Veröffentlicht am 23. Januar 2012, Kategorie(n):Allgemein, 254 x gelesen
Ein rasant steigender Energieverbrauch in den entscheidenden Schwellenländern wie China, Brasilien und Indien, ein gescheiterter Klimagipfel in Durban gegen Ende des letzten Jahres und mit Kanada sogar der erste Aussteiger aus dem Kyoto-Protokoll. Vor diesem Hintergrund dürften sich Schwarzseher bestätigt fühlen, welche die Menschheit und unsere Erde bereits seit Jahren auf eine große und unabwendbare Klimakatastrophe zurasen sehen. Doch große Probleme und Herausforderungen bieten immer auch Chancen, weshalb gerade Gründungsexperten in dieser Entwicklung auch etwas Positives sehen. Wenn Regierungen tatenlos zusehen und viele bestehende Unternehmen einen Kurswechsel möglichst lange hinauszögern wollen, dann bieten sich schließlich Nischen und Möglichkeiten für Existenzgründer und Start-Ups.
Andreas Kuckertz, Lehrstuhl für Innovations- und Gründungsmanagement an der Technischen Universität Dortmund, sieht aus diesem Grund gerade in 2012 große Chancen für Unternehmensgründer: “Sie sind Problemlöser. Die aktuellen Probleme werden genau die Gründer, die wir uns wünschen, nicht abschrecken, sondern dazu anspornen, marktfähige Lösungen zu entwickeln.” Dabei geht es auch im Bereich der Green Economy nicht nur um den Erhalt einer möglichst intakten Umwelt und einer lebenswerten Erde, sondern selbstverständlich auch um wirtschaftlich tragfähige Konzepte. Schließlich soll auch hier Geld verdient und Arbeitsplätze geschaffen werden. Nur eben mit einem möglichst geringen negativen Einfluß auf unsere Lebensgrundlage. Die Erfahrung der letzten Jahre haben nach Informationen des KfW/ZEW-Gründungspanel bewiesen, dass Gründungen in Krisenzeiten im Schnitt innovativer und erfolgreicher sind als Gründungen in Zeiten des wirtschaftlichen Aufschwungs.
Veröffentlicht am 19. Dezember 2011, Kategorie(n):Interviews, 359 x gelesen
Seit knapp einem Jahr ist Dr. Peter Böhm nun Chief Corporate Responsibility Officer bei der BSH Bosch und Siemens Hausgeräte GmbH. Um die Nachhaltigkeitsaktivitäten des Konzerns gezielt zu steuern, richtete die BSH Anfang des Jahres den neuen Konzernbereich ein. Im Interview mit UmweltDialog berichtet Böhm über seine Tätigkeit als Leiter der Abteilung sowie über Verbesserungsmöglichkeiten, Pläne und Ziele der BSH in Sachen Nachhaltigkeit.
UmweltDialog (UD): Sehr geehrter Herr Dr. Böhm, seit Anfang dieses Jahres sind Sie Leiter des Konzernbereichs Corporate Responsibility (CR) bei BSH Bosch und Siemens Hausgeräte. Würden Sie unseren Lesern kurz berichten, was Sie vorher gemacht haben?
Dr. Peter Böhm: In über 20 Jahren bei der BSH habe ich verschiedene Tätigkeiten ausgeübt. Als Mitglied der Produktbereichsleitung war ich beispielsweise für das Produktmarketing unserer Geschirrspüler verantwortlich, später war ich Geschäftsführer der BSH Tochtergesellschaft in Polen. Als Projektleiter habe ich die Altgeräterücknahme- und Recyclingsysteme in Europa aufgebaut. Zuletzt war ich für die internationale Vermarktung unserer besonders energieeffizienten Geräte verantwortlich.
UD: Was gehört zu den Aufgaben der CR-Abteilung und welche Funktionen übernehmen Sie als Leiter dieses Konzernbereichs?
Böhm: Unser Bereich plant und steuert konzernweit die Nachhaltigkeitsaktivitäten der BSH. Wir formulieren verbindliche Ziele und verankern diese dann in der Konzern-Businessplanung und den internen Prozessen der BSH. Dazu haben wir auch ein sogenanntes CR-Committee eingerichtet, das sich jeden Monat trifft. In diesem Gremium sitzen unter anderem die Konzernverantwortlichen aus dem Personalbereich, dem Kundendienst, dem Vertrieb, den Produktbereichen, dem Umweltschutz und der Geschäftsstrategie. Außerdem bin ich noch für die unternehmerische Interessenvertretung bei Politik und NGOs zuständig.
Veröffentlicht am 31. Oktober 2011, Kategorie(n):Allgemein, 740 x gelesen
Nach Berechnungen der UN leben seit heute mehr als 7 Milliarden Menschen auf unserem Planeten. Das Jubiläum ist allerdings kein wirklicher Grund zur Freude, denn es stellt sich die Frage, wann die Kapazität der Erde erschöpft ist. Während das Bevölkerungswachstum in vielen Industriestaaten wie auch Deutschland rückläufig ist, leben in den Schwellen- und Entwicklungsländern immer mehr Menschen. Bereits heute leben zwei von drei Erdenbürgern in Asien und die Bevölkerung des Afrikanischen Kontinents soll sich bis zum Jahr 2100 gar verdreifachen. Mit dem rasanten Wachstum der Weltbevölkerung werden sich aber nicht nur Nahrungsmittelknappheit, Hunger und Armut verschärfen, sondern vor allem auch die globalen Klima- und Umweltprobleme sowie der Kampf um die begrenzten Rohstoffreserven. Eine wachsende Weltbevölkerung setzt also ohne Zweiffel ein deutlich nachhaltigeres Leben und Wirtschaften voraus.
Veröffentlicht am 25. Oktober 2011, Kategorie(n):Allgemein, 512 x gelesen
Seit gestern und noch bis Mittwoch, den 25. Oktober 2011, findet in der Koelnmesse die UrbanTec statt. Hier werden die Mamutaufgaben beleuchtet, die der Klimawandel, die Rohstoffverknappung und das Bevölkerungswachstum für die Menschen in Städten und Ballungsgebieten mit sich bringt. Denn bereits heute lebt mehr als die Hälfte der Menschheit im urbanen Umfeld und in vielen Staaten hält die Landflucht weiter an. Die Risiken und Probleme eröffnen aber auch neue Chancen und Potentiale, die auf der UrbanTec ebenfalls im Mittelpunkt stehen. Einer der großen Aussteller ist der Siemens Konzern, der auf der internationalen Fachmesse kreative Ideen, leicht finanzierbare technische Lösungen und heute schon umsetzbare praktische Beispiele für nachhaltige Stadtentwicklung vorstellt. Das in Halle 7 gezeigte Spektrum an Umweltlösungen reicht von der virtuellen Stadt einer CO²-freien Zukunft mit praktischen Anwendungen und Optimierungsvorschlägen für kommunale Infrastrukturen bis hin zur modernen energetischen Gebäudesanierung, Verkehrsmanagement-Lösungen, Elektromobilität und intelligenten Stromnetzen.
Veröffentlicht am 12. September 2011, Kategorie(n):Allgemein, 604 x gelesen
Wenn in Diskussionen und Kommentaren im Internet, beim Stammtisch in der Kneipe oder in Politik und Wirtschaft alles miesgemacht wird, was “grün” oder “Öko” erscheint, dann meist deshalb, weil sich die Kritiker nicht vorstellen können, dass sich wirtschaftlicher Erfolg und nachhaltiges Handeln durchaus vereinbaren lassen. Dabei ist der Gedanke, dass beide oder mehrere Seiten von einem Geschäft profitieren können eigentlich eine fundamentale Basis in allen Gesellschaften. Wäre der Gedanke nicht abwegig, dass z.B. bei einem Geschäft immer nur der Verkäufer profitiert und würde es sich der Kunde nicht nach dem dritten, zweiten oder gar ersten Kauf schon überlegen, ob er noch einmal Geld bei diesem Verkäufer lässt? Wird nicht auch deshalb von Politik und Gesellschaft gefordert, dass sich gerade Manager und Banker nachhaltiger orientieren sollen? Also nicht an kurzfristigen Gewinnen, sondern am langfristigen Erfolg eines Unternehmens?
Wenn man im Bereich der Wirtschaft und unter den Entscheidern mehr Nachhaltigkeit fordert, dann kann sich dies aber nicht nur auf soziale Aspekte begrenzen, sondern diese Forderung muss Umweltaspekte mit einschließen. Schließlich ist es wenig sinnvoll, die Natur die gleichzeitig unsere Lebensgrundlage ist, für den kurzfristigen Erfolg zu zerstören. Wer langfristig denkt und auch unseren Kindern und den kommenden Generationen eine intakte und lebenswerte Erde hinterlassen will, der kann sie nicht nur zum eigenen Vorteil ausbeuten. Dass es anders geht haben inzwischen viele Branchen und Unternehmen vorgemacht: Von der Produktion und dem Vertrieb von biologisch erzeugten Lebensmitteln, nachhaltiger und fairer Mode über umweltverträglichem Tourismus bis zu den Erneuerbaren Energien, Energieeffizienz-Technologien oder einer grüneren Mobilität. In vielen Bereichen haben sich Unternehmen entwickelt, die mit Rücksicht auf Mensch und Umwelt handeln und dabei gleichzeitig wirtschaftlich erfolgreich, Arbeitsplätze schaffen und Steuern zahlen.
Veröffentlicht am 16. August 2011, Kategorie(n):Sonstiges, 740 x gelesen
Während sich Italien unter dem Druck der höchsten Staatsverschuldung im Verhältnis zum BIP in der Eurozone windet und auf die Menschen im Land harte Einschnitte und Einsparungen zukommen, entsteht mitten im Land von Pizza und Pasta ein Vorzeigeprojekt der Dorfplanung. Denn im “Solarökodorf” (Ecovillaggio Solare), das in einem Tal mit atemberaubenden Ausblick im Herzen Umbriens, zwischen Gubbio und Perugia entsteht, soll man in absehbarer Zeit statt einer Immobilie ein Zuhause mit einem ganz besonderen Lebensgefühl und einem grünen Gewissen kaufen können.
Veröffentlicht am 1. August 2011, Kategorie(n):Auto und Verkehr, 562 x gelesen
Am 28. Juli 2011 hat das Logistikunternehmen UPS seinen jährlichen Nachhaltigkeitsreport veröffentlicht, der für das Jahr 2010 ganze 107 Seiten umfasst. Vor dem Hintergrund einer weiter zunehmenden Beliebtheit von Online-Shopping in vielen Ländern der Welt, ist es kein Wunder, dass auch das von UPS transportierte Paketvolumen in den USA im Vergleich zu 2009 um 1,8 Prozent gestiegen ist. Gerade deshalb ist es wohl umso wichtiger, dass zumindest der durchschnittliche Spritverbrauch pro Paket gesenkt werden konnte - und zwar um 3.3 Prozent. “Kraftstoff ist für UPS schließlich nicht nur einer der größten Kostenfaktoren, sondern auch einer der Hauptverursacher von Emissionen, die sich wiederum auch unsere Umwelt auswirken. Daher macht es für UPS Sinn, ausführlich darüber zu berichten, wie das Unternehmen versucht Benzin zu sparen.” erklärt Scott Wicker, UPS Chief Sustainability Officer.
Veröffentlicht am 27. Juli 2011, Kategorie(n):Sonstiges, 588 x gelesen
Die Rockefeller-Stiftung wurde vor fast 100 Jahren von John D. Rockefeller mit dem Zweck gegründet, das “Wohl der Menschheit auf der ganzen Welt” zu fördern. Die milliardenschwere Stiftung unterstützt nun auch die Entwicklung eines neuen Fonds durch die Global Alliance for Banking on Values (GABV), ein Netzwerk der weltweit führenden Nachhaltigkeitsbanken, mit 200.000 US-Dollar. Der Fonds soll die Wirkung nachhaltigen Bankings auf eine einheitlichere und aussagekräftigere Weise als bisher in der Branche üblich messen und das wertebasierte, nachhaltige Banking damit aus der Nische in die breitere Öffentlichkeit bringen. Ziel ist es, zukünftigen Fondsinvestoren neben der finanziellen Rendite die sozialen und ökologischen Auswirkungen ihrer Anlage aufzuzeigen.
Antony Bugg-Levine, Geschäftsleiter der Rockefeller-Stiftung: “Dieser Ansatz könnte verantwortungsbewusste, gemeinde-basierte Bankmodelle für zukünftige Generationen neu beleben. Durch die Bereitstellung finanzieller Mittel für die Forschung zur Errichtung eines neuen Fonds für nachhaltiges Banking versucht die Rockefeller-Stiftung, eine wertebasierte Finanzindustrie zu schaffen, die es ermöglicht, das Leben von Millionen Menschen zu verändern und die Umwelt zu schützen, die ihre Lebensgrundlage darstellt.”
Veröffentlicht am 25. Mai 2011, Kategorie(n):Allgemein, 938 x gelesen
Der vor fast 150 ahren gegründete Bayer Konzern besteht heute aus mehreren hundert Unternehmen mit über 100.000 Mitarbeitern rund um den Globus. Diese können die Auswirkungen von Umweltverschmutzung und Klimawandel in all ihren Facetten wahrnehmen und nicht nur vor diesem Hintergrund hat sich der Chemiekonzern einer grüneren Geschäfts(Zukunft) gewidmet. Zwischen 2008 und 2010 wurden bereits mehr als eine Milliarde Euro in klimarelevante Forschung und Entwicklung sowie Projekte investiert. Im 72 Seiten starken Nachhaltigkeitsbericht 2010 dokumentiert Bayer die Fortschritte in den Schwerpunkt-Bereichen Klimaschutz, Gesundheitsversorgung und Ernährung der wachsenden Weltbevölkerung sowie weitere Nachhaltigkeits-Leistungen des Konzerns und formuliert neue Ziele in den Bereichen Unternehmensführung, Mitarbeiter, Ökologie, Innovation und Engagement.
Veröffentlicht am 5. April 2011, Kategorie(n):Sonstiges, 795 x gelesen
Die Abkürzung “CSR” steht für den englischen Begriff “Corporate Social Responsibility”, der soviel wie die Unternehmerische Verantwortung im Hinblick auf Mitarbeiter, Gesellschaft und Umwelt bedeutet. Damit ein nachhaltiges Wirtschaften gerade bei kleinen und mittleren Unternehmen (KMUs) verankert wird, hat das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) jetzt sein Programm “CSR – Gesellschaftliche Verantwortung im Mittelstand” gestartet. Denn zum Mittelstand zählen in Deutschland etwa 99,7% aller umsatzsteuerpflichtigen Unternehmen und sie beschäftigen mit knapp 65,9 % aller sozialversicherungspflichtigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auch den Löwenanteil der Menschen. Der Mittelstand ist daher das Herz der deutschen Wirtschaft. Hier werden Innovationen geboren und die Grundlage für den ökonomischen Erfolg “made in Germany” gelegt. Mit dem neuen Programm werden CSR-Beratungsmaßnahmen gefördert, die in den Themenfeldern “Arbeitsplatz”, “Umwelt”, “Markt” und “Gemeinwesen” angesiedelt sind. Die Bewerbungsphase läuft bis zum 30. Juni 2011.
Die Höhe der geplanten Förderung ist mit 25 Millionen Euro zwar vergleichsweise gering (z.B. gegenüber EU-Hilfen, Bankenrettung oder Abwrackprämien), dafür sind die Zahlungen aber auf kleine und mittelständische Unternehmen begrenzt. Die Gelder sollen nach dem Willen der Bundesregierung in den nächsten Jahren dort in die Förderung von CSR fließen. In einem Zeitraum von maximal vier Jahren soll die Summe an möglichst viele Antragsteller verteilt werden, wobei es keine definierte Obergrenze bei der Fördersumme geben wird – allerdings müssen die Unternehmen mindestens 20 Prozent der Gesamtsumme in Eigenverantwortung aufbringen. Bewerben können sich neben den KMUs auch öffentliche Einrichtungen, Netzwerke, Kommunen, Bildungsträger oder Verbände, die ein Eigeninteresse an der Förderung nachweisen. Auch Großunternehmen können sich um eine Förderung bemühen, sofern sie positive Anreizeffekte für kleinere Betriebe und die Zuliefererkette nachweisen können.