setzt man aber gleich auf die Technik der Zukunft: Die Brennstoffzellen sollen also in (fernerer) Zukunft nicht nur unsere Autos antreiben sondern sie könnten mit Feststoff-Brennstoffzellen-Technik auch für Wärme und Strom in den eigenen vier Wänden sorgen.
In einem breit angelegten Feldversuch wird jetzt Toyota die Praxistauglichkeit von stationären Heizkraftwerken mit Feststoff-Brennstoffzellen-Technik (Solid-Oxide-Fuel-Cell = SOFC) für den Heimgebrauch testen. Ein Mini-Kraftwerk, das gemeinsam mit Aisin Seiki Co., Ltd., der Osaka Gas Co., Ltd. und dem Elektronikkonzern Kyocera Corporation entwickelt wurde. Insgesamt 30 Einheiten werden in ausgewählten Privathaushalten installiert und versorgen die Anwender mit Strom und Warmwasser. Der Versuch soll in den kommenden Monaten Informationen für eine künftige Kommerzialisierung dieser Technik liefern und ist Teil des sogenannten “Solid Oxide Fuell Cell Verification Project” der New Energy and Industrial Technology Development Organization (NEDO), die neue Möglichkeiten der Energieversorgung entwickelt.
Die auf Eigenheime zugeschnittenen Heizkraftanlagen mit Feststoff-Brennstoffzellen-Technik liefern Wärme und elektrischen Strom. Der aus Erdgas als Energieträger abgespaltene Wasserstoff reagiert dabei in den Zellen des Stromgenerators mit Luftsauerstoff zu Wasser. Bei dieser Reaktion fließen unter Wärmebildung Elektronen, die den Strom generieren. Die Abwärme entweicht nicht ungenutzt, sondern heizt über einen Wärmetauscher Wasser in einem separaten Tank auf.
Veröffentlicht am 8. Dezember 2009, Kategorie(n):Gebäude, 413 x gelesen
Während in Kopenhagen Experten und Politiker die internationalen Lösungen im Kampf gegen den Klimawandel beraten, zeigt die vom Bundesumweltministerium geförderte Kampagne “Klima sucht Schutz” Klimaschutz der praktischen Art: Mit dem neuen “Passivhaus-Spezial” und verschiedenen Energiespar-Ratgebern werden Endverbraucher informiert, wie sie persönlich von der Passivhaus-Bauweise im Neu- und Altbau profitieren können und von welchen vorbildlichen Praxisbeispielen sie abschauen können.
Drei der insgesamt 15 Energiespar-Ratgeber der Klimaschutzkampagne wurden um verschiedene Optionen zum Passivhausstandard erweitert. Im Ratgeber “Heizkosten im Neubau” haben angehende Bauherren von Wohngebäuden neben dem schnellen Vergleich verschiedener Heizsysteme jetzt zusätzlich auch die Möglichkeit, die Energiebilanz und Wirtschaftlichkeit eines Passivhauses zu prüfen. Besonderheit eines Passivhauses ist, dass es ohne separates Heizsystem auskommt. Schnell und unkompliziert können Nutzer die individuelle Höhe der nötigen Investitionen sowie der laufenden Verbrauchs- und Betriebskosten in Erfahrung bringen. Auch die CO2-Emissionen der ausgewählten Systeme werden gegenübergestellt. Die aktuelle Energieeinsparverordnung (EnEv) verlangt beispielsweise für ein neu gebautes Einfamilienhaus einen jährlichen Heizwärmebedarf von höchstens 95 Kilowattstunden pro Quadratmeter. Mit weniger als 15 Kilowattstunden pro Quadratmeter liegt der Energiebedarf eines Passivhauses bei nur einem Bruchteil dessen, was in Zeiten steigender Energiepreise bares Geld ausmacht.
Veröffentlicht am 11. November 2009, Kategorie(n):Gebäude, 842 x gelesen
Die meisten Menschen verbinden mit Bayer vor allem ein Chemie- und Pharma-Unternehmen, der Bayer-Konzern besteht aber aus über 350 Gesellschaften mit den unterschiedlichsten Schwerpunkten und beschäftigt aktuell mehr als 100.000 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen. Heute am 11. November 2009 haben der Bayer-Vorstandsvorsitzende Werner Wenning und Bayer-Vorstandsmitglied Dr. Wolfgang Plischke auf einer Pressekonferenz vor mehr als 120 Journalisten aus 35 Ländern bekannt gegeben, dass Bayer sein Nachhaltigkeits-Engagement deutlich verstärken will. Innerhalb des neuen Nachhaltigkeitsprogramms sollen spezielle Projekte in den Bereichen Gesundheit, Ernährung und Klimaschutz gestartet werden.
Foto: Bayer AG / Bayer Verwaltungsgebäude in Diegem, Belgien (Niedrigenergiehaus)
Das EcoCommercial Building-Programm
Eines dieser Projekte ist das sogenannte “EcoCommercial Building-Programm”, mit dem ein internationaler Standard für emissionsarme oder gar Null-Emissions-Gebäude geschaffen werden soll. In diesem Bereich stecken weltweit mit die größten Einsparungspotentiale von Energie und CO2, da der Energieverbrauch in Gebäuden fast 20 Prozent der weltweiten Treibhausgas-Emissionen verursacht. Während Passivhäuser und Energiesparhäuser im privaten Sektor bereits stark in den Mittelpunkt des Interesses von Bauherren gerückt sind, wurde energiesparende und klimaschonende Planung und Bauweise bei gewerblichen und öffentlichen Gebäuden bisher zumeist vernachlässigt.
Veröffentlicht am 4. November 2009, Kategorie(n):Gebäude, Sonstiges, 402 x gelesen
Am 5. November 2009 wird Dr. Johannes D. Hengstenberg, Gründer und Geschäftsführer der gemeinnützigen Beratungsgesellschaft co2online gGmbH, mit dem Bundesverdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland für sein langjähriges Engagement für Klimaschutz und Energiesparen geehrt. Hengstenberg wird die Auszeichnung im Kreise seiner Mitarbeiter und engen Freunde direkt in den Räumen seiner Schöneberger Firma von Berlins Senatorin für Gesundheit, Umwelt und Verbraucherschutz Katrin Lompscher entgegennehmen.
“Der Einsatz von Dr. Hengstenberg für den Klimaschutz verdient und erhält zurecht hohe Anerkennung”, erklärt Senatorin Lompscher. “Seit dem Internationalen Umweltgipfel 1992 in Rio hat er sich auf die Analyse und Beratung zur Verbesserung der Energieeffizienz von Wohngebäuden spezialisiert. Früher als viele andere erkannte er, dass es gerade hier ein sehr großes Einsparpotenzial gibt und der CO2-Ausstoß so deutlich verringert werden kann. Dr. Hengstenberg hat mit seinen Ideen und seiner Begeisterung viele Menschen erreicht. Mit Hilfe seiner Beratungen können Mieterinnen und Mieter und auch Unternehmen einen Beitrag zum Energiesparen und damit zur Senkung des CO2-Ausstoßes leisten.”
Seine wirkungsvolle Arbeit schützt das Klima, stärkt die Wirtschaft und schafft Beschäftigung
Die Themen der vom Bundesumweltministerium geförderten Kampagnen, die Hengstenberg mit co2online initiiert hat, reichen von der wärmetechnischen Modernisierung von Gebäuden bis hin zum Stromsparen im Alltag. Mit den Service-Leistungen, die er jedem Bürger kostenlos anbietet, schafft er Transparenz und hat bis heute viel bewirkt. Mit seinen interaktiven Energiespar-Ratgebern konnte er bereits die Marke von 3 Millionen abgeschlossenen Beratungen durchbrechen und zusammen mit über 30.000 schriftlichen Einzelfall-Heizgutachten haben Hengstenberg und sein Team damit nachweislich eine CO2-Minderung von über 3,1 Millionen Tonnen angestoßen. Alle bisher nicht evaluierten Ratgeber und öffentlichkeitswirksamen Aktionen eingeschlossen, läge die CO2-Ersparnis sogar noch weit höher. Die Services lösten bisher Modernisierungsmaßnahmen bei 249.000 Wohneinheiten aus und bescherten Industrie und Handwerk einen zusätzlichen Umsatz von über einer Milliarde Euro, verbunden mit einem Beschäftigungseffekt von etwa 15.000 Personenjahren. Johannes Hengstenberg zeigt: Wirksamer Klimaschutz spart Geld und schafft Arbeitsplätze.
Veröffentlicht am 27. Oktober 2009, Kategorie(n):Gebäude, 357 x gelesen
Modernisierungen gelten als sichere Investition in der Krise / allgemeines Interesse am Energiesparen rückläufig
Die Wirtschaftskrise beginnt, sich auf den Sanierungsmarkt auszuwirken. Das zeigen die Ergebnisse des aktuellen co2online-Klimabarometers aus dem zweiten und dritten Quartal 2009. Die Resultate sind allerdings widersprüchlich. Während sich in der aktuellen Quartalsfrage mit 42 Prozent die Mehrheit der Teilnehmer für die Modernisierung als sichere Investition in der Krise aussprach, ermittelte das Klimabarometer einen allgemeinen Rückgang des Interesses am energetischen Sanieren. Abgenommen hat auch die Sorge um die Sicherheit der Energieversorgung, wie der Klimabarometer-Index zeigt. Mit Versorgungsschwierigkeiten in den nächsten zehn Jahren rechnen nur noch 31 Prozent der Teilnehmer gegenüber 45 Prozent vor einem Jahr. Mit einem Rückgang von 92 auf 81 Punkte landet der Index für die Versorgungssicherheit damit auf dem niedrigsten Wert seit Beginn der Erhebungen des Klimabarometers im zweiten Quartal 2008. Zum ersten Mal geben außerdem weniger als die Hälfte der Befragten (49 Prozent) an, ihren Energieverbrauch zu senken, um Kosten zu sparen. Im zweiten Quartal 2008 war dies noch für 69 Prozent der wichtigste Grund. 35 Prozent wollen aktuell Energie sparen, um ihre CO2-Emissionen zu mindern, weitere 17 Prozent haben das Ziel, die Ressourcen zu schonen.
Sinkende Energiepreise verringern Interesse am Energiesparen Ein Grund für das abnehmende Interesse am Energiesparen ist neben der Wirtschaftskrise auch in dem kurzzeitigen Aussetzen der Heizkostensteigerung zu sehen, bedingt durch den Rückgang des Ölpreises. Lag der Preis für eine Kilowattstunde Heizöl Mitte 2008 noch bei 9,5 Cent, fiel er bis Mitte 2009 auf 5,5 Cent. Beim Erdgas sanken die Preise von 8,7 Cent pro Kilowattstunde Anfang 2009 auf 6,8 Cent Mitte 2009. “Zentral für die Entscheidung, eine energetische Modernisierung am Haus vorzunehmen oder ein hocheffizientes Stromgerät zu erwerben, sind die Kosten und die erwarteten Kosteneinsparungen. Geringere Heiz- oder Stromkosten kombiniert mit der Angst vor den persönlichen Auswirkungen der Wirtschaftskrise reduzieren die Bereitschaft zur Modernisierung. Wer aber eine Modernisierung durchführt, hält gerade dies für die richtige Entscheidung, weil aktuell die Kreditzinsen niedrig sind und mittelfristig mit steigenden Energiepreisen zu rechnen ist”, erklärt der Projektleiter des Klimabarometers Malte Friedrich vom Institut für soziologische Meinungsforschung (IsoMe) zum Widerspruch zwischen Motivation zur Modernisierung ausgelöst durch die Wirtschaftskrise und gleichzeitigem geringen Interesse an Modernisierungen. Alle weiteren Ergebnisse erfahren Sie im aktuellen Klimabarometer II-III/09. Das Klimabarometer sowie aktuelle Grafiken stehen im Internet unter www.klima-sucht-schutz.de/klimabarometer.0.html zum Download bereit.
Veröffentlicht am 19. Oktober 2009, Kategorie(n):Gebäude, 1,068 x gelesen
In der Vergangenheit war es selbstverständlich, dass jedes Haus und Gebäude sowohl Heizenergie wie auch Strom und ggfs. Energie zum Kühlen verbraucht. In Zeiten von Energiesparhäusern bzw. Niedrigenergiehäusern wurde der Energieverbrauch drastisch reduziert und mit dem Passivhaus kamen Gebäude auf den Markt, die keine Heizung zur Deckung des Wärmebedarfs mehr benötigen und im Idealfall ihren Strombedarf über eine Solaranlage decken können. Noch einen Schritt weiter geht das Plus-Energie-Haus des BMVBS (Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung), denn es produziert dank klugem Design und modernster Technik mehr Energie als es verbraucht.
Foto: ZEBAU GmbH
Das Plus-Energie-Haus ist ein prototypisches Anschauungsobjekt der BMVBS-Forschungsinitiative “Zukunft Bau” sund steht derzeit leider noch nicht als Serienbau am Markt. Allerdings zeigt es anschaulich, wie in Zukunft ansprechende Architektur mit innovativer Technik verbunden werden kann um gleichzeitig hochwertigen Wohnkomfort zu bieten und unser Klima zu schützen. Denn das Plus-Energie-Haus ist gut für die Umwelt, gut für die Stadt, gut für seine Bewohner und gut für den Geldbeutel – denn je weniger Energie verbraucht wird, desto niedriger sind die Nebenkosten.
Veröffentlicht am 19. Oktober 2009, Kategorie(n):Gebäude, 509 x gelesen
Der deutsche Beitrag in Form des Plus-Energie-Hauses der TU Darmstadt (Unterstützt vom BMVBS) hat dieses Jahr erneut den weltweit renommierten Preis im “Solar Decathlon” in Washington D.C. gewonnen. Der Preis wird vom amerikanischen Energieministerium ausgelobt und gilt als “inoffizielle Weltmeisterschaft der Solarhäuser”. Am Endausscheid nahmen 20 Teams aus Universitäten aus Amerika und Europa teil.
Das preisgekrönte zweistöckige Wohngebäude, das von Studierenden der Technischen Universität Darmstadt unter Leitung von Prof. Manfred Hegger entwickelt wurde, ist damit ebenso erfolgreich wie das erste, einstöckige Modell, das 2007 den Preis gewann. Beide Häuser produzieren durch kluges Design und modernste Technik mehr Energie, als sie verbrauchen. Der großartige Erfolg unterstreicht die führende Position Deutschlands beim energieeffizienten Bauen.
Staatssekretär Prof. Dr.-Ing. Engelbert Lütke Daldrup: „Ich gratuliere dem Team zu diesem großen Erfolg. Ich freue mich, dass wir mit unserem Forschungsprogramm dieses zukunftsweisende Projekt unterstützen können. Das sind gut investierte Mittel. Sie stärken die Zukunftschancen der Bauwirtschaft und der Planer in Deutschland. Das Haus gibt wichtige Impulse für einen modernen, zeitgemäßen Wohnungsbau“.
Veröffentlicht am 7. Oktober 2009, Kategorie(n):Gebäude, Solarenergie, 541 x gelesen
Können wir Häuser konstruieren, die sowohl energieeffizient, komfortabel und kostengünstig zu bauen sind? Dieser Frage gehen die Teilnehmer des U.S. Department of Energy Solar Decathlon 2009 - allesamt College Schüler und Studenten - in den ersten Wochen des Oktober nach. Der Solar-Zehnkampf findet mitten in Washington statt, wo in dieser Zeit an der National Mall in Washington, D.C. zwischen der 10ten und 14ten Strasse und zwischen Madison Drive und Jefferson Drive das Solar-Dorf entsteht.
Aufnahmen vom dritten Solar Decathlon in Washington
Der Solar Decathlon ist ein internationales Event, an dem Teams aus ganz Amerika und vielen anderen Ländern teilnehmen. Im Jahr 2007 kamen die Gewinner mit dem attraktivste und energieeffizientesten aus der Technischen Universitat Darmstadt (TUD) in Deutschland. Die vorgefertigten Gebäudeteile werden zur National Mall transportiert und dort wieder zusammengebaut um dann in zehn Wettkämpfen gegeneinander anzutreten. Der Wettbewerb findet in den Bereichen Architektur, Konstruktion, Vermarktbarkeit, Komfort, Haushaltsgeräte, Warmwasserbereitung, Beleuchtung, etc. statt, in denen die Häuser nicht nur nach ihrem Energieverbrauch bewertet werden , die Teams aber Bonuspunkte bekommen können, wenn ihr Gebäude mehr Energie erzeugt als es verbraucht. Der Gesamtsieger wird am 16. Oktober bekannt gegeben.
Veröffentlicht am 24. September 2009, Kategorie(n):Gebäude, 967 x gelesen
Ein großer Teil des Energieverbrauchs in Deutschland lässt sich auf die Beheizung, Kühlung und Beleuchtung von Häusern, Wohnungen und Büros zurückführen. Während moderne Passivhäuser nahezu ohne Heizenergie auskommen, wird in vielen Wohnungen immer noch Wärme aus Strom gewonnen, was eine der ineffizientesten und klimafeindlichsten Arten der Heizenergiegewinnung ist. Da sich für die Nutzer der noch rund 1,5 Millionen Nachtspeicherheizungen in Deutschland - mit Inkrafttreten der EnEV 2009 - ab Oktober die Rahmenbedingungen verändern, steht das Thema EnEV 2009 im Mittelpunkt des aktuellen Journals auf dem Energiesparclub.
Warum ist das Heizen mit Strom klimafeindlich?
Elektrischer Strom ist die hochwertigste Energie, denn sie ist fast überall verfügbar und kann für die verschiedensten Zwecke eingesetzt werden: Vom heimischen PC über die Waschmaschine bis hin zu Industriemaschinen und Elektromotoren – oft geht ohne Strom gar nichts.
Mehr als die Hälfte des deutschen Stroms kommt aus Stein- und Braunkohlekraftwerken. Dabei wird weniger als sechzig Prozent der in Kohlekraftwerken eingesetzten Energie zu elektrischem Strom umgewandelt. Elektroheizungen, auch als Nachtspeicherheizungen bekannt, machen dann aus dieser hochwertigen, mit viel Abwärme verbundenen Energieform, nur Heizwärme auf niedrigem Temperaturniveau. Das bedeutet eine Entwertung der hochwertigen “Edelenergie” Strom, die nutzbringender anderswo hätte verwendet werden können. Die Kraftwerks-Abwärme hingegen, die als “Abfallprodukt” ohnehin entsteht, heizt jedoch nur die Umgebung und keinen Wohnraum. Eine vernichtende Bilanz der Verschwendung von Ressourcen! Die Lösung: So genannte Kraft-Wärme-Kopplung, mit der im Kraftwerk auch die Abwärme genutzt wird, und Haushalte, die nicht mehr mit Strom Heizen sondern mit Fernwärme oder anderen modernen Heizungsanlagen. Übrigens: Auch Ökostrom sollte nicht zum Beheizen von Gebäuden verwendet werden. Denn das Problem der großen Verluste bei der Umwandlung des Stroms in Wärme hat mit der Herkunft des elektrischen Stroms nichts zu tun. Auch Sonnen-, Wasserkraft- und Windstrom sind zu schade zum verheizen. Denn auch diese Ressourcen sollten nicht verschwendet werden, sondern dazu benutzt werden Kohle- und Atomkraftwerke zu ersetzen. Heizwärme kann jedoch umweltfreundlich aus Kraft-Wärme-Kopplung, aus Pelletöfen, modernen Gas- Brennwertheizungen und Solaranlagen kommen.
Doch wie sind so genannte Wärmepumpen zu beurteilen, schließlich werden auch sie mit Strom betrieben? Entscheidend bei der ökologischen Bewertung einer Wärmepumpe ist die “Jahresarbeitszahl”. Hier gilt: je höher, desto besser. Wenn auf eine Kilowattstunde elektrische Antriebsarbeit vier oder mehr Kilowattstunden Umweltwärme aus dem Erdreich oder der Luft entnommen werden, ist die Kohlendioxidbilanz ähnlich wie beim Einsatz eines Gas-Brennwertkessels oder bei Fernwärme aus einem Kohlekraftwerk. Damit sich der Betrieb einer solchen Wärmepumpe auch ökonomisch vernünftig darstellt, empfehlen Experten, dass eine “monovalente Betriebsweise” (d.h. ohne ergänzendes Heizungssystem) möglich ist. Dies erfordert eine gute Dämmung und eine Wärmeverteilung, die mit niedrigen Temperaturen auskommt.