Klimaschutz kommt nicht von selbst und eine erfolgreiche Klimaschutzpolitik fordert erhebliche Anstrengungen in Wirtschaft und Gesellschaft. Um die selbstgesteckten Ziele einer maximalen Erderwärmung von 2 Grad zu erreichen und das Schlimmste zu verhindern, müssen große Summen investiert und tiefgreifende strategische Entscheidungen getroffen werden. Investoren spielen bei der Neugestaltung einer “grüneren” Wirtschaft mit deutlich weniger Ressourcenverbrauch und Emissionen eine wichtige Rolle. Dies gilt sowohl für die Bereitstellung des notwendigen Kapitals als auch für ihre aktive Rolle als Eigentümer von Unternehmen. Vor diesem Hintergrund untersucht das Beratungsunternehmen adelphi im Auftrag des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) die Klimaintensität von Kapitalanlagen und ihre Auswirkungen auf den Klimaschutz.

Neue Erkenntnisse zu Klimaschutz und Kapitalanlagen
Wer nachhaltiger investieren möchte, der braucht als erstes eine Übersicht über den Zusammenhang einer Kapitalanlage und den Auswirkungen auf Klima und Umwelt. Wie kann die Treibhausgasintensität von Kapitalanlageprodukten berechnet und dargestellt werden? Inwiefern können klimafreundliche Kapitalanlagen zum Klimaschutz beitragen? Auf diese Fragen liefert adelphi in den beiden Studien “Der Carbon Footprint von Kapitalanlageprodukten” und “Klimaschutz durch Kapitalanlagen” neue Antworten. Beide Untersuchungen wurden im Auftrag des BMU angefertigt und im Rahmen der Aktionswoche “Klima und Finanzen” umgesetzt. Heute, am 23. April 2010 wurden die Studienergebnisse erstmalig auf der Invest, Deutschlands größter Anlegermesse, vorgestellt. Beide Studien stehen am Ende des Artikels als Pdf zum Download bereit.
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Klimawandel und Klimaschutz sind aktuelle Themen, von deren Notwendigkeit die breite Öffentlichkeit längst überzeugt ist. Nicht zuletzt deshalb sind Umwelttechnologien und erneuerbare Energien bereits heute hochprofitable Branchen, und Unternehmen aus diesem Sektor sollen in Zukunft noch stärker dafür sorgen, dass unser Planet trotz steigendem Wohlstand lebenswert bleibt. Auch wollen immer mehr Menschen durch einen bewussteren Konsum und ein nachaltigeres Verhalten zu einer intakten Umwelt und fairen Gesellschaft beitragen. Dazu zählt natürlich ebenfalls, dass Verbraucher zunehmend Wert darauf legen, dass ihre Geldanlagen im Hinblick auf ökologische und ethische Aspekte sinnvoll ausgerichtet sind.

“Für alle herkömmlichen Kapitalanlageprodukte gibt es ethisch-ökologische Alternativen”, ist Dirk Baude, Vorstand der Umweltfinanz, überzeugt, “selbst für Riester-Verträge.” Nach Angaben des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales wurden bis Ende 2009 bereits rund 13 Millionen Riester-Verträge abgeschlossen. Laut Baude bringt davon wohl aber nur der geringste Teil eine Grüne Rendite. Dabei ist nicht das “Wollen” der Anleger das Problem. Vielmehr fällt es den meisten schwer, entsprechende Angebote und eine qualifizierte Beratung zu finden. Diese Lücke will die Umweltfinanz füllen, denn dort sieht man ethisch-ökologische und nachhaltige Kriterien als wichtige Bedingungen, um langfristig erfolgreich und gleichzeitig mit gutem Gewissen vorzusorgen. Mit der “Grünen Rente” können Privatanleger an der Wertentwicklung von Zukunftsmärkten partizipieren und gleichzeitig eine sozial-ökologische Wirtschaftsweise fördern.
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