Veröffentlicht am 23. April 2011, Kategorie(n):Allgemein, 880 x gelesen
In diesem rund 18,5 Minuten langen Video von messelive.tv schaut Susanne Frommert in die Zukunft - genauer gesagt in die deutsche Energiezukunft im Jahr 2020. Denn bis dahin könnten die Erneuerbaren Energien einen tragenden Anteil an der Stromerzeugung in Deutschland stellen, viel mehr als alle bisherige politischen Szenarien vorsehen. Die erzeugte Windenergie könnte dank neuer Offshore-Parks und Repowering von heute 23 Gigawatt auf 55 Gigawatt nahezu verdoppelt werden, die Kosten für Solarstrom werden Mitte des nächsten Jahrzehnts soweit sinken, dass die Netzparität erreicht ist und die installierte Leistung wird sich daher vis 2020 von heute 5 Gigawatt auf 40 Gigawatt verachtfachen. Wasserkraft, Bioenergie und Geothermie werden ebenfalls zu einer sauberen Energiezukunft beitragen und Deutschland vom Import fossiler Energieträger aus dem Ausland unabhängiger machen.
Veröffentlicht am 1. November 2010, Kategorie(n):Solarenergie, Windkraft, 1,438 x gelesen
Obwohl in der breiten Öffentlichkeit fast immer nur über die Kosten der Erneuerbaren Energien für den Steuerzahler gesprochen wird, ist der am höchsten subventionierte Strom laut einer aktuellen Greenpeace Studie der “billige Atomstrom”. Denn dieser wird nur über direkte Finanzhilfen des Bundes, Forschungsförderung, Kosten für die Atommüllendlager Asse II und Morsleben sowie Zahlungen für die Stilllegung der ostdeutschen Atommeiler rechnerisch günstig gehalten. Zu jeder Kilowattstunde aus einem AKW müssen daher zusätzliche 4,3 Cent aus Steuergeldern gerechnet werden. Diese müssten die Atomenergie zusätzlich zum Unfallrisiko, potentiellen Gesundheitsschäden durch radioaktive Strahlung oder dem unlösbaren Problem des Atommülls eigentlich zur letzten Wahl machen - denn über die Umlage zur Förderung der Erneuerbaren Energien wird die Kilowattstunde Ökostrom aktuell nur mit zwei Cent gefördert.
Foto: Siemens-Pressebild
Dennoch haftet den Erneuerbaren Energien der Makel an, dass sie ohne Förderung völlig unrentabel wären und in der Tat gilt es noch einige Probleme, wie etwa die Frage der Grundlastabdeckung zu lösen, bevor ein kompletter Umstieg auf Regenerative Energien auch nur theoretisch möglich wäre. Das Anfang September gestartete Forschungsprojekt “EUMONIS -Software und Systemplattform für Energie- und Umweltmonitoring-Systeme” hat das Ziel, die Wettbewerbsfähigkeit von Anlagen zur regenerativen Stromproduktion zu optimieren. Da eine einzige Form der Energieerzeugung das Energieproblem nicht lösen kann, werden dabei unter dem Begriff “Stromfabrik der Zukunft” erstmals die drei Bereiche der Windkraft, Solarenergie und Bioenergie integrativ betrachtet.
Veröffentlicht am 19. August 2010, Kategorie(n):Sonstiges, 1,321 x gelesen
Erst galten sie als die großen Hoffnungsträger, dann wurden dafür verantwortlich gemacht, dass die Nahrungsmittelpreise in den Entwicklungsländern steigen und dadurch Kinder hungern müssten, Regenwälder abgeholzt werden und Monokulturen gefördert werden. Nun sollen sie wieder besser als ihr Ruf sein: Die Rede ist von Energiepflanzen, die eine Alternative zu fossilen Energieträgern sind. Anfang August hat die Agentur für Erneuerbare Energien in Zusammenarbeit mit der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR) eine neue Broschüre mit dem Titel “Der volle Durchblick in Sachen Energiepflanzen” vorgetsellt. Viele der bisher angeführten Vorurteile sollen laut dieser Broschüre einer näheren Überprüfung nicht standhalten und werden mithilfe fundierter Daten und Fakten entkräftet.
Veröffentlicht am 17. Dezember 2009, Kategorie(n):BĂĽcher, 1,106 x gelesen
Der Erneuerbare-Energien-Sektor boomt. Noch nie wurde so viel nachhaltig erwirtschafteter Strom erzeugt wie heute. Die rasende Entwicklung in den Bereichen Solarenergie und Windkraft sowie bei Bioenergie und Geothermie hat den Autor Sven Geitmann veranlasst, ein neues Buch über diese aktuelle und hoch interessante Thematik zu verfassen: Erneuerbare Energien – Mit neuer Energie in die Zukunft. Es ist ab sofort erhältlich.
Die ersten Regionen in Deutschland werden in Kürze über 50 % Windenergie am Strom-Mix verfügen, und die Biomassebranche steigert die Produktion von Holzpellets innerhalb von nur vier Jahren um mehr als das Elffache. Die Solarstrombranche hat ohnehin schon die kühnsten Träume übertroffen. Innerhalb weniger Jahre hat sich der gesamte Erneuerbare-Energien-Sektor – trotz Wirtschaftskrise – zu einem Konjunkturmotor entwickelt. In jeder einzelnen Sparte von Bio-, Solar- und Windenergie arbeiten mittlerweile mehr Mitarbeiter als in den Bereichen Braunkohle, Steinkohle und Kernenergie zusammen.
Um bei dieser raschen Entwicklung noch den Überblick behalten zu können, hat der diplomierte Maschinenbau-Ingenieur Sven Geitmann ein neues Buch verfasst. Er dokumentiert darin ausführlich die bisherige Erfolgsgeschichte einer auf Nachhaltigkeit bauenden Energieversorgung und erklärt leicht verständlich die vielen verschiedenen Zukunftstechnologien. Geitmann beginnt in seinem Buch mit einer kritischen Auseinandersetzung der bisherigen Energiewirtschaft inklusive der daran gekoppelten Umweltproblematik. Er beschreibt zudem detailliert die Vor- und Nachteile der verschiedenen Energiewandlungstechniken (Solarenergie, Windkraft, Bioenergie, Geothermie, Wasserkraft). Darüber hinaus erklärt er die Funktionsweise innovativer Heizungsalternativen (Brennwerttechnik, Wärmepumpe, Kraft-Wärme-Kopplung, Brennstoffzelle) und gibt hilfreiche Tipps sowohl über Förderinstrumente als auch zum Thema Energiesparen.
Bis vor kurzer Zeit galt Biosprit aus Raps, Mais und anderen Pflanzen als DIE Lösung für das Treibstoffproblem. Die pflanzlichen Energiespeicher würden massenhaft angebaut, geerntet und zu Biosprit verarbeitet werden. Doch die Probleme begannen schon beim Anbau. Es tauchten immer mehr Nachrichten auf, die die gestiegene Nachfrage nach Bioenergie für steigende Lebensmittelpreise und Hunger in armen Ländern (mit)verantwortlich machten. Natürlich ist es aus ökologischer Sicht nicht vertretbar, dass die Produktion von Treibstoff für unsere Autos in Konkurrenz zu kostbaren Ackerflächen für Nahrungsmittel steht. Daher wird zur Zeit fieberhaft nach anderen Alternativen geforscht.
Hier könnte möglicherweise die Mikroalgen-Kulturtechnik ihre Vorteile ausspielen, denn einige der Einzelleralgen können wegen ihres Ölgehaltes als Quelle für Biodiesel dienen und aus anderen kann Ethanol gewonnen werden. Besonders praktisch ist, dass Algen ohne großen Flächenbedarf gezüchtet werden können und sie zum Wachsen sogar Abgase von Kohlekraftwerken nutzen können. Allerdings würden hierfür noch weit größere Anlagen benötigt, als die größte Algenproduktionsanlage, die zur Zeit in der Nähe von Potsdam in Deutschland steht. mehr… »
Herausforderungen für die Nahrungs- und Energiesicherheit
Eine Energieversorgung, die in Deutschland zu über 90% auf fossilen Energieträgern und Kernkraft – im Transportsektor sogar zu 98% auf Erdölderivaten – basiert, ist weder aus ökologischer noch aus wirtschaftlicher Sicht zukunftsfähig. Bioenergie kann Teil einer Übergangsstrategie sein, die perspektivisch in eine postfossile Zukunft mündet. Weltweit stehen zum Anbau von Energiepflanzen große Flächen zur Verfügung. In Entwicklungsländern können Anbau und Nutzung von Biomasse regionale Wirtschaftskreisläufe stimulieren und gerade in rohstoffarmen Gebieten Beschäftigungschancen bieten.
Jedoch ergeben sich aus dieser Option auch erhebliche Risiken: Werden für Energiepflanzenkulturen Ökosysteme verletzt, kehren sich Klima- und Umweltbilanz schnell ins Gegenteil. Problematisch ist auch die Flächenkonkurrenz zur Lebensmittel- und Tierfutterproduktion, die ihre öffentliche Zuspitzung in der Formel „Tank oder Teller“ findet. Führt die deutsche und europäische Bioenergiepolitik zu Hunger und Nahrungsmittelknappheit gerade in den ärmsten Ländern?