Veröffentlicht am 23. Juni 2010, Kategorie(n):Sonstiges, 1,173 x gelesen
Angesichts des gigantischen Ausmaßes der Deepwater Horizon Katastrophe und der immer noch ungelösten Frage, wie man nach mehr als zwei Monaten (!) das tägliche Austreten von Unmengen an Erdöl verhindern kann, hatte US-Präsident Barack Obama per Eilentscheidung alle Bohrungen im Golf von Mexiko für sechs Monate gestoppt. Nun hat ein Bundesgericht in New Orleans - zur Freude der Ölkonzerne und dem Entsetzen aller Umweltschützer und wahrscheinlich der meisten Menschen - diesen Stopp aufgehoben. Die NOIA, die nationale Organisation der Offshore Industrie der USA, feierte diesen Sieg gestern bereits in einer Pressemeldung. Allerdings will die Amerikanische Regierung gegen das Urteil in Berufung gehen.
Aber niccht nur für die US-Richter gilt wohl der Grundsatz, dass Umwelt und Natur zweitrangig sind und damit hinter den wirtschaftlichen Interessen anzustehen haben. Auch Grönlands Premierminister Kuupik Kleist machte diesen Standpunkt für sein Land klar und bestätigte, dass er Ölexplorationsbohrungen in bis zu 2.000 Meter Tiefe vor der Arktis genehmigt habe. Selbst mit dem Wissen, dass diese in noch größerer Tiefe (2.000 Meter) und in einem wahrscheinlich noch sensibleren Ökosystem stattfinden sollen, erscheint ihm das gewaltige Risiko durch das Wirtschaftswachstum gerechtfertigt.
Veröffentlicht am 22. Juni 2010, Kategorie(n):Auto und Verkehr, 1,424 x gelesen
In den USA, dem Land der riesigen Geländewagen und SUV stellte die Ezra Klein von der Washington Post vor ein paar Tagen in ihrem Artikel die Frage, was eine Gallone benzin kostet. Auch wenn Sprit in den USA immer noch deutlich billiger ist als in Deutschland, lässt sich diese Frage ohne Probleme übernehmen: Was kostet der Liter Benzin? Ein grosser teil wird nun einfach sagen, dass es zu viel kostet, wieder andere würden erwiedern, dass sie erst zur Tankstelle fahren müssten um dort nach dem aktuellen Preis zu sehen. Heue lag er z.B. bei rund 1,45 Euro für den Liter Super, was für den einzelnen Autofahrer wahrscheinlich eine befriedigende (oder auch ärgerliche) Antwort auf die Frage sein mag. Im grossen Gesamtzusammenhang ist er damit aber laut Klein immer noch viel zu niedrig, da der Großteil der Kosten einfach nicht enthalten ist.
Veröffentlicht am 16. Juni 2010, Kategorie(n):Sonstiges, 1,860 x gelesen
Auch wenn es BP inzwischen gelungen ist, einen Teil des Öls aus dem Leck der Deepwater Horizon unter Wasser aufzufangen, sprudeln dennoch weiterhin jeden Tag Unmengen an giftigem Erdöl in den Golf von Mexiko. Wenn uns die wohl folgenschwersten Ölkatastrophe der Menschheit daher eines gelehrt hat, dann, dass die Förderung von Rohstoffen wie Öl immer enorme Risiken birgt. Aktuell stellt US-Präsident Obama die Führungsspitze von BP gerade wieder zur Rede und verlangt Entschädigungen in Milliardenhöhe. Nicht vergessen werden sollte dabei aber, dass die Gesellschaften der Industrienationen im Allgemeinen eine Schuld trifft. Schließlich ist es die Abhängigkeit aller Menschen und die Gier nach dem schwarzen Gold, die Konzerne wie BP auch an riskanten Stellen nach Öl bohren lässt.
Foto: Paul Louis
Während die Ölkatastrophe im Golf von Mexiko also Milliarden kosten wird, ist der Schaden an der Natur und die Qual der verendenden Tiere nicht mit Geld wieder gut zu machen. Um solch tragische Ereignisse in Zukunft zu vermeiden, kann es daher nur den Weg des Energiesparens bei gleichzeitiger Enticklung alternativer und umweltfreundlicherer Technologien geben. Wer nun aber denkt, dass Elektroautos das Problem lösen werden, denkt zu kurz. Denn erstens benötigen auch sie Energie, zweitens wird Öl in fast allen Lebensbereichen benötigt. Neben der Verwendung als Kraftstoff (Benzin, Diesel, Kerosin) wird Erdöl vor allem auch für die Herstellung von Plastik und Kunststoffen benötigt. Die Notwendigkeit von Öl wirft daher zwangsläufig die Frage nach alternativen Ölgewinnungsprozessen auf.
Veröffentlicht am 7. Juni 2010, Kategorie(n):Sonstiges, 1,195 x gelesen
Auch wenn BP angibt, dass das Auffangen des Öls unter Wasser inzwischen zu einem (großen) Teil gelinge, sprudeln täglich immer noch zigtausende Liter Öl ins Wasser und vergiften den Lebensraum Meer. Und selbst wenn es BP in absehbarer Zeit schaffen wird, das Leck am Meeresboden ganz zu schließen, wird das Aufräumen an den amerikanischen Küsten nach dem Untergang der Deepwater Horizon noch mehrere Monate dauern. Ganz zu schweigen von der Natur: Ihre Erholung wird sich vermutlich über Jahrzehnte hinziehen.
Veröffentlicht am 4. Juni 2010, Kategorie(n):Sonstiges, 1,575 x gelesen
Nachdem es zu einem weiteren Rückschlag beim Kampf gegen die Ölpest im Golf von Mexiko kam, als die Säge stecken blieb, mit der das Steigrohr am Meeresboden für eine Auffangvorrichtung vorbereitet werden sollte, gelang es BP gestern, das Rohr mit einer großen hydraulisch betriebenen Zange zu kappen. Nach diesem Schritt, der von ferngesteuerten Unterwasserroboter (ROV) ausgeführt wurde, ist nun eine Auffangvorrichtung in Form einer Glocke über das LMRP-Modul gestülpt worden. Diese ist über eine Steigleitung mit dem Bohrschiff Discoverer Enterprise verbunden und soll so den Großteil des austretenden Öl-Gas-Gemisches aufzufangen und zum Bohrschiff weiterleiten. Das Video zeigt, wie diese Vorrichtung (LMRP-Glocke) funktioniert:
Veröffentlicht am 1. Juni 2010, Kategorie(n):Allgemein, 1,877 x gelesen
Die meisten erwarten in diesem Artikel wahrscheinlich, dass mit dem Finger auf das Öl- und Energieunternehmen BP gezeigt und zum Boykott von BP-Tankstellen und Aral-Tankstellen (gehören zum BP Konzern) aufgerufen wird. Damit wäre der Umwelt aber nur wenig geholfen und selbstverständlich gehört BP für seine Fehler verantwortlich gemacht. Allen voran, der schlechten Vorbereitung auf solch eine Katastrophe. Dennoch ist der Konzern nicht der einzige oder wahre Übeltäter. Denn um den Schuldigen zu sehen, müssen wir nur in den Spiegel schauen! Schließlich fördert BP das Erdöl nicht zum Selbstzweck aus dem Meeresboden, sondern weil unsere moderne Gesellschaft danach giert und auf Gedeih und Verderb auf das schwarze Gold angewiesen ist. Verbrauchen tut es Jeder der mit Benzin oder Diesel Auto fährt, der seine Wohnung mit Öl heizt, der in den Ferien verreist oder egal welches Produkt kauft.
Denn der fossile Energieträger dient sowohl zur Erzeugung von Wärme, von Elektrizität und als Treibstoff für fast alle Verkehrs- und Transportmittel. Außerdem wird Erdöl in der chemischen Industrie zur Herstellung von Kunststoffen und anderen Chemieprodukten vielfach eingesetzt und ist damit leider der wichtigste Rohstoff der modernen Industriegesellschaften. Wenn man sich also die Frage stellt, was man tun kann und wie solche Katastrophen in Zukunft verhindert werden können, muss man bei sich selbst anfangen. Denn je mehr Menschen den eigenen “Konsum” an Erdöl reduzieren, desto sinnvoll und vor allem, desto weniger weniger lukrativ wird die Ölförderung in so riskanten Gebieten wie tief unter dem Golf von Mexiko oder gar vor Alaska.
Veröffentlicht am 30. Mai 2010, Kategorie(n):Allgemein, 1,064 x gelesen
Nachdem der Plan, die Bohrlöcher der gesunkenen Deepwater Horizon mit einer Stahlglocke zu verschließen und das Öl abzupumpen bereits scheiterte, ist nun tragischerweise auch das zweite Konzept “Top Kill“, die Löcher mit Schlamm und Zement zu verstopfen nicht aufgegangen. BP bestätigte dies und wird sich wohl nun den nächsten Plan überlegen müssen. Bis dahin werden Millionen weitere Liter Rohöl in den Golf von Mexiko laufen und sowohl im Meer die sogenannten “Todeszonen” vergrößern wie auch riesige Küstengebiete verseuchen. Was das bedeutet, lässt sich aus dem Video der National Wildlife Federation erahnen, auch wenn es bereits einige Tage alt ist und nur einen Ausblick auf die Umweltkatastrophe gibt, die Louisiana und die Welt noch erwartet.
Veröffentlicht am 28. Mai 2010, Kategorie(n):Sonstiges, 2,012 x gelesen
Die mobile Ölbohr-Plattform Q4000 hat über der gesunkenen Deepwater Horizon Position bezogen um das Bohrloch am Meeresboden mit Schlamm zu verschließen und so zumindest den weiteren massenhaften Austritt von Rohöl zu verhindern. Das Video von Petty Officer 3rd Class Patrick Kelley der US-Küstenwache ist vom 26. Mai 2010, als die Arbeiten bereits erfolgreich angelaufen waren. Bisher konnte das Bohrloch im Golf von Mexiko aber immer noch nicht geschlossen werden und BP gab bekannt, dass erste Erkenntnisse erst am Wochenende zu erwarten seien. Wie die Operation “Top Kill” genau ablaufen soll, zeigt das zweite Video weiter unten als Animation.
Veröffentlicht am 24. Mai 2010, Kategorie(n):Sonstiges, 1,155 x gelesen
Seit der schlimmsten Umweltkatastrophe durch den Untergang der Deepwater Horizon vor mehr als einem Monat (!) laufen jeden Tag mehr als 800.000 Liter Öl in den Golf von Mexiko. Die rieisige Öl-Wolke unter dem Meeresspiegel treibt auf die Küste der USA zu und tötet auf ihrem Weg Tiere und Pflanzen. Seit dem Wochenende spricht auch der Betreiber BP, einer der mächtigsten Konzerne der Welt, von einer “katastrophalen” Situation. Währenddessen wächst bei den Betroffenen ebenso wie in Politik und Bevölkerung der Unmut darüber, dass es BP bisher nicht gelungen ist, die Lecks am Meeresboden zu verschließen und die Umweltverschmutzung zu stoppen.
Veröffentlicht am 17. Mai 2010, Kategorie(n):Sonstiges, 992 x gelesen
Wie BP am Sonntag berichtete, konnte ein kleiner Sieg im Kampf gegen die immer schlimmere Umweltkatastrophe errungen werden. Nachdem das Verschließen mit einer Stahlglocke gescheitert war, schaffte es der Konzern am Wochenende, ein langes Rohr in das Leck am Meeresboden einzuführen und einen Teil des ausströmenden Erdöls und Gases abzusaugen. Das Öl wird an Bord eines Schiffes gepumpt, wo es gelagert wird, während das Gas an Bord des Schiffes kontrolliert verbrannt wird.
Allerdings überwiegen weiter die negativen Meldungen: Wie in den Nachrichten berichtet wurde, entdeckten Wissenschaftler riesige, kilometerlange Ölschwaden tief unter der Wasseroberfläche. Sie befürchten nun, dass diese zu sogenannten “Todeszonen” im Golf von Mexiko werdern könnten. Auch der Einsatz der der eingesetzten Chemikalien an der Meeresoberfläche sowie auf dem Meeresgrund sorgt weiter für Kritik. Die Chemikalien sollen das Öl auflösen, die langfristige Wirkung auf Pflanzen und Meerestiere ist allerdings nicht erforscht.