Veröffentlicht am 6. Februar 2010, Kategorie(n):Sonstiges, 1,672 x gelesen
Der deutsche Siemens Konzern tauchte hier bereits mehrfach auf und das eigentlich immer in einem guten Licht, wie z.B. in der Meldung, dass Siemens Technologie für saubere Windenergie in Mexiko liefert. Bei einem so riesigen Unternehmen wie Siemens, das in 190 Ländern weltweit operiert, in 2009 mehr als 76 Milliarden Euro Umsatz machte und nach eigenen Angaben mehr als 400.000 Mitarbeiter weltweit beschäftigt (Stand: 2009), stellt sich unweigerlich die Frage, ob wirklich alles so grün ist, wie es gerne verkauft wird. Nach eigenen Angaben wird inzwischen mehr als ein Viertel des Umsatzes von Siemens mit Umwelttechnologien erzielt, die von Windkraftanlagen über Solaranlagen bis zur Technologie für energieffizientere Gebäude reicht.
Allerdings fahren die Entscheidungsträger bei Siemens eine Doppelstrategie: Auf der einen Seite wird der Bereich “Grüne Technologien” stark forciert und soll auch in Zukunft für starkes Wachstum sorgen, auf der anderen Seite kommt baut Siemens aber auch Atomkraftwerke. “Umsatz vor Umwelt” könnte dort das Motto lauten und so will der Konzern aktuell vor allem im russischen Markt für Nuklear-Energie Fuß fassen.
Veröffentlicht am 20. Januar 2010, Kategorie(n):Bücher, 1,574 x gelesen
Die Erderwärmung und der daraus resultierende Klimawandel sind Fakten und lassen sich nicht in Frage stellen. Einzig, wie weit der Mensch daran Schuld trägt und was getan werden kann um die schlimmsten Folgen zu verhindern, darüber lässt sich streiten. Und genau DAS ist es, was Politiker und Unternehmer in den letzten Jahren bevorzugt tun, allzu oft leider mit einem Auge darauf, wie sich aus den Klimaveränderungen am meisten Profit schlagen lässt. Denn Umweltschutz und Klimaschutz sind längst nicht mehr nur Themen für Öko-Idealisten sondern grüne Technologien und grüne Produkte sind mittlerweile ein Milliardengeschäft. Wie echter Klimaschutz dabei zwischen Tagespolitik und Lobbyismus auf der Strecke bleibt, darüber schreibt Martin Gerth, Redakteur bei der WirtschaftsWoche mit Schwerpunkten Investmentfonds, Altersvorsorge, Immobilien und grüne Geldanlage in seinem Buch “Der grüne Betrug”.
Nach einer Studie der Unternehmensberatung PWC vom März 2009 sind in der EU bis zu 22 Milliarden Euro Investitionen in erneuerbare Energien nötig, um das Ziel zu erreichen, bis 2020 ein Fünftel weniger CO2 zu produzieren. Deutsche Bank Research errechnete allein für die deutsche Bauwirtschaft aufgrund von Klima- und Umweltschutzauflagen bis 2030 ein Investitionsvolumen von bis zu 340 Milliarden Euro. Wo auf Jahrzehnte lukrative Geschäfte winken, sind Einflussgruppen aus Politik und Wirtschaft nicht weit. Jeder will sich ein Stück vom Klimakuchen abschneiden, egal ob Parteien, Verbände oder Unternehmen. Die einen wollen Wählerstimmen ködern, manche Subventionen einsammeln, andere Umsätze mit grünen Produkten machen oder sich ein politisch korrektes Image verpassen.
Dazu kommt das überflüssige Schubladendenken, welches es den Politikern so schwer macht, pragmatisch und wirklich zielorientiert zu handeln. Wer in der Politik für konservative Werte eintritt, der darf sich beim Klimaschutz auf keinen Fall zu weit vorwagen, um nicht im eigenen Lager als Ökosozialist zu gelten. Im umgekehrten Fall kann es sich jemand aus dem linken Spektrum nicht leisten, Maßnahmen zum Klimaschutz anzuzweifeln, ohne sich der Gefahr auszuliefern, von der eigenen Partei als neoliberaler Kapitalist abgestempelt zu werden.
Veröffentlicht am 16. Oktober 2009, Kategorie(n):Sonstiges, 1,681 x gelesen
In der neusten Ausgabe des KLIMA-MAGAZIN, das ab jetzt am Kiosk zu erhalten ist, wird der Energie-Riese Vattenfall scharf kritisiert. Das in Hamburg erscheinende Magazin wirft dem schwedischen Konzern üble “Täuschungs-Tricks” vor. Zeitgleich kündigt Umweltschutz-Organisation “Greenpeace” im KLlMA-MAGAZIN eine Beschwerde gegen Vattenfall bei der nationalen Kontaktstelle für die Einhaltung der OECD-Leitsätze für multinationale Unternehmen im Bundeswirtschaftsministerium an.
“Vattenfall ist Deutschlands klimaschädlichster Stromanbieter. Kein anderer Energiekonzern stößt bei der Stromerzeugung pro erzeugter Kilowattstunde Strom soviel CO2 aus wie Vattenfall. Der schwedische Staatskonzern ist verantwortlich für rund 100 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr, - das ist doppelt soviel wie der schwedische Staat insgesamt ausstößt”, kritisiert der Greenpeace-Energieexperte Karsten Smid in einem Interview mit dem KLIMA-MAGAZIN den Stromkonzern. “Gegen diese doppelten Standards - in Schweden hui, in Deutschland pfui - hat Greenpeace Beschwerde im Wirtschaftsministerium nach den OECD - Leitsätzen für multinationale Unternehmen eingereicht. Wir wollen Vattenfalls Greenwashing entlarven und den Energiekonzern zu verantwortlichem Handeln im Klimaschutz bewegen.”
Veröffentlicht am 16. Mai 2009, Kategorie(n):Sonstiges, 1,751 x gelesen
Anfang April diesen Jahres wurde hier im Beitrag “Öko-Hosting oder Green Hosting als Beitrag gegen den Klimawandel” darauf hingewiesen, dass immer mehr Webhoster auf alternative Energien bzw. Ökostrom setzen und es wurden auch ein paar ausgewählte Anbieter namentlich genannt. Als Reaktion auf diesen Beitrag wurde die Redaktion von Klima-Wandel.com auf den - eigentlich beereits bekannten - Umstand hingewiesen, dass Ökostrom leider nicht immer gleich Ökostrom ist. So warnte Greenpeace Mitte April 2009 in einer Studie vor falschem Ökostrom.
“Hintergrund ist die Gesetzeslücke, dass ein Energieunternhemen im Ausland billige Zertifikate für Öko-Strom aus Wasserkraft einkaufen kann, den Strom selbst aber überhaupt nicht kauft. In Deutschland wird konventionell erzeugte Strom dann einfach mit Hilfe der Zertifikate zu Ökostrom umdeklariert.”
Von den im Beitrag genannten Unternehmen beziehen nur die drei Webhoster BioHost, GREENSTA! und Netroom ihre Energie von “echten” Ökostromanbietern. Alle drei nutzen das Rechenzentrum der Internic GmbH am Wiesenhüttenplatz 26 in Frankfurt am Main, dass seinen Strom von Greenpeace-Energy e.G. sowie der EWS Schönau bezieht. Letzere ist aus einer Bürgerinitiative entstanden, wie Greenpeace-Energy garantiert atomstromfrei und aktiv an der Förderung neuer Stromerzeugungsanlagen beteiligt. Der Umstieg des Rechenzentrumsbetriebs fand bereits in den Jahren 2005/2006 statt, also bevor die Werbung mit grüneren, umwelt- und klimafreundlicheren Produkten das Werbeargument der breiten Masse wurde.