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Der grüne Betrug – Wie der Klimaschutz missbraucht wird

Veröffentlicht am 20. Januar 2010,  Kategorie(n): Bücher,  4.684 x gelesen

Die Erderwärmung und der daraus resultierende Klimawandel sind Fakten und lassen sich nicht in Frage stellen. Einzig, wie weit der Mensch daran Schuld trägt und was getan werden kann um die schlimmsten Folgen zu verhindern, darüber lässt sich streiten. Und genau DAS ist es, was Politiker und Unternehmer in den letzten Jahren bevorzugt tun, allzu oft leider mit einem Auge darauf, wie sich aus den Klimaveränderungen am meisten Profit schlagen lässt. Denn Umweltschutz und Klimaschutz sind längst nicht mehr nur Themen für Öko-Idealisten sondern grüne Technologien und grüne Produkte sind mittlerweile ein Milliardengeschäft. Wie echter Klimaschutz dabei zwischen Tagespolitik und Lobbyismus auf der Strecke bleibt, darüber schreibt Martin Gerth, Redakteur bei der WirtschaftsWoche mit Schwerpunkten Investmentfonds, Altersvorsorge, Immobilien und grüne Geldanlage in seinem Buch „Der grüne Betrug“.

Der grüne Betrug von Martin GerthNach einer Studie der Unternehmensberatung PWC vom März 2009 sind in der EU bis zu 22 Milliarden Euro Investitionen in erneuerbare Energien nötig, um das Ziel zu erreichen, bis 2020 ein Fünftel weniger CO2 zu produzieren. Deutsche Bank Research errechnete allein für die deutsche Bauwirtschaft aufgrund von Klima- und Umweltschutzauflagen bis 2030 ein Investitionsvolumen von bis zu 340 Milliarden Euro. Wo auf Jahrzehnte lukrative Geschäfte winken, sind Einflussgruppen aus Politik und Wirtschaft nicht weit. Jeder will sich ein Stück vom Klimakuchen abschneiden, egal ob Parteien, Verbände oder Unternehmen. Die einen wollen Wählerstimmen ködern, manche Subventionen einsammeln, andere Umsätze mit grünen Produkten machen oder sich ein politisch korrektes Image verpassen.

Dazu kommt das überflüssige Schubladendenken, welches es den Politikern so schwer macht, pragmatisch und wirklich zielorientiert zu handeln. Wer in der Politik für konservative Werte eintritt, der darf sich beim Klimaschutz auf keinen Fall zu weit vorwagen, um nicht im eigenen Lager als Ökosozialist zu gelten. Im umgekehrten Fall kann es sich jemand aus dem linken Spektrum nicht leisten, Maßnahmen zum Klimaschutz anzuzweifeln, ohne sich der Gefahr auszuliefern, von der eigenen Partei als neoliberaler Kapitalist abgestempelt zu werden.

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